| Reiseroute | ||
|---|---|---|
| Stoppover Singapur | ||
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Northern Territory |
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| Tag 1 | Darwin und Umgebung | |
| Tag 2 | Litchfield National Park | |
| Tag 3/4 | Kakadu National Park | |
| Tag 5 | Katherine Gorge – Tennant Creek | |
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Red Centre | ||
| Tag 6 | Alice Springs - West MacDonnell National Park | |
| Tag 7 | West Mac Donnell National Park – Rainbow Valley | |
| Tag 8 | Alice Springs | |
| Tag 9 | Kings Canyon | |
| Tag 10/11 | Uluru-Kata Tjuta National Park (Olgas / Ayers Rock) | |
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Tasmanien | ||
| Tag 12 | Sydney – Hobart (Tasmanien) | |
| Tag 13 | Mount Field National Park – Gordon River | |
| Tag 14 | Hamilton – Strahan | |
| Tag 15 | Cradle Mountain –Lake St. Clair National Park | |
| Tag 16 | Asbestos Range National Park – St. Helens | |
| Tag 17 | Ostküste- Freycinet National Park | |
| Tag 18 | Maria Island National Park | |
| Tag 19 | Port Arthur | |
| Tag 20 | Hastings - Hobart – Sydney | |
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Sydney und Umgebung | ||
| Tag 21/22 | Sydney | |
| Tag 23 | Blue Mountains | |
Tag 1: Darwin und Umgebung
Noch im Flieger nehmen wir unsere Reiseunterlagen genauer unter die Lupe, um weiteren Überraschungen vorzubeugen.
Aber das Reisebüro hat alle Buchungen wenigstens in sich konsistent vorgenommen. Gegen drei Uhr morgens landen wir
in Darwin auf dem sogenannten fünften Kontinent, einem Kontinent, der auf einer Fläche fast von der Größe der USA
gerade einmal 17,7 Mio. Menschen beherbergt.
Darwin ist die Hauptstadt des Northern Territory, einem
Gebiet, das 20% der australischen Fläche ausmacht, aber auf dem nur 175.000 (davon 38.000 Aboriginals) Menschen leben,
so dass es sich –vor allem im Landesinneren- um das mit am dünnsten besiedelte Gebiet der Erde handelt.
Da wir unseren Bush-Camper erst um neun Uhr abholen können und der kleine Flughafen nun gar keine Zeitüberbrückungsmöglichkeit
bot, beschließen wir, per Taxi in die Stadt zu fahren, um den Sonnenaufgang am Meer zu bewundern. Der Taxifahrer fährt uns
zu einem Hotel (Novotel Atrium), in dessen Lobby man bereits ab fünf Uhr Kaffee und Frühstück bekommt. Bei zwar lauer
Sommerluft schlendern wir zum Lamaroo Beach, aber viele Wolken verhindern einen schönen Sonnenaufgang. Unterwegs stören
wir noch ein Paar beim Outdoor-Liebesspiel. In der noch ausgestorbenen Stadt lungern einige Aboriginals herum, die uns durch
ihr bedrohliches Äußeres etwas Unwohlsein bereiten. Insbesondere die von den Stämmen ausgestoßenen Aboriginals finden
kaum Arbeit und ein Dach über dem Kopf.
Den Reisebürounterlagen entnehmen wir die Adresse des Autovermieters (Maui) und freuen uns, dass diese in Fußnähe des
Frühstückshotels liegt. Leider stellen wir dann fest, dass dort zwar eine Autovermietung residiert, nicht aber die gesuchte.
Unfreundlich werden wir darüber informiert, dass wir wieder zurück in Flughafennähe müssen. Immerhin funktioniert
tatsächlich unser deutsches Handy in Australien und wir können telefonisch Kontakt aufnehmen. 30 Dollar ärmer nehmen wir
dann den Camper entgegen, ein allradgetriebener Toyota Land Cruiser. In unserem übermüdeten Trancezustand versuchen wir,
uns all die technischen Raffinessen, insbesondere bei der Zuschaltung des Allradantriebs, zu merken. Im Fahrzeug liegt eine
kleine Straßenkarte, die nur wenige Straßen zeigt, zu unserer Überraschung aber doch angeblich alle wichtigen
Verkehrsverbindungen beinhalten soll. Bevor wir uns ins Outback wagen, plündern wir erst einmal einen Supermarkt. An das
Lkw-ähnliche Fahrgefühl auf der linken Straßenseite müssen wir uns erst gewöhnen, genauso wie an die große Hitze
(ca. 35 °C).
Darwin selbst hat keine Sehenswürdigkeiten zu bieten, so dass wir direkt zu der 40 km außerhalb am Stuart Highway gelegenen Darwin Crocodile Farm fahren. Dort bewundern wir 7.000 Krokodile, von denen 2.000 pro Jahr wegen
ihres Fleisches und natürlich für entsprechende Taschen getötet werden. Die Fütterung zeigt uns, dass wir in freier Wildbahn diesen
wunderbaren Tieren lieber nicht begegnen wollen.
Wir fahren weiter in Richtung Litchfield National Park.
Im Berry Springs Nature Park baden wir in einem garantiert krokodilfreien natürlichen Pool. Nicht viel später und
zunehmend müde steuern wir unser erstes Nachtquartier an, den Tumbling Waters Deer & Van Park, ein wunderschöner
Camping Platz mit einer Fülle von Tieren (Pfauen, Wallabies und nette Süsswasserkrokodile) auf dem Gelände. Meterhohe
Termitenhügel sehen wir hier zum ersten Mal. Ein erstes selbst gekochtes Outdoor-Abendessen genießen wir früh und bauen
unsere schmalen Betten im Fahrzeug auf. Bei gefühlt 50 °C schlafen wir erschöpft ein.
Tag 2: Litchfield National Park
Heute steht der erste Nationalpark auf unserem Programm, der Litchfield National Park. Er ist 146 qkm groß und liegt etwa
115 km südöstlich von Darwin. Kurz vor dem Parkeingang werden wir von einem Ranger angehalten, der uns auf frisches Obst
hin kontrolliert. Die Tomaten im Kühlschrank verschweigen wir und erwähnen nur die Bananen. Am Ende der Kontrolle fahren
wir dann mit mehreren geöffneten Bananen weiter, nachdem feststand, dass sie keine Fruchtfliegen unter der Schale enthalten.
Ein gesunder Tag mit einer Bananenorgie lag vor uns.
Im Park machen wir dann zum ersten Mal Bekanntschaft mit der wet season. Schlecht vorbereitet wie wir waren erfahren wir,
dass die Regenzeit begonnen hat. Dies führte dazu, dass einige der Sehenswürdigkeiten auch mit unserem Bush Camper nicht
mehr zu erreichen waren. Wir starten an den Wangi Falls, der populärsten Attraktion des Parks. Die Wasserfälle
befüllen ganzjährig einen kleinen See, der zum Schwimmen einlädt. Da aufgrund der Regensaison bereits viel Wasser im See
war und damit auch Strömungen auftreten, ist das Schwimmen jedoch leider verboten. Statt dessen nehmen wir einen 1,5 km
langen Wanderweg, der uns zur Spitze der Wasserfälle führt. Unterwegs sehen wir die ersten "Flying Dogs", wie hier die
Fledermäuse genannt werden. Die angegebene Wanderzeit von 1,5 Stunden unterbieten wir locker.
Nächstes Ziel sind die Tolmer
Falls. Der direkte Zugang ist zum Schutz der verschiedenen Fledermausarten nicht mehr möglich, dafür gibt es aber einen 400 m langen Weg zu
einem Aussichtspunkt. Anschließend geht es zu einem kleinen Sumpfgebiet (Tabletop Swamp), in dem man gut
Wasservögel beobachten können soll. Die finden wir nicht, aber wir begegnen einem verrückten Radfahrer, der alle Autofahrer
anmacht, weil sie die Umwelt belasten. Er selbst durchquert Australien per Fahrrad und hat sein ganzen Gepäck dabei. Für
den kleinen Fußmarsch zum Sumpfgebiet hat es bei ihm aber nicht gereicht. Nächste Ziele sind das Buley Rockhole,
ein schöner Schwimmplatz sowie weitere Wasserfälle, die Florence Falls.
Zum Abschluss geht es zum einem großen Feld von Termitenhügeln, das an einen Friedhof erinnert. Dutzende bis zu 2 m
hohe braun-graue Hügel sind von den Termiten gebildet worden, die nur auf Auen aktiv sind und sich durch die Hügel vor den
Überflutungen schützen. Da die übrigen Sehenswürdigkeiten nicht zugänglich sind, beschließen wir am späten Nachmittag, uns
doch noch auf den Weg in Richtung Kakadu National Park zu machen.
Nach einigen Stunden beeindruckender Fahrerei durch Niemandsland schaffen wir es bis zum Einbruch der Dunkelheit noch bis
in den Park und beziehen unser Quartier im Frontier Kakadu Village. Am Pool der Anlage entspannen wir uns, während
sich ein Gewitter zusammenbraut und der ganze Himmel von Blitzen illuminiert wird, ohne dass es aber donnert. Später werden
wir noch gepflegt von Mücken zerstochen, obwohl wir nur wenige Minuten ohne Insektenschutz im Freien verbringen.
Tag 3: Kakadu National Park
Der Name des Kakadu National Park stammt aus der Sprache der traditionellen Besitzer des Landes, dem Aboriginal Stamm der Gagadaju.
Ein Grossteil der Fläche ist heute wieder im Besitz verschiedener Stämme und an den Staat verpachtet, um es als Nationalpark
zu nutzen. 1981 wzrde der Kakadu National Park von der Unesco zum Kultur- und Naturdenkmal erklärt.
Menschen leben seit rd. 50.000 Jahren in der Region und haben entsprechend ihre Spuren hinterlassen. Mit 22.000
qkm (halb so groß wie die Schweiz) ist es der größte Nationalpark Australiens, das Gebiet wird aber nur von cirka 400 Menschen bewohnt. Neben dem Tourismus gibt es hier noch Uran-Bergbau. Das Klima ist tropisch
mit starken Schwankungen zwischen Regen- und Trockenzeit.
Da die Regenzeit bereits begonnen hat und damit ähnlich wie im Litchfield National Park einige der touristischen Highlights
nicht mehr zugänglich sind, erkundigen wir uns früh am Morgen in unserem Village, ob eines unserer Hauptziele, die
Jim-Jim Falls und die Twin Falls noch zugänglich sind. Es heißt, dass zumindest die Jim-Jim Falls noch geöffnet sind, eine
endgültige Aussage aber nur am Bowali Information Center zu erhalten sei.
Dennoch beginnen wir unsere heutige Rundfahrt mit einer Fahrt nach Ubirr, wo spektakuläre Felsenmalereien auf uns
warten. Vom Parkplatz führt uns ein leicht begehbarer Weg zu den Galerien, wo uralte Bilder von Wallabies (wie kleine
Kängurus in Australien heißen), Opossums aber auch Menschen zu bewundern sind. Wann genau die Gagudju, die Ureinwohner Kakadus, anfingen, ihre Geschichte und Mythen auf Fels zu malen, kann niemand mit Sicherheit sagen, doch es steht fest, die Rock Art von Kakadu gehört zu den ältesten der Welt. Kakadu hat mit über 3.500 Fundorten von Rock Art eine kaum zu überblickende Fülle von Kunst und Geschichte der Ureinwohner Australiens. Doch Kakadu ist nicht ein Ort der Mythen sondern auch die größte Brutstätte für Vögel in der südlichen Halbkugel. Ein leichter Aufstieg auf einen Felsen führt uns zu einem Aussichtspunkt, der herrliche Ausblicke über grüne Auen bietet.
Urlaub ist bekanntlich kein Vergnügen und so geht es schnell weiter. Wenige Kilometer entfernt steigen wir in ein kleines
Boot und unternehmen eine knapp zweistündige Fahrt auf dem East Alligator River. Neben den Naturschönheiten steht
ein Einblick in die Aboriginal Kultur auf dem Programm, so zum Beispiel erste Versuche, auf dem Didgeridoo zu spielen.
Seinem Namen macht der Fluss zu dieser Jahreszeit nicht alle Ehre. Wir sehen nur ein mickriges kleines Krokodil. Aber die
einsame Landschaft ist dennoch einen Besuch wert.
Gegen Mittag fahren wir dann zum Hauptquartier des Parks und gleichzeitig das Informationszentrum. Hier erfahren wir
zu unserer großen Freude, das die "dirt road zu den Jim-Jim Falls noch befahrbar ist. Leider sind die noch etwas weiter
im Parkinneren liegenden Twin Falls dagegen bereits geschlossen. Vom geteerten Kakadu Highway geht es ab auf die Schotterpiste.
Vorher schalten wir erst einmal den Allradantrieb ein. Dann werden wir 60 km lang gut durchgeschaukelt, die letzten 10 km
davon geht es über Baumwurzeln und durch Wasserlöcher. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass man hier wirklich durchkommen
kann. Am Parkplatz angekommen finden wir nur wenige andere Fahrzeuge vor. Den letzten Kilometer müssen wir wandern.
Belästigt durch unzählige Mücken und Fliegen, vor denen wir uns kaum schützen können, marschieren wir durch einen Monsunwald
und über Felsen zum Wasserfall und dem darunter liegenden Pool. Da die Sonne gerade von hinten genau in die Schlucht
scheint, erleben wir einen Regenbogen vor dem Wasserfall. Als wir am schönen kühlen Pool ankommen, sind wir bereits alleine,
da in Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit die übrigen Besucher sich wieder auf den Rückweg gemacht haben. Das Wasser
stürzt über 215 m hinab und da die Regenzeit begonnen hat, gibt es auch schon wieder welches, denn gegen Ende der
Trockenzeit kommt es auch schon einmal vor, dass der Wasserfall –anders als der Twin Falls- ausgetrocknet ist. Als es
bereits leicht zu dämmern beginnt, reißen wir uns endlich los und kehren zum Wagen zurück. Auf dem Rückweg lesen wir noch
einen Straßenarbeiter auf, dessen Lkw eine Panne hat. Hocherfreut, dass er nicht in seinem Wagen übernachten muss, erzählt
er uns während der Rückfahrt im Dunkeln (gefühlt noch holpriger als auf dem Hinweg) etwas aus seinem Leben in dieser
Einsamkeit. An der Gagudju Cooinda Lodge, wo wir nach einem langen Tag auch unser Nachtquartier beziehen, trennen
sich unsere Wege wieder.
Tag 4: Kakadu National Park
Früh am nächsten Morgen sind wir bereits wieder fit für die anstehenden Aktivitäten. Los geht es erneut mit einer Bootsfahrt,
diesmal in die Yellow water wetlands, einer Aue des South Alligator River. Die Tatsache, dass es sich bei diesem
Ausflug um die beliebteste und ganzjährig zugängliche Aktivität im Nationalpark handelt, verspricht viel, hält es aber auch.
Neben Krokodilen (Süßwasserkrokodile, die es nur in Australien gibt) bewundern wir vor allem zahlreiche Wasservögel wie
z.B. Schlangenhalsvögel, die ihre Flügel in der Sonne trocknen, Kraniche, Wildenten, Seeadler, Gänsearten u.v.m. Besonders
angetan hat es uns der "Jesus Bird" (engl. Jacana, keine Übersetzung gefunden), der aufgrund seines niedrigen Gewichts auf
im Wasser schwimmenden Blättern stehen kann, wass den Eindruck vermittelt, dass er über Wasser laufen kann. Außerdem gibt es viele Bäume zu sehen, die im Wasser stehen, sowie Blumen
(Lotus- und Wasserlilien). Insgesamt ein toller Trip mit sehr kompetenter und motivierter Reiseleitung. Ein Muss!
Nach zwei Stunden Bootsfahrt fahren wir einige Kilometer weiter zum Warradjan Aboriginal Cultural Center und erhalten dort
viel Informatives zum Leben und der Kultur der Ureinwohner.
Nächstes Ziel in großer Mittagshitze ist Nourlangie. Hier gibt es einen großen Felsen, wo uns wieder
Felsenmalereien erwarten. Der Platz gilt den Einheimischen als mysteriös und heilig. Auf dem 1,5 km langen "Art site walk"
betreten wir zunächst eine Art offenen Schutzraum, in dem bis zu 30 Menschen Zuflucht finden konnten.
Seit 6.000 Jahren ist dieser Platz in Benutzung. Die zahlreichen Malereien, von denen uns besonders der "Lightning Man"
gefällt, einer Figur, die für die Blitze während der Regenzeit verantwortlich gemacht wurde, wurden in den 60er Jahren
nachgemalt, so dass sie heutzutage sehr gut zu erkennen sind. Weiter geht es mal wieder zu einem Aussichtspunkt auf dem
Felsen, von dem aus man einen herrlichen Blick über das "Arnhem Land" hat, alles Eigentum der Aboriginals und nur mit einer
speziellen Genehmigung zu betreten.
Aufgrund der Hitze verzichten wir auf weitere kleine Spaziergänge und fahren statt dessen weiter in Richtung Süden.
Links des Highways geht es dann ab auf eine Schotterpiste, die unglaublich rot aussieht und die uns zum Parkplatz der Gunlom Camping Area führt.
Ein schöner Wasserfall fällt in einen ebenso schönen kleinen See, in dem man
herrlich schwimmen kann und im Wasser auch die vielen Mücken vorübergehend vergessen kann. Nach der Erfrischung steigen wir
auf einem ziemlich steilen Weg hoch zur Spitze des Wasserfalls, der oben treppenförmig angelegt ist, was man von unten
nicht sehen kann. Von dort aus haben wir einen tollen Blick über den grünen südlichen Part des Kakadu Nationalparks.
Am späten Nachmittag überlegen wir uns, wie es weitergehen soll. Wir haben zwar viele kleinere Spots des Parks ausgelassen,
beschließen dann aber doch, den Park nach Süden hin in Richtung Katherine zu verlassen. Es ist -wie an vielen Stellen im
Northern Territory- sehr schade, dass wir so wenig Zeit haben. Eine Woche könnte man sicher locker im fantastischen Kakadu
Nationalpark verbringen ohne sich auch nur im geringsten zu langweilen.
Nach dem Parkausgang geht es zunächst durch Wälder, in denen kleinere Buschfeuer lodern, und durch die kleine Siedlung Pine Creek, immerhin schon mehr als 150 km vorher ausgeschildert, ein Überbleibsel aus Goldrauschzeiten, wo uns nur
der schöne kleine Bahnhof auffällt.
Obwohl nur 1 km weit entfernt von der einzigen richtigen Nord-Süd Verbindung, dem Stuart Highway, ist alles sehr
ruhig und wir fragen uns, wovon denn die Menschen leben mögen. Wir fahren weiter nach Katherine und biegen links ab in
Richtung Katherine Gorge. Spät abends erreichen wir unser Quartier, den "Gorge Caravan Park".
Tag 5: Katherine Gorge – Tennant Creek
Schon wieder recht früh am Morgen -so lange kann man in so einem Bushcamper nicht schlafen- starten wir zu unserer
Bootstour in die Katherine Gorge, eine 13 km lange Schlucht, die durch den gleichnamigen Fluss ausgespült wurde. Der Fluss wird
durch eine Vielzahl von Stromschnellen unterbrochen.
Die wunderschöne Landschaft liegt im Nitmiluk National Park,
rund 30 km von der Stadt Katherine entfernt. Zwei Stunden dauert die Tour durch den Canyon, auf der wir einmal das Boot
wechseln und dabei eine Stromschnelle umwandern müssen. Außerdem erfahren wir, dass der erste australische Farbfilm hier
gedreht wurde und bewundern wieder Felsenmalereien der Eingeborener. Besser gewesen wäre es aber wohl, sich ein Kanu zu
mieten und in aller Stille und allein durch die Landschaft zu fahren. Auch zu den unzähligen möglichen Wanderungen in
dieser Gegend kommen wir leider nicht.
Auf unserem Weg weiter Richtung Süden fahren wir nach Mataranka, wo 7 km abseits des Highways der gleichnamige Mataranka Pool Nature Park liegt. Eine kristallklare Thermalquelle erwartet uns und trotz des heißen Wetters nehmen
im 34 Grad warmen Wasser ein Bad. 16.000 Liter Wasser pro Minute speisen den Pool. Anschließend schlendern noch etwas durch den umgebenden Regenwald.
Entspannt und erfrischt begeben wir uns wieder auf den Highway und fahren weiter nach Süden. Unser nächstes Ziel ist eine
verlassene Ortschaft namens Newcastle Waters am alten Stuart Highway. Ein verlassenes Hotel und ein ebenso
verlassenes Geschäft erinnern an bessere Zeiten, als hier die Telegraphenleitungen entlang liefen. Ein, zwei noch bewohnte
Häuser beherbergen Familien, die für einer Wasserfirma arbeiten. Was für eine Einöde, denn die Landschaft ist inzwischen
schon ziemlich karg geworden. Weiter südlich in Elliot treffen wir beim Tanken einen Berliner Tankwart, der aus deutscher
Nostalgie heraus immerhin überteuerte Kinder-Überraschungseier verkauft. Vor lauter Heimatgefühle vergessen wir unseren
Tankdeckel, was uns leider aber erst viele Kilometer später auffällt. Unser Übernachtungsziel Tennant Creek erreichen
wir wenig später. Schlappe 3.550 Einwohner wohnen hier in einer kleinen Stadt, die immerhin auf fast jedem Globus erwähnt
wird und in der es doch tatsächlich sogar ein Mobilfunknetz gibt. Im Outback Caravan Park etwas abseits des Highways
beziehen wir unser Quartier.
Tag 69: Alice Springs- West MacDonnell National Park
Heute steht ein längerer Fahrtag nach Alice Springs an. Die im Reiseführer erwähnten Sehenswürdigkeiten in und um
Tennant Creek lassen wir weg. Die Städte, so sie sich denn so nennen, sind für europäische Verhältnisse eher uninteressant.
Auf dem Stuart Highway kommen wir nach 100 km zunächst zum Devil´s Marbles Conservation Reserve. Direkt an der
Straße liegen riesige Granitfelsbrocken, die angeblich schon seit 1.800 Millionen Jahren der Atmosphäre ausgesetzt sind
und durch die Witterungsbedingungen abgeschliffen sind. Nach kurzem Stopp geht es weiter.
In Wycliffe Well sind auf einem kleinen Parkplatz einige Autowracks aufgereiht. Es wäre bestimmt interessant,
die Geschichte der Fahrzeuge von der Produktion bis heute nachzuvollziehen.
Etwas später kommen wir nach Barrow Creek, wo wir an einer Tankstelle eine dazugehörige kleine Bar aus den 30er
Jahren betreten und uns über Wände voll von Geldscheinen aus aller Welt wundern. Wer mehr Zeit hat, kann noch die
Telegraphenstation von 1872 nebenan besichtigen.
Einige Stunden später erreichen wir dann Alice Springs, zwei Tage bevor wir unseren Bush Camper abgeben müssen.
Die hinter uns liegenden 1.481 km zwischen Darwin und Alice Springs (ohne all die Umwege in die Nationalparks) waren
wesentlich weniger anstrengend als gedacht. Es war faszinierend zu beobachten, wie sich im Laufe der Fahrt die Vegetation
verändert hat - vom Regenwald im Norden hin zu einer wüstenähnlichen Landschaft fast ohne Pflanzen. In Alice Springs
steuern wir zunächst das Touristenbüro an, um uns Anregungen für Aktivitäten der nächsten beiden Tage zu holen und um
unsere Weiterreise nach Ayers Rock zu organisieren. Einen Weiterflug haben wir ab Ayers Rock gebucht. Den Bush Camper,
der uns bereits ans Herz gewachsen ist, müssen in Alice Springs zurückgeben, da der Vermieter leider keine Station in
Ayers Rock hat. In der Touristeninformation empfiehlt uns eine Holländerin sehr freundlich -aber nicht ganz uneigennützig-
eine Camping-Bustour, denn der Inhaber des Unternehmens ist ihr Ehemann (später mehr dazu).
Aber ihre Empfehlungen für die kommenden beiden Tagen entpuppen sich als Volltreffer. Auch gelingt es uns, den Mietwagen
noch für zwei Tage zu verlängern.
Nachdem wir den fehlenden Tankdeckel nachgekauft haben, setzen wir uns am Nachmittag
wieder in Bewegung und zwar in Richtung West MacDonnell National Park. Im Vorfeld des Urlaubes hatten wir uns
auf die Umgebung von Alice Springs nicht vorbereitet. Umso begeisterter sind wir von den Eindrücken, die uns im folgenden erwarten. Dieser Nationalpark wurde
erst Anfang der 90er Jahre eingerichtet und umfasst auf einer Länge von 170 km zahlreiche Schluchten und Wasserlöcher.
Noch kurz vor dem Parkeingang besuchen wir Simpsons Gap, eine rote Schlucht mit emporragenden Klippen. Danach
biegen wir ab zur Standley Chasm, benannt nach einer Lehrerin, die als erste Europäerin diese Erdspalte zu Gesicht
bekam. Optimaler Zeitpunkt für die Besichtigung ist der Mittag, da dann die Sonne die schmale Spalte erleuchtet. Auch
wenn das Timing nicht optimal ist, ist unser kleiner Spaziergang durch die Schlucht und die dahinter liegenden Gebiete
sehr sehenswert. Kleine Wallabies begleiten uns zeitweise.
Da die Sonne uns langsam verlässt, suchen wir uns einen sehr einfachen Campingplatz (mit Plumpsklo, das auf Englich
übrigens "pit toilet" heißt) am Ellery Creek Bighole, wo es einen populären Schwimmplatz gibt, von wo aus wir den
Sonnenuntergang bewundern. Als wir abends unter Mondschein draußen sitzen und zu Abend essen, beginnen die Dingos
(australischer Wildhund) zu heulen. Als von der anderen Seite direkt eine heulende Antwort kommt, wird es uns dann doch
etwas unheimlich und wir ziehen uns in unseren Camper zurück.
Tag 7: West Mac Donnell National Park – Rainbow Valley
Die erste Schlucht am nächsten Morgen, die wir besuchen, ist die Serpentine Gorge. Eine kurze Wanderung führt uns
zu einem bitterkalten See. Das Bad verkneifen wir uns, obwohl man nach dem Durchschwimmen am anderen Ende hätte
weiterwandern können. Statt dessen klettern wir hoch zu einem Aussichtspunkt und bewundern die Landschaft von oben.
Anschließend geht es weiter zu den Ochre Pits, wundervollen Felsformationen, in denen sich über Millionen von Jahren
schichtweise Kalksteinablagerungen gebildet haben, die aufgrund unterschiedlichen Eisengehaltes in verschiedenen Farben
schillern. Für die Aboriginals hat der Ocker (nicht die Farbe!) eine besondere Bedeutung sowohl für medizinische Zwecke
(ein Balsam wurde hieraus gewonnen ) als auch als Handelsware.
Weiter auf unserer Parkrundfahrt kommen wir zur Ormiston Gorge, wo uns schon wieder ein schöner See erwartet, in
dem wir immerhin ein Fußbad nehmen. Viele Tiere soll es hier geben, aber außer ein paar Vögeln bleiben sie uns verborgen.
Aber bei stahlblauem Himmel kontrastieren die steil aufragenden rötlichen Felsen wunderbar.
Etwas schluchtenmüde streifen wir die Glen Helen Gorge nur kurz und fahren über eine Schotterpiste weiter zum Tnorala (Gosse Bluff) Conservation Reserve. Hier ist vor 130 Millionen ein Komet eingeschlagen und hat einen
riesigen Krater mit einem Durchmesser von ursprünglich 20 km hinterlassen. Heute beträgt er nur noch 5 km und liegt auch
nicht mehr 2 km unterhalb der umgebenden Erdoberfläche - aber immer noch sehr sehenswert und etwas mystisch.
Diese Gegend ist für die Aboriginals heilig und Teile des Reservats sind nur mit einer Genehmigung zugänglich.
Inzwischen ist es Nachmittag und wir überlegen uns, wie wir den Rest des Tages verbringen wollen. Nach einigem Abwägen
entscheiden wir uns für eine stressige Variante. Wir steuern das Rainbow Valley Conservation Reserve an, was nicht
nur bedeutet, nach Alice Springs zurückzufahren (150 km), sondern von dort auch noch weitere 120 km Richtung Süden.
Von hier aus könnte man aber auch über den Kings Canyon nach Ayers Rock fahren, aber leider müssen wir ja unseren Wagen
am folgenden Tag abgeben. Die Herausforderung ist nun, das Rainbow Valley noch pünktlich um Sonneuntergang zu erreichen,
denn dann soll es dort am schönsten sein. Mit Geschwindigkeiten bis zu 130 km/h brettern wir los. Vom Stuart Highway geht
es dann die letzten 22 km wieder über eine Schotterpiste. Auch die Abzweigung findet nur, wer einen guten Reiseführer hat
und die Kilometer auf dem Highway abzählt, denn es gibt kein Schild an der Straße. Wir schaffen es so gerade noch
rechtzeitig bis zum Parkplatz und setzen uns - mit einem Whiskeyglas in der Hand - auf unsere Campingstühle und bewundern
den Sonnenuntergang, der die Sandsteinfelsformation in ein atemberaubendes Licht taucht. Wir sind alleine auf weiter Flur
(alle organisierten Touren sind schon wieder weg) und das bleibt auch so bis zum nächsten Morgen, denn hier beziehen wir
unser Nachtquartier. Die Pasta und der Rotwein schmecken besonders lecker bei Mondschein und unter dem unglaublichen
Sternenhimmel. Ein Klavierkonzert von Beethoven begleitet uns aus der Fahrerkabine. Ein absoluter Traum. Diesen
zauberhaften Platz sollte keiner verpassen. Hätte man mehr Zeit, dann könnte man auch einige Tage bleiben und sich die
Landschaft der anrainenden James Ranges wandernd erschließen.
Tag 8: Alice Springs
Den nächsten Tag beginnen wir mit einem Abstecher zum Henbury Meteorite Craters Conservation Center. Ebenfalls nicht
allzu weit vom Highway entfernt liegt hier eine Anhäufung von 12 kleinen Kratern, die von einem Meteoriteneinschlag
verursacht wurde. Viel gibt es leider nicht zu sehen, sondern nur zu erahnen - man muss nicht unbedingt hierher kommen.
Wir machen uns auf den Rückweg nach Alice Springs. Beim Toyota Händler, wo wir bereits unseren Tankdeckel gekauft haben,
haben wir einen Termin für eine Autowäsche vereinbart, denn den Camper müssen wir gereinigt zurück geben. Leider bleibt uns
die Innenreinigung bei Temperaturen von gefühlt 50 °C nicht erspart. Bei der Rückgabe des Autos heißt es dann noch, wir
sollten die Teerflecken mit Spiritus reinigen. Aber wir weigern uns erfolgreich mit Hinweis auf die erfolgte professionelle
Reinigung durch Toyota. Natürlich wissen wir, dass besagte Flecken von unseren hohen Geschwindigkeiten auf frisch geteerten
Straßen kommen. Aber wir hatten uns schon vorher etwas geärgert, denn bei kleineren Vermietern vor Ort hätten wir
vergleichbare Fahrzeuge für deutlich weniger Geld bekommen können. Dennoch befällt uns Wehmut, als wir per Taxi aufmachen
zu unserem Bed & Breakfast namens Bed Rock, das der bereits erwähnten Holländerin aus dem Touristenbüro und ihrem Mann
gehört.
Wir genießen nach langer Zeit wieder eine komfortable Dusche in dem wunderschönen, mit viel Liebe eingerichtetem Haus.
Anschließend machen wir uns in die Stadt auf. Zunächst bummeln wir durch die Stadt und gucken uns in einigen Geschäften um.
Abends freuen wir uns auf ein Essen in einem Restaurant (wir können keine Sandwiches mehr sehen) um uns dort mit Krokodil-,
Emu-, Känguru- und Kamelfleisch den Magen (zu) vollzuschlagen. Dann freuen wir uns schon auf ein richtiges Bett...
Tag 9: Kings Canyon
Leider müssen wir früh am Morgen bereits um 5.30 Uhr schon wieder aufstehen. Nach kurzem Frühstück werden wir um 6.00 Uhr
abgeholt vom Tourbus von Adventure Tours, dem Reiseunternehmen unserer umtriebigen Vermieters. Nachdem noch einige andere
Gäste eingesammelt wurden (vor allem junge Engländer), geht es los. Erster Zwischenstopp ist eine unangenehm touristische
Kamelfarm, wo sich einige Gruppenmitglieder tatsächlich auf einem Kamel auf einem lächerlichen Rundkurs im Kreis herumführen
lassen. Nachdem es endlich weitergeht gelangen wir in praller Mittagshitze zum Kings Canyon.
Gelegen im Watarrka National Park findet sich mal wieder eine 1 km lange Schlucht, die wunderbare Wander- und
Fotogelegenheiten bietet. Vor 20.000 Jahren sollen hier schon Ureinwohner gelebt haben. 600 verschiedene Pflanzenarten soll m
an hier finden können, was für diese trockene Gegend schon beeindruckend ist. Die meisten finden sich im "Garden of Eden",
den man auf dem vierstündigen Kings Canyon Wanderweg erreichen kann. Früh am Morgen ist die beste Zeit für diese Wanderung,
denn es beginnt mit einem rechts steilen Aufstieg. Unser junger Reiseleiter hat ganz offensichtlich keine Lust auf die
lange Wanderung in der Mittagshitze, so dass es die Gruppe davon überzeugt, dass auch der Weg entlang des kleinen Flusses
unten in der Schlucht toll sei und man am Ende belohnt wird mit einem Bad in einem kleinen Pool. Etwas widerwillig folgen
wir der Gruppe. Aber nach einiger Zeit wird deutlich, dass es sich doch eher um ein abenteuerliches Klettern über
Felsbrocken handelt, so dass Detlef die Wanderung vorzeitig abbricht und ziemlich angefressen zurückkehrt. Die Aussicht
ist mit Sicherheit bei weitem nicht so schön wie sie oben an der Klippe wäre.
Am späten Nachmittag erreichen wir bereits unser Quartier, die Kings Creek Station, natürlich nicht ohne vorher
entsprechende Biervorräte für die mitreisenden Engländer zu kaufen (das gepflegte Vorurteil wird bestätigt!). Unangenehm
berührt erfahren wir, dass wir keine eigenen Schlafsäcke für die 3 Nächte erhalten, sondern uns aus einem Pool gebrauchter
und nicht frisch gewaschener Exemplare bedienen müssen. Angeekelt schleichen wir in unser Zelt, das wir immerhin nicht
auch noch mit anderen teilen müssen. Ja, wir sind manchmal furchtbar spießig! Anschließend müssen wir auch beim Kochen
helfen, was bei den eingesetzten Kochgeschirr nicht gerade unseren Hunger steigert. Unsere Stimmung steigert sich etwas,
als wir die auf dem Gelände des Campingplatzes befindlichen Kängurus in ihrem Gehege beobachten und dabei auch einen
schönen Sonnenuntergang erleben. Die Nacht wird erwartungsgemäß unruhig. Wir ärgern uns, dass wir aus Kostengründen diese
Tour gebucht haben. Besser wäre es gewesen, den Mietwagen zu behalten, auch wenn wir nach Alice Springs hätten
zurückbringen müssen.
Tag 10: Uluru-Kata Tjuta National Park (Olgas)
Um 5.30 Uhr stehen wir auf und machen uns auf die Busfahrt nach Ayers Rock in den Uluru-Kata Tjuta National Park.
Die Fahrt ist zwar nicht so furchtbar weit, aber viele kurze Stopps ziehen sie in die Länge. Immerhin hat unser Reiseführer
ein großes Wissen über seine Heimat und erzählt uns interessante Geschichte hierüber.
1871 erhielt Uluru vom europäischen Entdecker William Gosse den Namen Ayers Rock. Der rote Sandsteinmonolith ist das vielleicht berühmteste Naturdenkmal Australiens. Er ragt 348 Meter aus dem Outback hervor. Doch dies ist nur die Spitze, der Rest liegt 6000 Meter tief unter der Oberfläche. Neun Kilometer beträgt der Umfang von Uluru. Schon seine Maße
machen diesen Monolithen zu einer geologischen Sehenswürdigkeit. Zahlreiche Wasserlöcher befinden sich auf seiner Oberfläche. So ist, inmitten einer unwirtlichen Landschaft, ein fruchtbarer Gürtel um den Felsen entstanden. 1987 wurde der Uluru (Ayers Rock) - Kata Tjuta (The Olgas) Nationalpark von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.
Als erstes steuern wir
den Campingplatz und die bereits aufgebauten Zelte für die nächste Nacht an, den Ayers Rock Campground.
Nach dem Ausladen
steigen wir wieder in den Bus und fahren einige Kilometer weiter nach Kata Tjuta, auch genannt die Olgas.
Eine Ansammlung kleinerer und größerer runder Felsen laden zu Wanderungen ein und bieten sensationelle Farben und Formen.
Verglichen mit Ayers Rock geht es hier beschaulich zu. Geschickt hatte unser Guide die Zeit herausgezögert, um nun wieder
mit dem Argument zu kommen, dass es nun zu heiß und zu spät sei, um die dreistündige Wanderung durch das Valley of the Winds zu unternehmen. Statt dessen schlendern wir nur einige hundert Meter in die Olga Gorge, was uns aber trotzdem gut gefällt,
auch wenn wir zugegebenermaßen immer wütender werden über die bewusst schlechte Reiseorganisation.
Nach dem Lunch auf dem Campingplatz besuchen wir das Besucherzentrum in Yulara, dem Ort, wo sich die zahlreichen
Hotels für die Tausende von Touristen befinden. Schöne Bilder vom Ayers Rock bei verschiedenen Witterungsbedingungen gibt
es zu sehen. Als die anderen mal wieder einen Swimmingpool aufsuchen, steigen wir auf zu einem Aussichtspunkt nahe des
Campingplatzes und sehen Uluru (=Ayers Rock) immerhin einmal im Sonnenschein. Ansonsten fehlt uns die Mobilität und wir
vertändeln einige Stunden auf dem Campingplatz. Um ein erneutes selbst gekochtes Gruppenabendessen zu vermeiden, lassen
wir uns vom Reiseleiter wieder nach Yulara fahren, wo wir ziemlich wütend ein ordentliches Abendessen verspeisen und einige
Postkarten schreiben (eben, wir sind etwas spießig). Die Nacht wird ein Gräuel, da andere Campingplatzbewohner eine Art
Technomusik die ganze Nacht dröhnen lassen und wir uns in den gebrauchten Schlafsäcken wälzen.
Tag 11: Uluru-Kata Tjuta National Park (Ayers Rock) - Sydney
Der Nationalpark gehört sicherlich zu den besonderen Sehenswürdigkeiten Australiens, auch wenn wir zu Anfang dachten,
dass wir nicht dahin fahren wollen, wo alle hinfahren und dass auch nur, um einen Felsen zu besichtigen. Das wäre aber
definitiv ein Fehler gewesen!
Den Aboriginals bedeutet der Park kulturell besonders viel. Seit mindestens 10.000 Jahren leben sie in dieser Gegend und
auch heute ist der Park in ihrem Eigentum, aber an den australischen Staat vermietet worden. Zahlreiche Legenden ranken
sich um Uluru und die Entstehung. Geologisch jedoch handelt es sich um einen grobkörnigen Sandsteinfelsen, der sich über
einen Zeitraum von 600 Millionen Jahren aus den Ablagerungen von Granitfelsen gebildet hat. 348 Meter ragt Uluru aus der
ihn umgebenen Ebene auf bei einem Umfang am Boden von 9,4 km. Die heutigen Oberflächenformen kamen durch Wasser, Wind und
Erosion zustande.
Mal wieder extrem früh stehen wir auf (4 Uhr), um den Sonnenaufgang zu bewundern, der den Erzählungen nach eine Vielfalt
von Farben auf den Ayers Rock zaubern soll. Zusammen mit einigen Tausend Bustouristen (vorwiegend japanischer Provenienz)
und wenigen Individualurlaubern warten wir vergeblich auf das Naturspektakel. Dichte Wolken lassen nur einmal kurz erahnen,
wie es bei schönem Wetter aussehen würde.
Trotz des Wetters, der Übermüdung und dem Verstoß gegen die Sitten der Aboriginals entschließen wir uns, den Aufstieg zu
wagen. Das ist nicht ganz ungefährlich, denn selbst an der flachsten Stelle ist der Aufstieg extrem steil und das auf
glattem Untergrund. Eine Kette in Kniehöhe ist nur eine Hilfe für Kleinwüchsige. Wir wundern uns ob der Massen an gänzlich
unerfahrenen Bergsteigern. Das erklärt aber, dass in den letzten 30 Jahren 28 Menschen ihr Leben lassen mussten. Sollte
Regen drohen oder die Hitze zu hoch werden (über 38 °C), ist der Aufstieg verboten. Bei uns ist es eher umgekehrt.
Bekleidet lediglich mit einem T-Shirt beginnen wir auf dem Gipfel angekommen schnell zu frieren. Aber der spektakuläre
Ausblick auf die Ebene und die in 30 km Entfernung liegenden Olgas belohnen uns für die Anstrengung. Der Abstieg schont
zwar das Herz, nicht aber die Knie und die Muskeln. Menschen mit Höhenangst ist der Aufstieg nicht zu empfehlen.
Nach unserem glücklichen Abstieg treffen wir unseren Reiseleiter wieder, der mit uns noch einen kleinen Teil des Rundweges macht und dabei viel über die Sagen und Mythen der Aboriginals erzählt. Auch von unten ist der Monolith faszinierend in seiner Vielfalt an Formen und Farben. Im Anschluss daran besuchen wir noch das Culture Center des Nationalparks und genießen neben dem üblichen Kunsthandwerk für japanische Besucher, aber auch guten Informationen über den Park vor allem ein kleines verspätetes Frühstück und ruhen unsere müden Muskeln aus.
Mittags lassen wir uns dann am kleinen Flughafen von Yulara absetzen. Den Mitfahrern, die noch zurück nach Alice Springs
müssen, trauern wir nicht nach. Es sei allen empfohlen, in dieser Gegend nicht nur individuell zu reisen, sondern auch
ausreichend Zeit einzuplanen, denn 3 volle Tage kann man sicherlich sehr gut beschäftigen.
Ansett Australia transportiert uns sicher nach Sydney. Unterwegs bewundern wir wieder die absolute Einsamkeit über der
Wüste, die wir überfliegen. Nach dem Einchecken ins Hotel Rex am Kings Cross reicht es nur noch für ein günstiges und gutes
indisches Abendessen in der Nähe, bevor wird völlig ermüdet in die Federn sinken.
Tag 12: Sydney – Hobart (Tasmanien)
Am folgenden Morgen nutzen wir zunächst den hoteleigenen Swimming Pool, bevor es zum französischen Frühstück ums Eck geht.
Anschließend folgt ein erster kurzen Stadtbummel. Vom Hotel aus geht es los Richtung Hafen. Durch die hübschen königlichen
botanischen Gärten mit vielen importierten exotischen Pflanzen schlendern wir zum berühmtesten Gebäude der Stadt, dem
Opernhaus.
Exponiert gelegen ragen die Dachmuscheln hoch in den Himmel zum Wasser hin ausgerichtet. (2007 wurde die Oper von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt). Zahlreiche
Veranstaltungen in mehreren Räumlichkeiten bieten unterschiedliche Möglichkeiten, das Gebäude nicht nur von außen zu
bewundern. Beim vorherigen Besuch 1995 hatte Detlef die Gelegenheit genutzt und sich Turandot von Puccini angeschaut. Wenn
dann noch die Sonne über der Harbour Bridge untergeht, ist die Stadtidylle fast perfekt. Ein dänischer Architekt gewann
1957 den Wettbewerb für das Opernhaus, aber erst 1973 und nach vielen Schwierigkeiten bei der Realisierung wurde dann die
Einweihung gefeiert. Uns treibt es bald per Einschienenbahn weiter zum Darling Harbour, einem neuen, quirligen Stadtteil
für junge Leute mit vielen Restaurants, Bars, aber auch Museen. Zu mehr als einem kurzem Kaffee reicht es aber nicht, denn
wir müssen schon wieder zum Flughafen, kommen aber in einer Woche wieder zurück.
Am Nachmittag fliegen wir weiter nach Hobart, der Hauptstadt Tasmaniens.
240 km südlich von Melbourne, vom Festland durch die rauhe Bass Strait getrennt, liegt der kleinste Bundesstaat Australiens.
Die Insel mit den für australische Verhältnisse winzigen Ausmaßen von maximal 315 km Breite und 296 km Länge und knapp 69.000 qkm
(zum Vergleich: Schweiz 41.300 qkm) Fläche gilt als ein noch recht unbekanntes Ziel im internationalen Tourismus.
Reizvoll wird Tasmanien für Australienreisende
durch ein stark ozeanisch geprägtes Klima und Landschaften, die man so nirgends sonst in Australien findet.
Extreme Temperaturen wie auf dem
Festland gibt es in Tasmanien nicht. Tasmanien besitzt ein gemässigtes Klima. Die Durchschnittstemperatur liegt im Sommer
(Dezember bis Februar) bei 21 °C, im Winter (Juni bis August) bei 12 °C. Die jährlichen Regenfälle variieren von 3.000 mm
an der Westküste (die Zahl der niederschlagsfreien Tage ist kaum einer Erwähnung wert) bis 600 mm in Hobart, das lediglich
120 km weiter östlich liegt und die zweittrockenste australische Hauptstadt ist. Das Klima an der Ostküste ist angenehm
trocken und mild.
Die von Seeleuten gefürchteten Westwinde, die Roaring Forties, sorgen dafür, dass Tasmanien zum reinen
Wasser absolut saubere Luft hat.
Ein Großteil der Insel ist Nationalpark. Die Nationalparks von West-Tasmanien (20 % der Insel) wurden 1982 von der UNESCO zum Kultur- und Naturdenkmal erklärt.
'Tassie' ist ein Ort großer Kontraste mit wilden, weißen Ozeanstrände, dichtem Regenwald, hohen Bergzüge und sanftem Moorland. Die höchsten Berge ragen rund 1.600 m hinauf.
Die Insel hat ihren Namen von Abel J. Tasman, der das von Aborigines bewohnte Land 1642 "entdeckte". Tasmanien war die erste Region Australiens, die von Weißen besiedelt wurde, deshalb gibt es hier auch alles, was für australische Verhältnisse 'alt' ist: die erste Brücke oder auch die erste katholische Kirche. Doch bis 1846 wurde
Tasmanien nach einem holländischen Seefahrer Van Diemen's Land genannt. Der Name wurde später auf Tasmanien geändert,
weil im Commonwealth das Van Diemens Land einen schlechten Ruf als Sträflingskolonie erhielt. Ab 1803 wurde die
Strafkolonie der englischen Krone auch von freien Schafzüchtern besiedelt. Seit 1900 gehört Tasmanien zu Australien.
Mit nicht einmal einer halben Million Einwohnern ist Tasmanien sehr dünn besiedelt und hat zudem unter Abwanderung zu
leiden. Die beiden größten Städte sind Launceston (90.000 Einwohner) im Norden und Hobart (185.000 Einwohner, zweitälteste
Siedlung Australiens) im Süden der Insel. Beide liegen an breiten Flussmündungen, die sich zum Meer hin öffnen.
Nachdem wir unseren koreanischen Mietwagen in Empfang genommen haben, fahren wir in die Stadt und suchen uns eine
Unterkunft. Fündig werden wir bei einer B&B Unterkunft am Battery Point. Unser Zimmer bietet einen wunderbaren Blick auf
das Wasser. Am Abend fahren wir noch kurz zum Salamanca Place, wo wir speisen, einen kräftigen Whiskey konsumieren und der
ein oder anderen noch geöffneten Kunstgalerie einen Besuch abstatten.
450.000 Menschen vorwiegend britischer Herkunft leben auf Tasmanien, die meisten davon in der Hauptstadt Hobart.
Die Fläche der Insel entspricht etwa der Größe Bayerns. Ernähren können sich die Menschen durch Bergbau und Landwirtschaft
(Äpfel).
Tag 13: Mount Field National Park – Gordon River
Wie meistens ins Australien lohnt es sich nicht wirklich, lange Zeit in den Städten zu verbringen, da hat Europa sicherlich
eindeutig mehr zu bieten. Also steuern wir wieder die Natur an. Westlich von Hobart machen wir einen ersten kurzen Stopp in New Norfolk, um die älteste tasmanische Kirche aus dem Jahr 1823 zu besichtigen. Aber ehrlich gesagt, man kann sich
den Abstecher auch sparen.
Unser ersten Tagesziel ist der Mount Field National Park, der nur 80 km von Hobart entfernt liegt. Vielfältige
Wandermöglichkeiten, eine herrliche Berglandschaft, Regenwald und Moorlandschaften bietet der Park. Wir entscheiden uns
für eine leichte, zweistündige Wanderung, die uns zunächst zu den Russell Falls führt. Umrahmt von Farnen und
Eukalyptusbäumen fällt das Wasser über 40 m stufenförmig herab.
Weiter führt uns der Weg zu den weniger spektakulären Horseshoe Falls und dann durch einen Wald mit riesigen Eukalyptusbäumen, zu deren Spitzen man mittels bereitstehender
Ferngläsern hochschauen kann. Der dritte Wasserfall auf unserer Runde ist der Lady Barron Falls, bevor wir nach zwei
Stunden zurück zum Ausgangspunkt gelangen.
Auf einer 16 km langen Schotterpiste (Lake Dobson Road) fahren wir bergauf durch verschiedene Waldarten und subalpines
"woodland" zunächst zum Lake Fenton, dann bis zum Lake Gordon. Da es doch recht feuchtkalt ist, halten wir
uns aber nicht sehr lange auf, sondern spazieren noch einige Minuten durch so genannte alpine Mosaiken, die uns sehr an die
Lüneburger Heide erinnern, wenn diese denn in einer Alpenlandschaft liegen würde.
Nun ist es kurz nach Mittag und wir überlegen uns das weitere Tagesprogramm. Da wir die Insel im Uhrzeigersinn umrunden wollen,
schauen wir kurz auf die Karte, finden auch eine Straße und machen uns auf den Weg. Das wird ein Fehler sein, aber dazu
später mehr.
Es geht zunächst viele Kilometer über eine extrem kurvige, aber immerhin geteerte Straße, vorbei am Lake Pedder zum Lake
Gordon und insbesondere zum Gordon Dam, mitten in der Wildnis des tasmanischen Südwesten. Die von uns benutzte
Straße wurde seinerzeit gebaut, um das riesige Wasserkraftwerk zu bauen und zu bedienen. Sonst gibt es nichts hier. Die
Landschaft wurde das Staudammprojekt dramatisch verändert und es heißt, dass es nur durchgezogen wurde, weil hierdurch über
mehrere Jahre Arbeitsplätze geschaffen wurden. Dennoch wirkt es auf uns sehr natürlich und herrlich einsam. Am
Besucherzentrum neben dem riesigen Gordon Staudamm informieren wir uns über das Projekt und können auf dem Damm entlang
laufen. Dieser Damm ist einer von vieren, aber mit einer Höhe von 140 m und gelegen zwischen zwei Felsen besonders
beeindruckend.
Mit Schrecken und ziemlich ungläubig müssen wir dann realisieren, dass die Straße hier endet. Die kleine Siedlung Strathgordon beherbergt heute noch 14 Menschen, verständlicherweise sind die meisten der in Spitzenzeiten 2.000
Menschen wieder weggezogen, nachdem das Projekt abgeschlossen war. Das einzige verfügbare Quartier, das Lake Pedder Motor
Inn ist so öde, dass wir nach langem Hin und Her beschließen, diese 100 km lange Sackgasse doch wieder zurückzufahren.
Ziemlich gestresst und nach zweimal vergeblicher Quartiersuche landen wir schließlich in Hamilton. Der historische
Gasthof Hamilton Inn bietet uns sogar noch ein Abendessen zum Bier und zum hauseigenen Mineralwasser und das unmittelbar
bevor die Küche schließt. Es ist 19.30 Uhr! Lärmende Vögel auf dem Dach verhindern einen ruhigen Schlaf.
Tag 14: Hamilton – Strahan
Entsprechend unausgeschlafen starten wir an diesem Morgen, um weitere Nationalparks "abzuklappern". Es geht in Richtung
Nordwesten entlang der A 10. Unzählige Kurven begleiten uns auch heute wieder, bevor wir den Franklin-Gordon Wild Rivers
National Park erreichen. Die Landschaft ist weitläufig, hügelig bis bergig und unglaublich grün. Am Lake St. Clair stoppen wir kurz und beobachten zahlreiche Wanderer, die am Anfang oder am Ende des Overland Tracks sind, einer mehrtägigen
Wanderung durch den Cradle Mountain – Lake St. Clair National Park. Das muss ein tolles Erlebnis sein, die Schönheit
der Landschaft sehen wir am folgenden Tag dann von oben.
Von der Straße aus hat man auch einen schönen Blick auf Frenchmans Cap, ein von Gletschern geschaffener Berg,
der Tasmaniens höchste Kliffs bietet. Vier bis fünf Tage würde eine Besteigung dauern. Auch Rafting auf dem Franklin River
soll ein abenteuerliches Erlebnis bieten. Wir entschließen uns zu einer kurzen Wanderung durch den Regenwald am Franklin River und am Surprise River. Wie in jedem Nationalpark gibt es informative Broschüren, die alle
Sehenswürdigkeiten beschreiben.
Wir stoppen ferner an der einen oder anderen Stelle und genießen die Aussicht. Kurz außerhalb
des Parks passieren wir schon wieder einen schönen See, den Lake Burbury. Hier ließe sich sicherlich auch schön
segeln. Bei Gormanstown schon wieder höher in den Bergen zweigt von der Hauptstraße ein Schotterweg ab, der uns zum Iron Blow führt, einer verlassenen offenen Mine, in die man von einer Aussichtsplattform aus einen tollen Blick auf
das Farbenspiel und den kleinen See am Fuße der verlassenen Mine hat. Durch Queenstown mit dem einen oder anderen schönen
alten Gebäude fahren wir weiter an die Westküste nach Strahan. Die engen, kurvigen Straßen sind eine erhebliche
Belastung für die Mägen von Beifahrern. Mit entsprechend umgedrehten Magen erreichen wir endlich Strahan. Sagenhafte 600
Menschen leben in diesem kleinen Ort, der aber ein guter Ausgangspunkt für zahlreiche Outdoor-Touren ist und touristisch
gut erschlossen ist. Im Strahan Inn beziehen wir nicht nur unser Quartier, sondern leisten uns auch endlich mal wieder ein
richtig schönes Abendessen mit tollem Blick über den Hafen, natürlich erst nachdem sich unsere Mägen wieder beruhigt haben.
Tag 15: Cradle Mountain – Lake St. Clair National Park
Unsere Weiterfahrt an diesem Morgen unterbrechen wir nach wenigen Kilometern, indem wir abbiegen zu den Henty Sand Dunes.
An einem kleinen Parkplatz treffen wir auf einige Quad Bikes samt Besitzer. Rückfragen bei diesem ergeben, dass er auf
zwei Gäste für eine geführte Tour in den Dünen wartet, die anderen beiden Fahrzeuge aber noch frei seien. Kurz entschlossen
buchen wir die Tour und wenige Minuten später -nach einen kleinen Einführung in die technischen Besonderheiten dieses
motorradähnlichen Gefährts- geht es los.
Kilometerlang erstrecken sich die weißen bis zu 30 m hohen Dünen, über die wir mit teils halsbrecherischer Geschwindigkeit
fahren. So etwas wäre in Deutschland mit Sicherheit verboten, hier sind die Dünen so breit und so wenige Menschen unterwegs,
dass es gefahrlos möglich ist. Mit mehr Zeit würden wir noch stundenlang am Strand lang laufen.
So fahren wir weiter über Zeehan und Rosebery zum Cradle Mountain - Lake St.Clair National Park, dem bekanntesten
Park Tasmaniens und ebenfalls Weltkulturerbe. Das Wetter klart zunehmend auf und an der Zufahrtsstraße zum Parkeingang stoppen wir
für eine kurze Pause im Cradle View Restaurant. Direkt nebenan liegt ein kleiner Flughafen, von dem Rundflüge angeboten
werden. In Anbetracht des schönen Wetters, dem wundervollen Blick in die Berge und in dem Bewußtsein, dass es hier nur
ca. 30 Tage klares Wetter im Jahr gibt entscheiden wir, nach der Quad Bike Tour eine zweite Großausgabe zu wagen. Nachdem
das Flugzeug ein japanisches Paar sicher wieder abgesetzt hat, steigen wir in das ca. 30 Jahre alte Gefährt ein (der Pilot
ist in einem ähnlichen Alter). Los geht es über 3.000 Seen und bizarre Berglandschaften mit der tiefsten Schlucht
Australiens. Wir sehen Mt. Ossa, den höchsten Berg Tasmaniens (1.617 m) und erneut Frenchmans Cap, diesmal von oben.
Anke, die vorne sitzt, darf sogar für einige Minuten den Steuerknüppel in die Hand nehmen, was Detlef aufgrund des
plötzlich flatterhaften Flugverhaltens das Fotografieren erschwerte. Auch einige Wanderer auf dem Oberland Track können wir
identifizieren. Voller neuer Eindrücke kehren wir nach 40 min. zurück. Ein fantastisches Erlebnis, dass man sich bei schönem Wetter auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Inzwischen ist es ca. 16 Uhr als wir in den Park selbst fahren. Vom Parkplatz sind es nur wenige Meter bis zum Lake Dove,
von wo aus wir den Postkartenblick auf den Cradle Mountain bewundern. Für eine Seeumrundung per pedes reicht die Zeit leider
mal wieder nicht. Wir fahren statt dessen Waldheim Chalet, das Haus der ersten Siedler in dieser wunderbaren Gegend,
der Familie Weindorfer, die hier Gäste empfangen haben, um ihnen diese tolle Natur zu zeigen. Das österreichische Paar hat
sich sehr für die Einrichtung des Nationalparks eingesetzt und das schon Anfang des Jahrhunderts. Über das Leben gibt es
eine schöne Ausstellung. Neben dem Haus lädt uns ein kleiner Regenwald zum Durchstreifen ein. Die Vegetation ist klasse.
Am frühen Abend treten wir dann die Weiterfahrt an und landen in Devonport, wo wir ein typisch britisches
Bed & Breakfast (River View Lodge) beziehen.
Tag 16: Asbestos Range National Park – St. Helens
Vom Frühstücksraum aus sehen wir morgens die Spirit of Tasmania, die Fähre vom Festland einfahren. Fernweh packt uns aber
noch lange nicht. Wir wollen die noch verbleibenden Tage so intensiv wie möglich zu nutzen. Also steigen wir wieder ins
Auto und steuern den nächsten Nationalpark östlich von Devonport an.
Der Asbestos Range National Park ist vergleichsweise klein, bietet aber eine ruhige und schöne Küstenlandschaft
und eine reichhaltige Tierwelt. Vom Parkplatz aus wandern wir auf dem Springlawn nature walk zu einem kleinen
sumpfumgebenen See mit, an dem man sehr gut Vögel beobachten kann. Wallabies laufen uns beständig über den Weg. Als wir
durch die Dünen entlang zum Parkzentrum zurückkehren treffen wir den auf den Parkranger, der uns auf weit entfernte
Forester Kängurus aufmerksam macht, besonders große Tiere dieser Gattung, die im Park ihre Heimat gefunden haben. Mit
Ferngläsern bewaffnet starten wir in ihre Richtung und versuchen, so nah wie möglich heranzukommen. Bis auf einige Meter
kommen wir auch heran, so dass es für das eine oder andere Foto reicht.
Nachdem wir auch dem Strand noch einen Besuch abgestattet haben, verlassen wir den Park wieder und fahren weiter nach
Osten in die tasmanische Weingegend.
Hier statten wir dem Pipers Brook Vineyard einen Besuch ab. Zwar ist das Wetter recht feucht und kühl, aber
dennoch werden hier gute bis sehr gute Weißweine angebaut, die allerdings nicht billig sind. Die Weingegend liegt auf
dem selben Breitengrad wie das Bordeaux in Frankreich, nur auf der südlichen Halbkugel. Nach Weinprobe und Lunch brechen
wir wieder auf und reisen weiter gen Osten. Unterwegs machen wir bei Pyengana einen Abstecher zu den St. Colomba Falls,
mit 90 m Fallhöhe die höchsten Wasserfälle der Insel. Die kurze Wanderung dorthin führt uns durch einen sattgrünen Regenwald.
In der kleinen Hafenstadt St. Helens beenden wir unsere heutige Tour. Im Bayside Inn beziehen wir ein ordentliches,
aber langweiliges Zimmer. Vor dem Abendessen auf demselben zusammen mit den heute gekauften Weinen fahren wir noch an die
Küste zum St. Helens Point, wo wir bei stürmischem Wind den beginnenden Abend genießen. Am Strand sind wir mit Ausnahme
einiger Surfer allein. Auch für Angler soll das hier ein Paradies sein.
Tag 17: Ostküste- Freycinet National Park
Heute fahren wir südwärts uns steuern den Freycinet National Park, wo wir die Wineglass Bay besuchen wollen,
von der wir schon vor unserer Reise herrliche Fotos gesehen haben. Aber als erstes "haken" wir einen weiteren
Nationalpark kurz ab, den Douglas Apsley National Park, der uns aber nicht vom Hocker reißt, so dass wir schnell
weiterfahren nach Bicheno, wo wir uns die Granitfelsen am Meer ansehen, an denen durch ein "Blowhole" Wasserfontänen
in die Luft gedrückt werden.
Kurz vor der Einfahrt in den Freycinet National Park machen wir eine Mittagspause in Coles Bay, wo wir einen
tollen Blick über die Great Oyster Bay genießen. Austern gibt es hier in rauen Mengen und zu Pfennigpreisen, von
denen man in Europa nur träumen kann. Dann fahren wir den Park. Erfreulicherweise ist das Wetter sehr sonnig, was in
diesem Teil Tasmaniens angabegemäß sogar häufig der Fall sein soll.
Vom Parkplatz aus wandern wir steil hinauf zum Wineglass Bay Lookout und können den Postkartenblick wiedererkennen. Von hier geht es genauso steil wieder
abwärts hinab zum Strand, an dem wir uns dann etwas erholen. Wenige sonnenschutzlose Minuten genügen für erste leichte
Verbrennungen. Dann marschieren wir wieder zurück und nach zwei Stunden erreichen wir wieder den Parkplatz.
Nächster Stopp ist der Leuchtturm am Cape Tourville, von wo man einen tollen Blick über die Küste hat. Letzter
Tagesordnungspunkt sind die freundlichen Strände genannten Friendly Beaches, auch wieder von vielen Wallabies
bevölkert. Von dem weißen Sand können wir wie immer kaum genug bekommen. In Swansea beenden wir unseren traumhaften
Tag bei einem schönen Abendessen im Restaurant des Swansea Motor Inn mit Meerblick.
Tag 18: Maria Island National Park
Mit dem Eastcoaster Express setzen wir früh am folgenden Morgen einige Kilometer südlich von Swansea über nach
Maria Island, einer kleinen Insel, die seit 1972 ebenfalls den Status eines Nationalparks besitzt. Unterwegs sehen
wir vom Boot aus Delphine während wir unser Frühstück verzehren.
Wenn man so wie wir nur einen Tag Zeit hat, muss man leider mal wieder auf längere Wanderungen auf der Insel verzichten.
Wir entscheiden uns nach der Ankunft in Darlington direkt zu einer der vermeintlich unverzichtbaren Sehenswürdigkeiten
zu marschieren, den "Painted Cliffs", denn zum einen verschlechtert sich das Wetter relativ schnell und zum anderen
müssen wir uns beeilen, um der Flut zu entkommen, denn die beste Sicht auf die bunten Sandsteinfelsen hat man rund eine
Stunde vor oder nach der Ebbe. Eine gute halbe Stunde später sind wir die ersten an diesem Tag, die die Felsen zu Gesicht
bekommen. Eisenoxid sowie Wind und Wasser haben wunderschöne Formen und Farben gestaltet. Wir klettern bei bereits
steigendem Wasser etwas herum. Bei besserem Wetter und entsprechendem Equipment hätte man auch sicherlich schön schnorcheln
können. Wir nutzen die letzten wenigen Sonnenstrahlen, um uns am schmalen Hopground Beach etwas zu entspannen.
Wenige Minuten später werden wir aber durch die ersten Regentropfen wieder geweckt.
Wir beeilen uns, um halbtrocken in die kleine Siedlung mit ihren kolonialen Überresten und Ruinen zurückzukehren.
Der Witterung entsprechend schlendern wir von Gebäude zu Gebäude und versetzen uns zurück in die Vergangenheit, als auf
dieser Insel unter anderem eine Häftlingskolonie eingerichtet wurde, deren Spuren noch zu erkennen sind. Auch Wein wurde
eine Zeitlang hier angebaut. Mehr zur Geschichte kann man der kleinen Broschüre entnehmen, die man bei der Entrichtung
des kleinen Obolus erhält. Dies gilt übrigens für alle australischen Nationalparks, dass Kartenmaterial mit guten
Informationen zu Geschichte und Sehenswürdigkeiten zur Verfügung steht. Nachdem wir die wenigen Gebäude ausreichend
gewürdigt haben, beschließen wir, die Fähre zurück auf das Festland zu nehmen, denn der Regen ist heute unser treuer
Begleiter.
Wir fahren weiter Richtung Süden mit dem Ziel Tasman Peninsula. Der Weg dorthin führt uns zunächst über eine andere
Halbinsel, die Forstier Peninsula, bevor wir an der Pirats Bay, in Eaglehawk Neck, am schmalen Übergang zwischen
beiden Halbinseln das gleichnamige Motel beziehen. In der Nähe streifen wir noch etwas umher und bewundern mal wieder die
Klippen und die Wasserkraft an einem Blowhole. Abends servieren uns die holländischen Gastgeber ein unerwartet gutes
Abendessen.
Tag 19: Port Arthur
Wie ein Triumphbogen thront der Tasman Arch an der Küste in der Nähe unseres Quartiers, eine Felsformation wie ein
großes Tor, wo das Wasser unten durch tobt. Auf den Klippen streunen wir an diesen Morgen etwas umher. An der Waterfall Bay warten danach schon wieder spektakuläre Küstenblicke auf uns.
In Taranna frühstücken wir sehr schön in der Convict Country Bakery, wo es neben exzellentem selbst gebackenen
Brot auch einige Antiquitäten zu erwerben gäbe. Der Name Bäckerei weist schon auf unser Tagesziel hin. In Port Artur wartet eine riesiges historisches Gefängnis auf viele Besucher. Unser Reiseführer preist diesen Ort als Hauptattraktion
ganz Tasmaniens an. Das ist sicherlich etwas übertrieben, aber nach viel Natur ist es eine schöne Abwechslung und in
Anbetracht der kurzen eigenen Geschichte (außer den Aboriginals) ist diese Sträflingskolonie schon sehenswert.
Viele restaurierte Gebäude erzählen die Geschichte der Häftlinge auf dieser Halbinsel, deren Zugang seinerzeit von
unzähligen Hunden bewacht wurde. Einen kleinen Eindruck vom harten Leben kann man aber erahnen. Beeindruckt sind wir von
einer Kirche, wo Häftlinge, denen jeglicher Kontakt zu anderen Insassen verboten war, in kleinen Kabinen am Gottesdienst
teilnehmen konnten. Im Einrittspreis inbegriffen ist auch eine kleine Hafenrundfahrt, die sich aber nicht wirklich lohnt.
Nachdem wir genug gesehen haben, zieht es uns wieder in die Natur. Südlich von Port Arthur liegen die Remarkable Cave,
wo das Meer kleine Höhlen gebildet hat. Ein gut ausgebauter Weg führt zu schönen Spots. Von oben betrachten wir danach die
ganze Küstenlandschaft vom Palmers Lookout, wo es auch ein paar bunt schillernde Blumen zu sehen gibt. Der kleine
Abstecher lohnt sich aber.
Wir machen uns dann auf den Rückweg nach Hobart. Unterwegs stoppen wir kurz in Richmond, wo es wieder eine
"historische Sensation" zu bewundern gilt, nämlich die älteste Straßenbrücke des Landes, die doch tatsächlich aus dem Jahr
1823 stammt. Die vielen Touristen im Ort nerven uns aber etwas und die sonstigen kolonialen Bauten sparen wir uns.
Da wir noch fast einen ganzen Tag vor uns haben, entscheiden wir spontan, auch noch die südwestlichen Teil Tasmaniens
zu erkunden. Wir durchqueren Hobart und reisen weiter nach Huonville, wo wir spontan auf das Werbeschild eines
Jet-Boat Veranstalters anbeißen und gerade noch die letzte Tour des Tages erwischen. Für ca. 40 Minuten rasen wir den Huon River entlang und haben bei spektakulären Manövern viel "Spaß in den Backen". Aber es gibt bestimmt schönere
Flecken für eine solche Tour.
Den langen Tag beenden wir dann im kleinen Fischerort Dover, wo wir im nagelneuen B&B Bayside Lodge unser
Nachtquartier beziehen. Die äußerst netten Gastgeber aus England bekochen uns nicht nur sehr gut, sondern haben auch eine
Menge interessanter Dinge über Tasmanien zu berichten. Wir sind die ersten Europäer, die bei Trevor und seiner Frau die
Gastfreundschaft genießen.
Tag 20: Hastings - Hobart – Sydney
Unser letzter Tag auf Tasmanien bricht an. Wir fahren nochmals gut 20 km weiter nach Süden nach Hastings und weiter ins
Landesinnere, um die Höhle von Hastings zu besuchen. Der Andrang an diesem Montag Morgen ist mehr als überschaubar,
aber erfreulicherweise findet die Höhlenbesichtigung auch für uns ganz alleine statt. Eine ausgesprochen freundliche
ältere Dame führt uns durch viele spektakuläre Höhlenbereiche, von denen uns besonders ein Raum gefällt, der die Kathedrale
genannt wird. Hier finden sowohl Konzerte (Olivia Newton-John gab sich bspw. die Ehre) als auch Trauungen statt und wir
befinden, dass dies der richtige Ort für unsere eigene Hochzeit wäre und selbstverständlich alle Freunde und
Familienangehörige gerne auf eigene Kosten hierfür anreisen dürften. Da genug Zeit ist, sich alles in Ruhe zu Gemüte zu
führen, schaffen wir es sogar, ein paar schöne Fotos unter Zuhilfenahme unseres kleinen, wackeligen Stativs zu machen.
So langsam wird es Zeit, zumindest wieder in Richtung Hobart zu fahren. Unterwegs machen wir einen kurzen Abstecher in den Hartz Mountains National Park, aber mehr um uns den Stempel des Parks abzuholen, als viel Zeit dort zu verbringen.
Der unterwegs ausgeschilderte Wasserfall verbirgt sich vor unseren Blicken. Mit mal wieder mehr Zeit könnte man aber bestimmt
ein paar schöne Wanderungen unternehmen.
Weiter auf dem Weg nach Hobart und zum Flughafen stoppen wir noch in Taroona, wo wir dem "Shot Tower" einen Besuch
abstatten. Der Sandsteinturm ist 48 m hoch und diente der Herstellung von Gewehrkugeln, indem geschmolzenes Eisen von
oben herabtropfte und dabei eine perfekte Kugeln formte. Auch die Aussicht ist nicht zu verachten. Auf dem Salamanca Place
nehmen ein spätes Abschieds-Lunch ein, bevor wir zum Flughafen fahren und unseren Mietwagen abgeben. Mit leichter
Verspätung und viel Wehmut heben wir ab und fliegen wieder nach Sydney. Ob wir noch einmal hierher kommen werden? Abends
beziehen wir ziemlich müde wieder das Hotel, das uns schon eine Woche vorher aufnahm.
Tag 21: Sydney
Irgendwie haben wir einen Fehler wiederholt, den wir schon einige Male vorher gemacht haben, nämlich nach einem langen
Naturaufenthalt noch eine Großstadt zu besuchen. Den Lärm können wir so recht nicht ab, was bei außerdem nicht furchtbar
tollem Wetter unsere Stimmung nicht wirklich hebt.
Am Darling Harbour besuchen wir das Sydney Aquarium, wo uns die typische und vielfältige australische Unterwasserwelt
erwartet, z.B. den Platypus oder zahlreiche Haiarten. Nach dem Lunch gehen wir Shoppen und suchen ein paar Mitbringsel.
Neben den Geschäften am Darling Harbour zieht es uns in das QVB, das Queen Victoria Building, einem sehr noblen
Einkaufszentrum. Ausnahmsweise schließen wir eine kleine Siesta an, bevor es in Darlinghurst am Abend nochmals zum Inder
geht (Bukhara), wo wir –einer schönen australischen Tradition folgend- unseren eigenen Wein mitbringen, was sich BYO
(bring your own) nennt und in nicht voll "lizensierten" Restaurants den Alkoholkonsum gegen eine kleines Korkgeld
ermöglicht. In der Cocktailbar des Hotels Top Of The Town beschließen wir bei tollem Ausblick auf die illuminierte
Stadt den Tag.
Tag 22: Sydney
Heute entfliehen wir der Großstadthektik in den Taronga Zoo, wozu wir die Hafenfähre vom Circular Quay aus nehmen.
Neben den üblichen Tieren zeichnet sich der Zoo aus durch seine wunderschöne Lage am Port Jackson mit tollem Blick auf die
Skyline der Stadt.
Zurück in der Stadt bummeln wir durch das historische und furchtbar touristische Viertel The Rocks, wo Gastronomie und
Souvenirshops das Bild bestimmen.
Wiederum in Darlinghurst in Hotelnähe dinieren wir heute italienisch in einem witzigen Szene-Restaurant. Der Name ist uns
leider entfallen.
Tag 23: Blue Mountains
Um 7.30 Uhr am Morgen werden wir am Hotel abgeholt und brechen auf zu einer organisierten Tagestour in die ca. 60 km
westlich von Sydney gelegenen Blue Mountains, die ihren Namen den Eukalyptusbäumen verdanken, deren Öl durch die Sonne verdunsten und einen blau schimmernden Nebel produzieren.
Das Greater Blue Mountains Gebiet wurde 2000 von der UNESCO zum Naturdenkmal ernannt. Es umfasst sieben Nationalparks, einer davon ist der Blue Mountains National Park.
Am Blue Mountain Lookout sehen wir zunächst gar nichts, denn dichter Nebel liegt über der schroffen Berglandschaft.
Zögerlich löst er sich schließlich auf und eröffnet uns den Blick auf einen 180 m hohen Wasserfall. Ein kleiner Bushwalk
schließt sich an und der Reiseleiter zeigt uns die Spuren von starken Waldbränden vier Jahre zuvor sowie die schon wieder
vorhandene vielfältige Pflanzenwelt. Nach einem weiteren Aussichtspunkt geht es zum Mittagessen, das in sehr schönem
Ambiente vom Reisleleiter/Busfahrer selbst frisch zubereitet wurde. Selten haben wir erlebt, dass eine Reiseleiter
solcher Ein-Tages-Touren so motiviert ist.
Danach fahren wir weiter in den Hauptort der Region, das furchtbar touristische Katoomba und zum Lookout auf die berühmten drei Schwester
(Three sisters) und in das Jamison Tal. Aber der Blick wird noch immer durch diesiges Wetter getrübt. Es folgt ein
Crash-Kurs im Boomerang werfen, bei dem ein Teilnehmer durch einen Hechtsprung seinem selbst geworfenen Boomerang
ausweichen muss.
Zum Nachmittagstee geht es in einen Wildlife Park, wo nochmals viele Kakadus zu bewundern sind und auch Kängurus
ziemlich menschengewöhnt sind, so dass wir recht nah an die Tiere heranpirschen können.
Nach unserer Rückkehr von diesem sehr schönen Ausflug versuchen wir noch, die berühmte Harbour Bridge zu besteigen,
aber für die Besteigung werden 90 Dollar verlangt, was unser Budget sprengt. Wiederum in der szenigen Hotelgegend dinieren
wir bei "Morgans" und beenden unseren letzten Tag Down Under.
Tag 24: Sydney – Frankfurt – Hamburg
Von Vorfreude auf Weihnachten in Deutschland, die dazu gehörige Kälte und unsere Jobs kann bei uns leider gar keine Rede
sein. Wir haben zwar sehr viel gesehen und die Tage voll ausgenutzt, aber dennoch nicht einmal im Entferntesten alles
gesehen, was unsere übrigens sehr empfehlenswerten Lonely Planet Reiseführer so anpriesen. Man müsste mal ein paar Monate
Zeit haben, um alles etwas intensiver erleben zu können.
Das einzig bemerkenswerte des Tages ist, das wir beinahe den Flug verpassen. Die Zeitangaben des Hotels sind sc
hon arg
knapp bemessen und dann kommt noch ein saftiger Stau bedingt durch Baumaßnahmen für die Olympiade in zwei Jahren hinzu.
Als letzte geben wir am bereits geschlossenen Schalter unser Gepäck auf und schaffen es noch gerade bis ins Flugzeug. Der
Rest ist Stress und Langeweile, immerhin versüßt von Singapore Airlines.
Ein Traumurlaub geht zu Ende. ![]()
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Hat Ihnen unser kleiner Reisebericht gefallen? Über einen Eintrag in unserem Gästebuch würden wir uns sehr freuen. Weitere Reiseberichte gibt es auf unserer Homepage (www.schlingels.de).
Letzte Aktualisierung: Juli 2008 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker