Mauritius - Insel am Wendekreis des Steinbocks
Reiseeindrücke Juni 2001
Der Norden
Der Botanische Garten von Pamplemousses gehört
zu Recht zu den Highlights von Mauritius. Der Eingang
wird von einem kunstvollen schmiedeeisernen Tor
geschmückt, das 1862 eigens nach London geschafft
und dort auf der Weltausstellung ausgezeichnet wurde.
Auf 93 ha findet man tropische Pflanzen aus Indien,
China, Philippinen.
Insbesonder die Seerose (Victoria amazonica) ist
sehr beeindruckend.
Ihre Blätter mit bis zu 1 Meter
Durchmesser können angeblich sogar ein Baby tragen.
Der Park gehört mit seinen über 500 veschiedenen
Pflanzen zu den artenreichsten tropischen Gärten auf
der Erde. Allein 80 Palmenarten -nahezu alle
existierenden- sind hier zu sehen.
In der Parkmitte steht das nicht zu besichtigende
Schlösschen Mon Plaisir, das unter Denkmalschutz
steht. Auf dem Gelände gibt es ebenfalls ein Gehege mit
Riesenschildkröten, die von der Insel Aldabra stammen.
Dem Haupteingang gegenüber befindet sich die älteste
Kirche von Mauritius St-Francois d'Assisi, die 1756
erbaut wurde. Voller Überraschung entdecken wir hinter
der Kirche das "Cafe Vienna". Im Garten des Cafes
genießen wir einen ausgezeichnetes Stück Kuchen.
Schöne lange Sandstrände findet man auf dem nahegelegenen Küstenabschnitt zwischen Petit
Gamin und Trou aux Biches. Die an den Stränden für vertretbare Preise
angebotene Fahrt mit einem Glasbottom-Boot lohnt sich.
Während der einstündigen Fahrt zum Riff sieht man
schöne Korallen und viele - manchmal auch farbenfrohe -
Fische.
Der Ort Triolet wird fast ausschließlich von Hindus
bewohnt und ist ein Zentrum des hinduistisch religiösen
Lebens.
An der Zufahrtsstrasse von Trou aux Biches
liegt der Maheswarnath-Tempel - die größte
hinduistische Tempelanlage auf Mauritius. Um den Ende
des 19. Jh. errichteten Haupttempel entstanden kleine
farbenprächtige üppig dekorierte Schreine, die Vishnu,
Shiva, Krishna, Ganesha und anderen Gottheiten
gewidmet sind.
Wer sich die Touri-Centren ansehen möchte kann einen
Abstecher nach Grand Baie machen.
Der Osten
Schöne feinsandige Strände -und natürlich eine Vielzahl
von Hotelanlagen- gibt es ebenfalls in Belle Mare.
Trou d`Eau Douce ist ein kleines, eher verschlafen
wirkendes Städtchen an einer schönen Lagune gelegen.
Von Trou d`Eau Douce aus kann man sich für 100
Rupien mit einem Boot zur vorgelagerten Insel Ile aux
Cerfs übersetzen lassen. Die Überfahrt dauert -je nach
Tide- ca. 20-30 Minuten. Dicht unter der
Wasseroberfläche sind vereinzelt Korallen zu sehen, so
dass das Boot streckenweise sehr vorsichtig manövriert
werden muss.
Zur Nachbarinsel Ile de l`Est kann man schwimmen, die
beiden Inseln trennen nur wenige Meter voneinander,
allerdings ist die Strömung hier sehr stark und natürlich
gibt es Korallen. Die Insel Ile aux Cerfs ist ein Badeparadies. Wer den
Rummel an den Bootsanlegestellen und den vom
Luxushotel Touressok betriebenen
Gastronomiebetrieben meiden möchte, der sollte an der
Ostseite der Insel lang wandern und kann herrliche
einsame Strände finden und nach schönen Muscheln
suchen. Eine Gesamtumrundung gelingt
mangrovenbedingt leider nicht, aber am Ende des
begehbaren Teils warten geschäftstüchtige Skipper auf
die müden Touristen, um diese für einen überhöhten Preis
zum Ausgangspunkt zurückzuschippern.
Auf der Küstenstraße weiter nach Osten gelangt man über einen Schotterweg
durch Zuckerrohrplantagen zu den
Mountains Bambous. Die Domain des Grands Bois, auch
Domain de Casseur genannt ist ein 2.000 ha
großer auf 300 bis 500 m Höhe liegender Naturpark. Der Park ist ein
Jagd- und Wandergebiet. Ideal auch für 4WD-Touren. Von dem Panorama-Restaurant
hat man einen phantastischen Blick auf die Lagune.
Ein Abstecher zur Domain d'Ylang Ylang ist auf jeden
Fall lohnenswert. Es gibt dort eine kleine Destillerie, in
der auf historisch anmutenden Gerätschaften
verschiedene Parfümöle -u.a. das seltene und kostbare
Ylang Ylang-Öl- hergestellt werden. Während einer
kurzen Führung wird der mühsame Produktionsprozeß
erklärt. 15.000 Ylang Ylang-Bäume wurden für die
Parfümöl-Produktion gepflanzt.
Der Gang durch die angrenzenden Pflanzungen ist sehr
interessant. Beispielsweise entdecken wir einen
Zimtbaum und wissen nun, dass Zimt von den
getrockneten Blättern dieses Baumes hergestellt wird.
Ein weiteres Naturerlebnis bietet Le Val.
In diesem
Naturpark sind neben einem Leoparden,
Riesenschildkröten und Affen auch die
unterschiedichsten Pflanzen zu sehen. Außerdem gibt
es riesige Anthurien-Gewächshäuser, Papaya-Bäume,
Kaffee-Bäume, Kressefelder, Bananen-Plantagen,
Fischzucht-Becken und vieles mehr.
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Der Süden
Die ehemalige Hafenstadt Mahebourg hat weitestgehend an Bedeutung verloren. Dennoch lohnt
sich ein kleiner Bummel durch die Stadt, in der uns fast ausschließlich Einheimische begegnen. Die Zufahrt führt
über eine Brücke, von der sich in beide Richtungen schöne Ausblicke bieten.
Südlich von Mahebourg führt die Küstenstraße zur Blue Bay mit schönen -aber schmalen- Sandstränden. Die vorgelagerte Insel Ile aux Aigrette steht unter Naturschutz. An einem winterlichen Sonntag sind hier kaum Touristen, dafür aber viele einheimische Familien, um bei einem kühlen Bad oder Picknick das Leben zu
genießen. Der Flughafen ist ganz in der Nähe. Mit etwas Glück (falls man es als solches bezeichnen möchte) kann man eine Boing 747, die direkt über der
Lagune abzuheben scheint, starten sehen.
Ein sehr schönes Naturschauspiel ist an den Felsen von Le Souffleur zu bewundern. Die Brandung ist so stark,
dass sich meterhohe Wasserfontänen an den schwarzen
Lavafelsen bilden.
Einen weiteren, aber etwas weniger spektakulären
Aussichtspunkt findet man am Cap Le Gris Gris und
dem Felsen La Roche Qui Pleure, dem weinenden
Felsen.
Der Rochester Fall, den man von Surinam erreicht, ist
zwar ebenfalls nicht besonders spektakulär, mit etwas
Glück findet man jedoch einen Guide, der einem zum
besten Blick durch ein Zuckerrohrfeld führt. Dabei wird
einem Zuckerrohrsaft gezeigt und zum Trinken gereicht.
Auch die Vorführung der Reaktion eines
Mimosengewächses ist im (selbstverständlich freiwillig
zu entrichtenden) Preis enthalten.
Die wenig touristisch erschlossene Küstenstrecke (der
Süden ist feuchter und regnerischer) bietet
unterschiedliche Einblicke. Es gibt schöne, weiße
Sandstrände und schroffe Felsformationen. Der Blick auf
Le Morne Brabant, ein fast 600 m hoher Felsen auf der
südwestlichen Halbinsel ist spektakulär.
Die Kulturlandschaft Le Morne ist ein Symbol für den Widerstand und Freiheitskampf der Sklaven, die vom afrikanischen Festland, von Madagaskar, Indien und Südostasien hierher verschifft wurden. Die Höhlen des Berges Le Morne dienten den Maroons, wie die entflohenen Sklaven genannt wurden, als Unterschlupf. Mauritius war im 18. und 19. Jahrhundert ein bedeutender Umschlagplatz für den Sklavenhandel. Ein kurzer Abstecher auf die Halbinsel lohnt sich. Es gibt schöne
Sandstrände, die vom Profil des Le Morne eingerahmt
werden. Außerdem konnten wir dem Aufbau einer neuen
Hotelanlage beiwohnen und zusehen, wie Dächer mit
Kokospalmenwedel gedeckt, Sonnenschirme geflochten
und Palmen versetzt wurden. Man konnte, da ein kleiner
Bereich schon ziemlich fertig war, schon erahnen, dass
es einmal eine ganz nette Hotelanlage werden würde.
Fährt man die Küstenstrasse weiter Richtung Norden hat
man einen schönen Blick auf die Ile aux Benitiers und
ins Landesinnere auf den Piton de la Petite Riviere Noire (828 m) - den höchsten Gipfel auf Mauritius.
Bei Grand Casa Noyale geht die Straße zum Black River
Gorges National Park ab.
Zunächst erreicht man die Chamarel-Wasserfälle, die fast 90 m tief hinabstürzen.
Etwas weiter liegt Terres des Couleurs - ein von
Wissenschaftlern nicht zu erklärendes Naturschauspiel.
Ein vegetationsloses Stück Erde, dass merkwürdig
zerklüftet ist und in verschiedenen Tönen von fast
Schwarz über Ocker bis hin zu Gelb und Rot schimmert.
Sehr beeindruckend!
Im Panorama-Restaurant "La Varangue sur Morne" kann
man bei touristischen Preisen den schönen Ausblick auf
den Le Morne Braband und die Lagunen genießen. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein Blick in die Schlucht des Black River und auf die
Alexandra-Wasserfälle.
Der Black River Gorges National Park steht unter
Naturschutz. Hier gibt es ursprünglicher Urwald zu sehen.
Unsere von Le Petrin aus geplante -und für
diesen fast wolkenfreien Tag optimale Wanderung-
verläuft aufgrund (wie könnte es auch anders sein)
fehlender Ausschilderungen eher unbefriedigend. Ein
kurzer halsbrecherischer Abstecher in den
ursprünglichen Wald gibt uns einen kleinen Einblick in
die vielfältige Vegetation.
Einen weiteren Halt machen wir am Grande Bassin.
An diesem heiligen See (da einer Sage nach
Gangeswasser hierher transportiert worden sei) der
Hindus finden im Februar und März Zeremonien statt,
die wir nur schwerlich erahnen können. ![]()
Der Westen
Aus dem Osten kommend fährt man am schnellsten über Quartier Militaire nach Westen. Bei einem kleinen Abstecher nach Curepipe kann man den erloschenen 85
m tiefen Krater mit einem Durchmesser von 200 m
besichtigen. Wer allerdings einen spektakulären
Vulkankrater erwartet, ist hier falsch aufgehoben. Der
Krater wirkt eher wie ein grüner, kleiner Talkessel.
Angeblich ist der Krater mit dem noch aktiven Piton de la
Fournaise auf Reunion verbunden. Sollte dieser einmal
verstopfen, könnte es auch auf Mauritius wieder zu
Vulkanausbrüchen kommen (allerdings erst in Hunderten
von Jahren). Schön ist der Ausblick von der Aussichtsplattform auf die
Westküste.
Die angeblich an Hong Kong erinnernde Hauptstadt Port
Louis liegt, von Bergen eingerahmt, an der Westküste.
15 Prozent der Mauritianer leben in dieser kontrastreichen
Stadt. Einige wenige, moderne Hochhäuser sind
umgeben von zum Teil sehr stark verfallenen
kreolischen Häusern.
Auch wenn es wenige Baudenkmäler gibt, sollte man einen kurzen Stadtrundgang machen, um einen Eindruck vom Leben der Einheimischen zu gewinnen. Ein Parkhaus ist an der Caudan Waterfront zu finden. Das Gebäude erinnert an einen ehemaligen Speicher - die spiralförmigen Rutschen (vermutlich um Ware direkt auf einen darunterstehenden LKW zu laden) unterstreichen diesen Eindruck.
Von der neu angelegten Caudan Waterfront gelangt
man durch eine Unterführung in den lebhaften Teil der
Stadt auf der anderen Straßenseite. Die Stadt ist
angereichert mit vielen kleinen Läden, die zum größten
Teil wenig einladend sind.
In den Markthallen bietet sich ein turbulentes Bild. Angeboten werden Gemüse- und Obstsorten, Gewürze, Korbwaren, Stoffe, Textilien und sehr viel Schnickschnack, der uns schon bei anderen Touri-Sites begegnet ist. In der Nebensaison sind zwar kaum Touristen zu sehen - aber man scheint darauf bestens vorbereitet zu sein. Leider wird man natürlich auch direkt als Tourist erkannt und ständig dazu animiert, die angebotenen Waren näher zu betrachten oder gar zu kaufen.
Das angrenzende Chinesenviertel ist einen
kurzen Besuch wert. Überraschenderweise befindet sich im
chinesischen Viertel die Jummah-Moschee, das religiöse
Zentrum der 200.000 Mauritianer islamischen Glaubens.
Die langen Sandstrände entlang der Südwestküste sind
sehr einladend. Ein kurzer Abstecher nach Flic en Flac,
um die breiten Strände in der lauen Lagune zu
erkunden, lohnt sich. Es ist eine weitere -noch
überschaubare- Touristenregion auf Mauritius. Hier
haben wir das Glück, einer Sonnenfinsternis (zumindest
80%) zuzusehen. Die Sonne glich einer Banane.
Im weiter nordwestlich gelegenen Casela Bird Park sind
1.500 Vögel (150 Arten) zu sehen. Es ist ein sehr schön
gelegener und angelegter Park. Bengalische Tiger,
Strauße, Wallabies, Riesenschildkröten, Affen und
vieles mehr sind zu bewundern. Auch die vom Aussterben
bedrohte mauritianische Pink Pigeon (Rosa Taube) ist
zu sehen.
Die Baie du Tamarin ist ein Paradies für Surfer und
Wellenreiter. Durch die vorgelagerten Korallenriffe und
die trichterförmige Bucht rollen riesige Wellen herein.
In
Tamarin dient eine riesige Fläche der Salzgewinnung.
Aufgrund der extrem niedrigen Niederschlagsmengen ist
die Küste für die Anlage von Verdunstungsbecken ideal.
Auf dem großzügigen Gelände türmen sich meterhohe
Salzberge.![]()
Allgemeines zu Mauritius
Geographische Lage
Im indischen Ozean, ca. 900 km östlich von Madagaskar
liegt zwischen dem 20. und 21. Breitengrad die
Inselgruppe der Republik Mauritius. Mit 1865 qkm (ca.
64 km lang und 47 km breit) ist Mauritius -obwohl
touristisch weiter erschlossen- um etwa 30 % kleiner als
La Reunion.
Geschichte
Mit der Inbesitznahme durch Niederländer wurde 1638
auf Mauritius die Plantagenwirtschaft und damit
verbunden die Sklaverei eingeführt. Die benötigten
Arbeitskräfte wurden auf den Sklavenmärkten von
Mosambique, Sansibar und den Komoren gekauft. Im
18. Jh. übernahmen die Franzosen die Kolonie. Mit der
Übernahme der Verwaltung durch die britische Krone
und die Abschaffung der Sklaverei wurden als Ersatz
indische Lohnarbeiter nach Mauritius gebracht.
Die englische Herrschaft währte von 1810 bis zur
Unabhängigkeit 1968. 1992 wurde die Republik
Mauritius gegründet.
Bevölkerung
Rund 70 % der rund 1,1 Mio. Mauritianer ist indischer
Abstammung und gehört überwiegend dem Hinduismus
sowie zu einem kleinen Teil dem Islam an.
Die Kreolen (ca. 300.000) -Nachkommen europäischer
und afrikanischer Einwanderer - sowie die
Francomauritier (ca. 20.000) sind römisch-katholisch.
Die Mauritier chinesischer Herkunft (ca. 30.000) sind
Buddhisten.
Sprache
Neben der Amtssprache Englisch wird auf Mauritius
Creole -ein vom Französischen abstammendes Idiom-
gesprochen. Französisch gilt als Sprache der
französischen Oberschicht.
Klima
Das Klima auf der Insel ist tropisch mit regionalen Unterschieden. Die
flache Nordspitze ist regenarm wohingegen die höheren
Regionen und der Süden häufig von Regenwolken
eingehüllt sind. Das ganze Jahr über weht eine
gleichmäßige Brise aus Südosten. In den Monaten
Januar bis März wird der Indische Ozean von Zyklonen
heimgesucht.
Der mauritianische Winter mit Tagestemperaturen von
25 Grad Celsius ist Nebensaison und stellt sich als
äußerst angenehme Reisezeit dar, zumal die tropischen
Niederschläge im Juni wesentlich geringer sind als in der
Hauptsaison. Einige Eingewöhnungszeit bedarf es
zugegebenermaßen, in Deutschland die sich annähernden
längsten Tage genossen zu haben und die
Tagesaktivitäten nun auf die Zeit von 6:00 bis 18:00 Uhr (mauritianischer Sommer: 5:00 bis 19:00 Uhr) zu
beschränken. An der stürmischen Ostküste in Trou d'Eau Douce
verbringen wir die lauen Winterabende bei 20 Grad
Celsius mit einem Sweatshirt auf dem Appartement-Balkon und genießen den Blick aufs Meer.
Landschaft
Mauritius ist fast komplett von Korallenriffen umgeben,
die die Wucht der Brandung Hunderte von Metern vor
der Küste brechen und seichte Lagunen bilden. Ursprünglich war Mauritius von dichtem tropischen
Regenwald bewachsen, in dem sich riesige Harthölzer
von hervorragender Qualität befanden. Leider wurde
Raubbau mit Eintreffen der Niederländer auf Mauritius
betrieben.
Nachdem die alten Ebenhölzer abgeholzt
waren, pflanzte man Nutzhölzer und Zierpflanzen, die
aus Indien, Indonesien, Kenia, Madagaskar und anderen
afrikanischen Ländern stammten. Die meisten
Gewächse, die heute auf Mauritius zu finden sind, sind
eingeführt worden. 4 % der Landfläche stehen
mittlerweile unter Naturschutz. In den Nationalparks
versucht man die ursprüngliche Vegetation zu erhalten
und aufzuforsten.
Wirtschaft
Etwa 50 % der Gesamtoberfläche (80 % der Nutzfläche)
von Mauritius wird von Zuckerrohr, dem wichtigsten
Devisenbringer, bedeckt -auch weil diese Pflanze den
Zyklonen standhält.
Weitere Devisen werden durch die
Fabrikation von Textilien und den Tourismus erbracht.
Die Arbeitslosenquote liegt bei nur 2,5%.
Der Großteil der benötigten Waren muss importiert
werden. Gerade mal der Kartoffelanbau sowie einige
andere Gemüsesorten und Tee reicht mittlerweile für die
mauritianische Bevölkerung. Auch die Geflügelzucht ist
erfolgreich, wohingegen der Fischfang gerade einmal ein
Fünftel des Bedarfs deckt.
Nahezu ein Viertel des Gesamtimports besteht aus
Nahrungsmitteln, sogar das Grundnahrungsmittel Reis
sowie Milch und Mehl müssen teuer importiert werden.
Unterkunft
Wir haben uns für ein Appartement in Trou d'Eau
Douce, im windigen Osten von Mauritius gelegen,
entschieden. Das Appartement, das wir über das
Internet gebucht haben, ist mal wieder eine äußerst
positive Überraschung. Die ausgepriesenen 70 qm
erscheinen uns wesentlich größer. Es ist nett und
praktikabel eingerichtet, die zwei Balkone -einer für das
sonnige Frühstück, einer für den plätschernden
Meerblick- sind genial.
Vor Ort-Erfahrungen
Der Lebensmitteleinkauf stellt sich als
mühselig heraus, da es in Trou d'Eau Douce nur kleine
"Tante Emma"-Läden gibt, die alle in etwa das Gleiche
zu bieten haben. An frische Milchprodukte, Backwaren,
Fleisch oder Fisch ist nicht zu denken. Dafür stapeln
sich Konservendosen in den Regalen. Alle uns
bekannten Produkte scheinen einen dreifachen Touri-
Aufschlag zu haben. Zum Glück finden wir noch einen Gemüsestand, wo wir uns u.a. mit herrlich leckeren
Papayas und Ananas versorgen. Einen
größeren Supermarkt gibt es in Grand Baie -die Preise
sind dem touristisch stark erschlossenen Norden der
Insel angepasst. Verhungern mussten wir
glücklicherweise nicht, denn in Trou d'Eau Douce gibt es
bei Chez Tino - gute kreolische Hausmannskost zu
günstigen Preisen.
Autofahren auf Mauritius ist eine wahre
Herausforderung. Abgesehen davon, dass ein
Mietwagen der kleinsten Kategorie (der vorher nie
gehörten vermutlich malaischen Marke Kancil) für
normalwüchsige Europäer eine Zumutung ist (da sich
der Fahrersitz nur sehr eingeschränkt nach hinten
schieben lässt, sitzt man mitunter wie ein "Affe auf einem
Schleifstein" hinter dem Lenkrad) herrscht auf Mauritius
Linksverkehr. Laut unserem Reiseführer gibt es (nur)
100.000 Fahrzeuge auf Mauritius - diese scheinen
jedoch ständig im Einsatz zu sein oder stehen parkend
an der schmalen Hauptstrasse. Gehsteige gibt es so gut
wie keine, so dass die schmalen Strassen zusätzlich von
der einheimischen Bevölkerung genutzt werden. Bei
einem Schwätzchen auf der Strasse scheinen die
vorbeifahrenden Autos nicht zu stören. Neben
schlechten Straßenzuständen fehlen auch die
halsbrecherisch fahrenden Motorroller nicht. Ohne Hupe
(übrigens das erste, was uns vom Mietwagenverleiher
gezeigt wurde) sollte man sich erst gar nicht hinter das
Lenkrad setzen. Zu Bemängeln ist ebenfalls die mehr als
unzureichende Beschilderung. Wenn es Schilder gibt,
sind diese in der Regel verblichen, versteckt oder
schlichtweg irreführend. Es gibt zwar nicht sehr viele
Straßen auf Mauritius, dennoch sind diese auf der Karte
des Mietwagenverleihers nicht immer ganz korrekt
eingezeichnet. Also - eine wahre Herausforderung!
Trotzdem möchten wir diese Fahrten nicht missen.
Wir fuhren über schmale Straßen, die von
beiden Seiten von bis zu 2,5 m hohem Zuckerrohr
eingezäunt sind. Werden die Blüten des Zuckerrohrs von
der Sonne angestrahlt, so leuchten diese silbern. Oftmals
kommen uns Fahrrad- oder Roller-Fahrer entgegen
(oder müssen überholt werden), die mit Zuckerrohr hoch
beladen sind. ![]()

Letzte Aktualisierung: September 2001 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker
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