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Tschechien / Österreich

Ende März 2004

Mittelböhmen: Prag
Österreich: Linz - Bad Blumau (Steiermark) - Graz
Südböhmen: Krumau (Cesky Krumlov) - Budweis - Schloss Frauenberg (Hluboka) - Pilsen
Westböhmen: Marienbad - Karlsbad

 

Freitag 19. März 2004 - Prag

Einige Hotelgutscheine, die wir noch bis Ende April einlösen müssen, nehmen wir zum Anlass, einmal das nahe gelegene Tschechien zu erkunden. Entgegen vieler wohlgemeinter Ratschläge fahren wir selbstverständlich, als glückliche Besitzer eines Firmenwagens, mit dem eigenen Auto.

Unser erstes Ziel ist ein Hotel in der Nähe von Prag. Bis Dresden kommen wir relativ zügig voran und überqueren die Grenze bei Altenberg. Auf tschechischer Seite erwarten uns leider nur noch -mehr oder weniger gut ausgebaute- Landstraßen. Von dem reichhaltigen Angebot im Bereich des horizontalen Gewerbes werden wir kurz hinter der Grenze überrascht. In rot erleuchteten Schaufenstern kann man leicht bekleidete Mädchen bewundern.

Für die gut 300 km von Berlin aus benötigen wir fast fünf Stunden. Das Hotel S.E.N. in Senohraby*****, ca. 30 km südöstlich von Prag erreichen wir Dank der guten Wegbeschreibung problemlos. Das „imposante, weiße Schloss“ entpuppt sich entgegen der schönen Beschreibung im Prospekt leider eher als mäßiges Kongresshotel. Entsprechend steril ist die Zimmerausstattung und auch die immerhin drei zur Auswahl stehenden Restaurants versprühen nicht gerade eine einladende Atmosphäre.

 

Samstag, 20. März - Prag

UNESCO WeltkulturerbeHeute fahren wir nach Prag, wo maßgeblich europäische Geschichte geschrieben wurde. Ausgelöst durch den Prager Fenstersturz begann der Dreißigjährige Krieg, der ganz Europa in ein Schlachtfeld verwandelte. Die Stadt hat eine Fülle an Kunstschätzen zu bieten und wurde 1992 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

In der Nähe der Karlsbrücke finden wir ein Parkhaus und besichtigten nun zunächst die alte, 516 m lange Moldaubrücke aus dem 14. Jh. Die 31 Heiligenskulpturen, die das Wahrzeichen Prags schmücken, wurden ab Ende des 17. Jh. von Jesuiten ergänzt. 25 Statuen wurden von tschechischen Barockkünstlern, inspiriert von Berninis Statuen auf der römischen Engelsbrücke, geschaffen.

Prag / Karlsbrücke
Prag - Karlsbrücke

Anschließend besteigen wir den Altstädter Brückenturm und haben von hier oben einen wunderbaren Blick auf die Prager Burg „Hradschin“, die auf einem Hügel auf der gegenüberliegenden Moldauseite thront.

Als nächstes schlendern wir zum Altstädter Ring. Der Marktplatz ist umsäumt von schönen Beispielen städtischer Baukunst. Hauptattraktion des Rathauses ist die astronomische Uhr, die stündlich ein Glockenspiel zu bieten hat.

Die Teynkirche ist leider geschlossen, so dass wir sie leider nur von Außen besichtigen können. Vor der Teynkirche wurde ein Denkmal zu Ehren des tschechischen Helden Jan Hus errichtet, das den Platz nicht wirklich schmückt.

Am Ostrand des Platzes steht das großartige Rokokopalais Kinsky, im 19. Jh. war neben dem Deutschen Gymnasium das Kurzwarengeschäft von Franz Kafkas Vater hierin untergebracht. Auch das „Haus zur steinernen Glocke“ genießt unsere Aufmerksamkeit, erst 1970 wurde die barocke Fassade entfernt und der honigfarbene Kalkstein des 14. Jh. freigelegt.

In der Sonne sitzend stärken wir uns in einem Restaurant auf dem Altstädter Ring (wir sind überrascht wie günstig selbst an einem solchen Touristenmagnet die Preise sind). Anschließend laufen wir noch etwas durchs jüdische Viertel. Die jüdischen Einrichtungen sind am heutigen Samstag selbstverständlich geschlossen.

Wir nehmen uns vor, noch einmal ein ganzes Wochenende in Prag zu verbringen und fahren zurück zum Hotel.

Sonntag, 21. März 2004 - Linz

Am nächsten Morgen fahren wir direkt weiter nach Linz in Österreich. Die Touristeninfo vermittelt uns ein uriges Hotel direkt am Hauptplatz der Altstadt, unser ruhiges Zimmer erreichen wir über einen Innenhof-Verbindungsgang. Es hat den Anschein, als wurde das Hotel erweitert, in dem man nebenstehende Häuser integriert hat.

Linz
Linz - Altstadt

Linz hat eine wunderschöne Altstadt, was schon der Hauptplatz, der von der überragenden Dreifaltigkeitssäule geschmückt wird, erkennen lässt. Der Linz City Express fährt uns an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbei und gibt uns einen kleinen Einblick in die Stadtgeschichte.

Natürlich lassen wir es uns nicht entgehen, in einem netten Café eine Original Linzer Torte zu essen. Für eine Besichtigung des Linzer Kunstmuseum am Donauufer fehlt uns leider die Zeit. Dafür bewundern wir abends den blau erleuchteten Glasbau.

 

Montag, 22. März 2004 - Dienstag 23. März 2004 - Bad Blumau (Steiermark)

Heute geht es weiter nach Bad Blumau, 50 km von Graz entfernt. Die Entfernung haben wir ehrlicherweise ein wenig unterschätzt, doch wir wollten es uns nicht entgehen lassen, einmal in dem von Friedensreich Hundertwasser gestalteten Hotel zu übernachten und werden nicht enttäuscht. Die großzügig angelegte Hotel- und Thermenanlage liegt eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft der Steiermark.

Rogner Bad Blumau
Rogner Bad Blumau

Erst Anfang der 1990 wurde in Blumau eine 36 Grad warme Schwefelquelle entdeckt und Blumau damit zum Bad. Dem Hotelier Rogner gelang es, Hundertwasser für das Thermenhotel-Projekt zu gewinnen und so wurde 1997 der erste Teil des „Rogner Bad Blumau“ *****-Hotel & Spa eröffnet.

Hier lassen wir uns zwei Tage so richtig verwöhnen, das schlechte Wetter stört uns hierbei überhaupt nicht. Ohne Weiteres hält man es hier eine Woche aus, denn das Freizeit- und Fitness-Angebot ist groß.

 

Mittwoch, 24. März 2004 - Graz - Krumau

UNESCO WeltkulturerbeNach dem leider nur kurzen Abstecher geht es heute zurück nach Tschechien. Einen kurzen Halt machen wir noch in der 2003er Kulturhauptstadt von Graz, seit 1999 UNESCO Weltkulturerbe. Auf unserem kleinen Bummel durch die Altstadt bewunden wir prächtige Fassaden. Über den „Mursteg“ gelangen wir zum Schlossbergplatz. Ein Aufzug bringt uns auf den Schlossberg, wo wir im Schneeregen auf die Stadt an der Mur herabblicken.

Auffällig ist das neu eröffnete, futuristische Grazer Kunsthaus, was von oben betrachte aussieht, als hätte es Saugnäpfe. Nicht weniger futuristisch ist das neue Wahrzeichen der Stadt, die 2003 eröffnete Murinsel – eine schwimmende Muschel, die über zwei Stege mit beiden Murufern verbunden ist und ein Café und ein kleines Amphitheater beherbergt.

Graz Kunsthaus
Kunsthaus in Graz

Bei Schneeregen fahren wir weiter nach Südböhmen. Leider haben wir etwas unterschätzt, dass Ende März doch noch Schnee fallen kann und einige Passstraßen mit Sommerreifen nicht ganz einfach befahrbar sind.

UNESCO WeltkulturerbeAngespannt aber dennoch wohlbehalten kommen wir in Cesky Krumlov (Krumau) an und werden von der mittelalterlichen Stadt (UNESCO Weltkulturerbe seit 1992) sehr überrascht.

Das *****Hotel Ruze, ein ehemaliges Jesuitenkloster aus dem 16. Jh., liegt mitten in der Altstadt. Das stilecht eingerichtete Hotel –selbst das Personal trägt Renaissance-Kostüme- in dem historischen Gebäude gefällt uns sehr gut. Abends speisen wir – leider alleine – bei Kaminfeuer in dem ritterlichen Speisesaal.

 

Donnerstag, 25. März 2004 Krumau

Trotz Schneeregen beginnen wir am nächsten Morgen mit der Erkundung von Krumau, dessen Altstadtkern die Moldau einrahmt. Das gut erhaltene mittelalterliche Stadt-bild wird geprägt von einer Vielzahl unterschiedlichster, und zum größten Teil schön restaurierter Häuserfassaden. Überragt wird die Stadt von der auf einem Felsen gebauten Burg Zámek. Leider ist eine Besichtigung nicht möglich, da die Saison erst im April beginnt.

Krumau (Cesky Krumlov)
Krumau (Cesky Krumlov)

Die Mutter des Künstlers Egon Schiele stammt aus Krumau. Im Egon Schiele Art Centrum sind ein paar Werke des Künstlers, der 1910 und 1911 zwei Jahre hier gelebt hat, ausgestellt. Ferner sehen wir erstmalig Arbeiten des österreichischen Künstlers Alfred Kubin sowie des tschechischen Künstlers Karel Hlavacek, deren expressionistischen Werke uns sehr gut gefallen. Am späten Nachmittag haben wir uns im hoteleigenen kleinen Spa-Bereich preisgünstige Rückenmassagen gegönnt, bevor wir am Abend wieder im Rittersaal speisten, diesmal zwar ohne Kaminfeuer, dafür aber in Gesellschaft eines anderen Paares.

 

Freitag, 26. März 2004 Budweis - Schloss Frauenberg (Hluboka) - Pilsen - Marienbad

Auf unserem Weg nach Westböhmen lassen wir uns es natürlich nicht entgehen, den beiden Städtchen Budweis und Pilsen einen Besuch abzustatten.

Mit 100.000 Einwohnern ist Budweis die einzige Großstadt in Südböhmen, dementsprechend enttäuschend ist der erste Eindruck der Stadt. Sehr gut gefällt uns der große Marktplatz in der Altstadt, der von prächtigen Renaissance- und Barockhäusern sowie umlaufenden Arkaden gesäumt wird.

Ein Abstecher zum Schloss Frauenberg (Hluboka), das 1840-1871 nach dem Vorbild von Schloss Windsor umgebaut wurde, lohnt sich auf jeden Fall, obwohl uns ein näherer Einblick verwehrt wird, da auch hier die Saison erst im April beginnt.

Schloss Fauenberg / Hluboka
Schloss Frauenberg (Hluboka)

Pilsen, die Hauptstadt Westböhmens, hat einen sehr schönen Altstadtkern mit zahlreichen Renaissance- und Barockhäusern. Besonders gut gefällt uns das Renaissance-Rathaus am Marktplatz.

Die Neue Synagoge (drittgrößte der Welt, zweitgrößte Europas), die 1892 im maurisch-romanischen Stil erbaut wurde, können wir leider nur von Außen besichtigen.

Auch die Führung „Pilsen von unten“ durch die Altstadt-Katakomben bleibt uns verwehrt, statt dessen besichtigen wir das Pilsener Urquell-Museum und haben dadurch zumindest einen kleinen Einblick in die Unterwelt Pilsens.

In der ältesten Pilsener Bierhalle „Salzmannu“ (1637) trinken wir selbiges, leider bei denkbar schlechtem Essen und Service.

In Marienbad finden wir ein Zimmer im zentral gelegenen Hotel Belvedere und haben von hier aus einen guten Blick auf die Altstadt. Der größte Teil der üppigen Villen und Hotels sowie die prächtigen Kolonnaden wurde bereits aufwändig restauriert. Wasser der verschiedenen Quellen der Stadt kann man an der Hauptpromenade kosten, der „gesunde“ Geschmack ist teilweise gewöhnungsbedürftig.

 

Samstag, 27. März 2004 Karlsbad

Bevor wir am nächsten Tag die Rückfahrt antreten, fahren wir noch ins ca. 50 km entfernte Karlsbad.

Die Stadt hat sich ihren mondänen Charme bewahrt (bzw. wieder hergestellt). An der ca. 2 km langen, herrlichen Promenade reihen sich aufwändig restaurierte Villen und Kolonnaden aneinander.

Karlsbad
Karlsbad

Der Betonbau des Kursanatoriums Thermal wirkt dagegen sehr störend und auch der angeblich originellen Innenkonzeption können wir nichts abgewinnen. Der moderne Bau der Sprudelkolonnade, in der sich die Quelle Nr. 1 befindet - eine heiße Fontäne, deren Strahl einige Meter hochschießt - sagt uns ebenso wenig zu. Insgesamt gefällt uns Karlsbad jedoch sehr gut.

Letzte Aktualisierung: April 2004 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker
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