Island - Feuer und Eis
Rundreise mit dem Geländewagen durch ein Land der Kontraste

Island - Schnee bedeckte Vulkanlandschaft

August 2014

Reiseziele
11.08.2014Keflavík - Kerið - Goldener Zirkel: Þingvellir, Geysir, Gullfoss - Laugarvatn
12.08.2014Hekla - Hjálparfoss - Þjóðveldisbær - Naturschutzgebiet Fjallabak - Landmannalaugar
13.08.2014Þjórsárdalur - Stöng - Schlucht Gjáin - Haífoss - Fluðir - Thermalbad Gamla Laugin
14.08.2014Hochlandpiste Sprengisandur - Oase Nýidalur - Laugafell - Akureyri
15.08.2014Goðafoss - Mývatn See - Solfaterenfeld Námaskarð - Krafla-Gebiet - Grenjaðarstaður
16.08.2014Húsavík - Tjörnes - Nationalpark Jökulsárgljúfur - Ásbyrgi - Dettifoss
17.08.2014Hochlandpiste Öskjuleið - Askja - Wasserkraftwerk Kárahnjúkavirkjun - Laugarfell
18.08.2014Snæfell – Gletschergebiet Eyjabakkar - Hengifoss
19.08.2014Ostfjorde - Seiðisfjörður - Reyðarfjörður - Stöðvarfjörður - Djúpivogur
20.08.2014Hvalness Nature Reserve - Höfn - Jökulsárlón - Kirkjubæjarklaustur
21.08.2014Skeiðarársandur - Nationalpark Skaftafell - Svínafellsjökull - Núpsstaður
22.08.2014Eldhraun - Hjörleifshöfði - Vik - Kap Dyrhólaey - Skógafoss - Hvolsvöllur
23.08.2014Geothermalkraftwerk Hellisheiði - Reykjavík
24.08.2014Reykjanes - Krýsuvík - Bláa Lónið - Brücke zwischen den Kontinenten

 

Montag, 11.08.2014: Keflavík - Hveragerði - Kerið - Goldener Zirkel – Laugarvatn

Nach einem etwa 3,5 stündigen Flug sind wir um 00.10 h Ortszeit auf dem Internationalen Flughafen in Keflavík gelandet. Für uns ist es aufgrund der zweistündigen Zeitverschiebung allerdings bereits 02:10 h. Nach der Mietwagenübernahme und Bargeldabholung machen wir uns auf zum Hotel. Das Hotel Keilir liegt erfreulicherweise nur etwa drei Kilometer entfernt in Keflavík. So bekommen wir noch ein paar Stunden Schlaf, bevor wird unsere Rundtour beginnen.

Kevlavik_hafen_island
Hafen von Keflavik

Sonnenschein und Meeresblick begrüßen uns am Morgen. Das Hotel liegt direkt am Meer und bietet einen schönen Blick auf die Küstenlinie. Nach einer kurzen Besichtigung des kleinen Yachthafens von Keflavík beginnen wir unsere Tour. Den Plan, zunächst ein paar Lebensmittel einzukaufen, müssen wir wieder verwerfen, Supermärkte öffnen erst um 10:00 h.

Ein kurzer Abstecher gilt dem Wikingermuseum in Reykjanesbær, das aber ebenfalls noch geschlossen hat. Die Hauptattraktion von Vikingworld (www.vikingaheimar.is/en) ist ein großes Wikingerschiff, dass auf Basis eines Modells aus dem 9. Jahrhundert mit den gleichen Materialien und Methoden, wie sie die Wikinger nutzten, 1996 nachgebaut wurde und mit dem eine Atlantiküberquerung erfolge. Erfreulicherweise können wir dieses durch die großen Scheiben bewundern.

Zunächst fahren wir in Richtung Reykjavík und biegen später auf die Ringstraße (Straße Nr. 1) in Richtung Süden ab. Über den Bergpass Hellisheiði erreichen wir Hveragerði. Die ersten Vulkanlandschaften tauchen auf. In der Ferne steigen ab und an Dampfwolken auf und ein leichter Schwefelgeruch zeugt von geothermischen Aktivitäten. Der kleine Ort Hveragerði mit seinen vielen Treibhäusern ist ein Zentrum des Gemüse- und Obstanbaus. Zum Betreiben wird die geothermische Energie genutzt.

Wenige Kilometer hinter dem Ort biegen wir auf die Straße Nr. 35 ab, um unsere "Goldene Zirkel Tour" zu beginnen. Einen lohnenswerten Abstecher bietet Kerið.

Maar Kerið
Maar Kerið

Das Maar Kerið und die Asche- und Schlackenkegel gehören zum kleinsten Vulkansystem des Landes, Grimsnes, das nur 12 km lang und 4 km breit. ist. Der kleine Vulkankegel bietet ein farbenfrohes Schauspiel. Die Kraterränder sind teilweise grün bewachsen und bilden einen schönen Kontrast zur schwarzen und roten Lava. Dazu erstrahlt der kleine Vulkansee in einem leuchtenden Blau.

Der ehemaliger Bischofssitz Skálholt mit seiner überdimensioniert wirkenden Kirche ist ein wichtiges kulturelles und politisches Zentrum des Landes. Interessant ist das nebenstehende Gebäude im historischen Stil mit bewachsenem Dach.

Der kleine Ort Reykholt ist ebenfalls für seinen Blumen- und Gemüseanbau bekannt. Die Himbeeren, die wir hier erstehen, schmecken köstlich.

Langsam erreichen wir den Goldenen Zirkel, wie das Gebiet von Þingvellir, Geysir und Gullfoss genannt wird. Am Fuß des Hochlandes liegt Gullfoss, der „Goldene Wasserfall“, der in zwei Stufen in den Canyon des Gletscherflusses Hvítá 32 m tief hinabstürzt. Die gewaltigen Wassermassen, die unter lautem Donnern in die Tiefe stürzen, bieten einen spektakulären Anblick. In der Ferne kann man das weiß leuchtende Eis des Gletschers Langjökull erspähen.

Wasserfall Gullfoss - Goldener Zirkel - Island
Wasserfall Gullfoss - Goldener Zirkel - Island

Nach einem idyllischen Picknick an einem Flusslauf erkundigen wir das Geothermalgebiet Haukadalur. Neben dem bekannten Stokkur-Geysir, der in unregelmäßigen Abständen Wasser in einer 25 - 35 m hohen Fontäne ausspuckt, gibt es weitere heiße Quellen, die in bunten Farben leuchten. Von einem Aussichtspunkt hat man einen schönen Blick auf das Gebiet.

Stokkur-Geysir - Geothermalgebiet Haukadalur
Stokkur-Geysir - Geothermalgebiet Haukadalur

Der Stóri-Geysir gilt als Namensgeber für diese Art von Springquellen, die in anderen Teilen der Welt erst im 19. Jahrhundert bekannt wurden. Etwas weiter die Schotterpiste entlang besichtigen wir eine schöne kleine Holzkirche mit dazugehörigem etwas morbidem Friedhof.

Nachdem wir in Laugarvatn unser Quartier im Hotel Edda bezogen haben und im nebenliegenden Cafe/Restaurant Lindin mit einem Cappuccino die Lebensgeister mobilisiert haben, schließen wir die Goldene Zirkel Tour ab. Über den Bergpass Lyngdalsheiði führt die Straße Nr. 365 zum See Þingvallavatn im Nationalpark Þingvellir.

See Þingvallavatn im Nationalpark Þingvellir
See Þingvallavatn im Nationalpark Þingvellir
UNESCO Weltkulturerbe

Þingvellir ist historisch sowie geologisch hochinteressant. Dort wurde angabegemäß im Jahre 930 das erste demokratische Parlament der Welt ausgerufen. Das Gebiet liegt außerdem mitten auf dem atlantischen Rücken, so dass praktisch „beobachtet“ werden kann, wie die Eurasische und Amerikanische Kontinentalplatten auseinanderdriften. Kilometerlange Spalten, von Nordosten nach Südwesten verlaufend, prägen die Gegend inmitten des 50 qkm großen Nationalparks. Der Graben ist die Fortsetzung des mittelatlantischen Rückens. Bereits 1930 wurde das Gebiet zum Nationalpark erklärt und 2004 in die UNESCO Welterbe-Liste aufgenommen.

Vom Aussichtspunkt Hakið hat man einen fantastischen Blick auf die Seenlandschaft und die schroffen Felsen. Der Weg führt durch die Almännerschlucht, deren steile Basaltwände bis zu 40 m hoch sind. Bevor wir zurück fahren genießen wir noch die idyllische Atmosphäre am See. Einige Angler versuchen hier ihr Glück.

Auf dem Rückweg fahren wir in eine kleine Straße in Richtung Laugarvatnshellir. Zwei kleine Lavahöhlen, die heute Schafen als Unterschlupf dienen, wurden ebenfalls für einige Zeit im Jahre 1911 und 1918-1922 von Menschen als Behausung genutzt. Für uns nahezu unvorstellbar.

Die kleine Ortschaft Laugarvatn liegt direkt am See Laugarvatn. Bekannt ist der Ort auch wegen seines natürlichen Dampfbads, der Laugarvatn Fontana. Aufsteigender Dampf zeugt von der geothermalen Energie.

Abends speisen wir im Restaurant Lindin, das eine akzeptable Qualität bietet, anlässlich des internationalen Lebenslaufs des Betreibers aber mehr erwarten ließ. zurueck


Dienstag, 12.08.2014: Hekla - Hjálparfoss - Þjóðveldisbær - Naturschutzgebiet Fjallabak - Landmannalaugar

Unsere heutige Tagesetappe führt uns weiter durch das südliche Hochland. Das große Hekla-Massiv (1.491 m hoch) ragt mit seinem teilweise schneebedeckten Gipfel aus der Lavalandschaft empor. Wir folgen der Straße Nr. 32 und haben von einem Aussichtspunkt einen fantastischen Blick auf den vier Kilometer langen Bergrücken des aktivsten Vulkans Islands.

Vulkan Hekla - Island
Fluss Pjórsá - Vulkan Hekla

Die Strecke verläuft idyllisch am Fluss Pjórsá entlang. Kurz hinter der Brücke über die Fossá führt ein Abzweig zum zweigeteilten Wasserfall Hjálparfoss. Von Basaltsäulen eingerahmt stürzt sich der durch einen großen Felsen gespaltene Fluss etwa 20 m in die Tiefe, bevor er sich wieder vereint. Ein tolles Naturschauspiel und ein herrlicher Platz zum Verweilen.

Wasserfall Hjálparfoss
Wasserfall Hjálparfoss

Ganz in der Nähe auf dem Weg zum Kraftwerk Burfell liegt Þjóðveldisbær. Bei diesem Gehöft handelt es sich um einen Nachbau des in der Nähe gelegenen Hofes Stöng. Bei einem Ausbruch des Vulkans Hekla im Jahre 1104 wurde im Umkreis von 100 km sämtliche Besiedlung verschüttet. Ein kleines Museum bietet Einblick in das Leben der Siedler vor etwa 900 Jahren, die beispielsweise Käse hergestellt und gewebt haben. Besonders interessant ist die Bauweise mit einem Gras bewachsenen Dach und Wänden aus Erde bzw. Grasnarben.

Þjóðveldisbær - Gehöft aus der Winkingerzeit (Stöng-Nachbau)
Þjóðveldisbær - Gehöft aus der Winkingerzeit (Stöng-Nachbau)

Von einer Besichtigung des Wasserkraftwerkes Burfell sehen wir ab und fahren stattdessen weiter auf der Straße Nr. 32. Die Landschaft wird immer karger. Einige Kilometer hinter Hrauneyjar, dem Service-Center der Region (Straße Nr. 26) mit einer Tankstelle und Verpflegungsmöglichkeiten, biegen wir ab in die F 208. Diese Hochlandstraße ist nur mit einem Allradfahrzeug befahrbar und führt durch eine faszinierende, karge Lavalandschaft durch das Naturschutzgebiet Fjallabak. Aufgrund der vielen Flüsse und Seen gibt es immer wieder grüne Plätze und Hänge.

Ein kurzer Abstecher gilt dem kleine Maar Blautaver, das, eingerahmt von hohen Kraterwänden, strahlend blau leuchtet.

Maar Ljótipollur - Naturschutzgebiet Fjallabak
Maar Ljótipollur - Naturschutzgebiet Fjallabak

Eine weitere nummernlose Piste führt zum Maar Ljótipollur, einem Explosionskrater mit einem Durchmesser von 1 km. Ein toller Picknickplatz mit Blick auf das tiefblau schimmernde Wasser, das einen schönen Kontrast zu den zum Teil roten Kraterwänden bietet.

Grün bewachsene Lavahügel, aus denen einige wohlgeformte Krater herausragen, formen wenig später das Landschaftsbild. Ein schönes Wandergebiet! Wir steigen auf den Vulkankegel Stutur und haben einen schönen Blick in seinen farbenfrohen kleinen Krater.

Vulkankegel Stutur - Naturschutzgebiet Fjallabak
Vulkankegel Stutur - Naturschutzgebiet Fjallabak

Bis an das Ufer des Sees Frostastaðavatn, den wir kurz darauf erreichen, reicht das Lavafeld Námshraun und bietet einen tollen Anblick.

Später erreichen wir das auf 600 m Höhe liegende Thermalquellengebiet Landmannalaugar. Farbenprächtige Rhyolith- und Liparitberge bilden einen wunderschönen Farbkontrast. Zahlreiche Wanderwege und natürlich die warme Quelle machen den Ort zu einem beliebten Ziel. Mit dem Auto ist allerdings erst eine Flussdurchquerung notwendig - für unseren Toyota Landcruiser GX ist dies kein Problem. Zahlreiche Camper haben hier ihr Zelt aufgeschlagen und auch die "schönste Badewanne das Landes" ist gut besucht. Von hier kann man sowohl Tages- als auch mehrtägige Wanderungen unternehmen. Viele kleine Bäche schlängeln sich dampfend durch die grüne Landschaft und auch aus den umliegenden Hügeln steigt immer wieder Dampf auf. Auch einige Schafe haben hier ihren Futterplatz gefunden und weiden auf den grünen Wiesen bzw. Hängen. Ein wunderschönes Landschaftsbild.

Die F225 führt uns erneut durch eine karge Lavalandschaft. Noch einmal können wir einen Blick auf den See Frostastaðavatn werfen. Skulpturenähnlich ragen einige Lavaformation aus er Landschaft heraus und bieten einen skurrilen Anblick. Die Piste führt unterhalb des Vulkans Hekla entlang und bietet schöne Landschaftseindrücke. Auch ein weiterer Fluss ist zu durchqueren. Stellenweise wird das schwarze Lavagestein von einigen Pflanzen abgelöst, die grün und teilweise sogar rot daraus hervorstechen. Es wundert nicht, dass die F225 zusammen mit der F208 zu einer der beliebtesten Hochlandpisten Islands zählt. Dennoch sind wir nach vielen Stunden Piste froh, wieder Asphalt unter den Reifen zu bekommen.

Unser wenig einladendes Quartier liegt bei Árnes (Reiterhof Steinsholt), eigentlich nur gut siebzig Kilometer vom Quartier der vorherigen Nacht entfernt. zurueck

 

Mittwoch, 13.08.2014: Þjórsárdalur - Stöng - Schlucht Gjáin - Haífoss - Fluðir - Thermalbad Gamla Laugin

Den heutigen Tag verbringen wir im Þjórsárdalur, dem grünen Tal des Flusses Þjórsá. Der mit 230 km längste Fluss Island muss von Hofsjökull kommend eine Höhe von insgesamt 690 m überwinden.

Eine Piste geht von der Straße Nr. 32 ab zu den ausgegrabenen Fundamenten des Gehöftes Stöng aus der Wikingerzeit. Viel gibt es allerdings nicht mehr zu sehen – wir fanden den am Vortag besichtigten Nachbau in Þjóðveldisbær um einiges interessanter. Stöng ist jedoch ein guter Ausgangspunkt zu einer Wanderung in die Schlucht Gjáin. Nach etwa 15 Minuten erreicht man ein wahres Paradies an Wasserfällen. Neben einem sehr hohen Doppelwasserfall, der sich anmutig in ein Becken ergießt, gibt es zahlreiche kleinere Wasserfälle, die sich über mehrere Stufen ihren Weg suchen.

Schlucht Gjáin - Wasserfälle
Schlucht Gjáin - Wasserfälle

Eingerahmt wird das faszinierende Naturschauspiel von hohen Basaltwänden. Für uns einer der schönsten Plätze dieser Reise, vor allem weil wir diesen alleine genießen dürfen.

Der Piste folgen wir weiter bis zum etwa 10 km entfernt liegenden Wasserfall Háifoss, der mit 122 m Fallhöhe der zweithöchste Islands ist. Von oben hat man einen fantastischen Blick. Je nach Lichteinfall erscheint ein Regenbogen vor dem Wasserfall.

Wasserfall Háifoss, 122 m Fallhöhe, 2. höchster Islands
Wasserfall Háifoss, 122 m Fallhöhe, 2. höchster Islands

Weitere kleinere Wasserfälle stürzen in einigen Metern Entfernung ebenfalls von den hohen Felswänden hinab, um sich kurz darauf mit gemäßigter Fließgeschwindigkeit im Flusslauf wiederzufinden. In Schlangenlinien setzt der Fluss seinen Lauf fort und durchfließt eine wunderschöne, farbenfrohe Landschaft, aus der einige kleinere Krater herausragen. Den Hintergrund bildet ein langgezogener Bergrücken.

Von Wasserfällen immer noch nicht genug, suchen wir anschließend erneut den Wasserfall Hjálparfoss auf. Bei einer Siesta schauen wir den Anglern, die im Becken ihr Glück versuchen, zu.

Abends fahren wir nach Fluðir, um zu Abend zu speisen. Hier gibt es den ältesten natürlichen Swimmingpool. Das Thermalbad Gamla Laugin (Secret Lagoon) wird von einer 100° Celsius heißen Quelle gespeist. Der Pool lädt uns zum Baden ein. Ein kleiner Holzplanken-Weg führt um den Pool herum zu den Quellen, aus denen es brodelt und pufft.

Thermalbad Gamla Laugin
Thermalbad Gamla Laugin in Fluðir

Heißer Dampf steigt auf und es riecht nach Schwefel. Bevor das Quellwasser in den Pool läuft, wird es zunächst auf eine angenehme Wassertemperatur heruntergekühlt und bietet uns ein äußerst angenehmes und nicht besonders frequentiertes Badevergnügen. zurueck

 

Donnerstag, 14.08.2014: Hochlandpiste Sprengisandur - Oase Nýidalur - Laugafell - Akureyri

Heute brechen wir schon früh auf, um durch das unbewohnte Landesinnere in den Norden zu fahren. Die längste Nord-Süd-Traverse Islands (F 26) führt durch die öde, grauschwarze Stein- und Sandwüste Sprengisandur. Die über 200 km lange Hochlandpiste ist verständlicherweise nur für Allradfahrzeuge zugelassen. Am frühen Morgen fahren wir zunächst durch ein Wolkenmeer, das sich beinahe gespenstisch über der Lavalandschaft erhebt. Bei einem Frühstücks-Picknick am Ufer des Stausees Þórisvatn können wir beobachten, wie sich schon bald die Wolken verziehen und den Blick auf eine Mondlandschaft freigeben, aus der einige Berghügel ragen. Bald darauf sehen wir das Eis des Gletschers Hofjökull weiß leuchten. Mit einer Fläche von 995 qkm und einer Höhe von 1.760 m ist es der drittgrößte Gletscher des Landes.

Hochlandpiste Sprengisandur
Hochlandpiste Sprengisandur - Gletscher Hofjökull

Auf der Hochlandstrecke kommen wir mit durchschnittlich 45 Stundenkilometern nur langsam voran. Immer wieder tauchen tiefe Schlaglöcher auf, denen es auszuweichen gilt. Teilweise besteht die Piste aus faustgroßen Lavabrocken. Die Fahrt ist äußerst anstrengend und bedarf vollster Konzentration. Wir hätten die Hochlandpiste in einem etwas besseren Zustand erwartet und sind froh, dass wir ausreichend Zeit einkalkuliert haben.

Bei Þveralda haben wir von einem Aussichtspunkt auf 1.278 m Höhe einen wunderbaren Rundblick auf den Gletscher Hofjökull, die endlose Lavalandschaft und auch Islands größten Gletscher Vatnajökull.

Einige Flussläufe müssen passiert werden, bevor wir die grüne Oase Nýidalur erreichen. Das auf 800 m Höhe gelegene Tal bietet eine ungewöhnlich farbenfrohe Vegetation. Aus den grünen Wiesen und moosbewachsenen Flächen ragen einige farbenfrohe Blüten hervor. Im Hintergrund rahmt der 1.520 m hohe Gletscher Tungnafelljökull mit seinen weißen Schneefeldern im schwarzen Lavagestein das idyllische Bild kontrastreich ein.

Oase Nýidalur - Hochland - Gletscher Tungnafelljökull
Oase Nýidalur - Gletscher Tungnafelljökull

Kurz dahinter beginnt auf einer Höhe von 700 - 800 m das fast vegetationsfreie, grauschwarze Sprengisandur-Gebiet, dass sich über eine Länge von 70 km erstreckt.

Wir verlassen die F 26, um nach Laugafell zu fahren. Umgeben von Ödland gibt es hier eine Thermalquelle. In einem Pool mit Wassertemperatur zwischen 33-40° C kann man baden. Hier entscheiden wir uns für die Weiterfahrt über die etwas rauere aber wesentlich kürzere Strecke nach Akureyri. Weitere Male gilt es, Flussläufe zu überqueren. Die Landschaft ist inzwischen wieder viel grüner und aufgrund hoher Felswände und einem schnell fließenden Fluss sehr spektakulär.

Sprengisandur Hochlandpiste
Sprengisandur Hochlandpiste

Erfreulicherweise erreichen wir nach etwa 50 weiteren Kilometern endlich wieder eine asphaltierte Straße, die uns zu unserem Quartier Leifsstaðir, drei Kilometer vom Zentrum in Akureyri entfernt, führt.

Am Fjord gelegen zählt die Hauptstadt des Nordens, Akureyri, zu den wichtigsten Städten in der Region. Die kleine Stadt liegt malerisch am Fuße einer beeindruckenden Bergwelt, nur 100 km südlich des Polarkreises. Im Hafen liegt bei unserer Ankunft ein Fährschiff vor Anker.

Akureyri - Hafen
Akureyri - Hafen

Nach einem kurzen Bummel durch die Fußgängerzone Hafnargata mit ihren schönen Holzhäusern, einer kurzen Besichtigung des Monuments "Helgi MagriI (Die Siedler) und einem Rundgang am kleinen Hafen werfen wir noch einen kurzen Blick in die aus dem Stadtbild nicht zuletzt wegen ihrer ungewöhnlichen Architektur herausragenden Kirche Akureyrarkirkja.

Einer Empfehlung des Reiseführers folgend speisen wir stilvoll im Restaurant RUB23 (www.rub23.is/en/akureyri). Neben einem ansprechenden Ambiente gibt es hier vorzügliches Essen, zubereitet von Islands Koch des Jahres 2003. Neben tollen Fischgerichten gibt es hier auch Sushi. Unter anderem wird hier Walfleisch angeboten. Wir können nicht widerstehen und probieren erstmalig Minke Whale (Zwergwal), von dem leckeren, zarten Fleisch sind wir sehr angetan. zurueck

 

Freitag, 15.08.2014: Goðafoss - Mývatn See - Solfaterenfeld Námaskarð - Krafla-Gebiet - Grenjaðarstaður

Zwischen Akureyri und Mývatn See liegt der beeindruckende Wasserfall Goðafoss ("Wasserfall der Götter"). Der mit 15 m nicht sehr hohe Wasserfall fasziniert durch seine Breite und seine Form, die an ein Hufeisen erinnert.

Wasserfall Goðafoss -
Wasserfall Goðafoss - "Wasserfall der Götter"

Das geologisch noch sehr junge Mývatngebiet liegt in einer Ebene auf 230 m Höhe genau in der Riftzone. Mit seinen knapp 40 qkm ist der Mývatn See der viertgrößte Islands. Der See ist umgeben von einer außergewöhnlichen Vulkanlandschaft.

Zunächst erreichen wir Skútustaðir am südlichen Ufer des Sees. Hier ragen kleine, grün bewachsene Krater aus der Landschaft heraus. Einige haben einen Durchmesser von bis zu 100 m, andere wiederum von nur wenigen Metern. Da diese Krater keinen Förderkanal besitzen, der bis in die Tiefe Erdkruste hinabreicht, werden Sie als Pseudokrater bezeichnet. Von einem Aussichtspunkt in der Nähe des Naturparks Höfði, der auf der Lavahalbinsel Kálfaströnd liegt, haben wir eine tolle Aussicht über den See mit seinen rund 50 kleinen Inseln.

Mývatn See - Vulkaninseln bei Skútustaðir
Mývatn See - Vulkaninseln bei Skútustaðir

Bei Dimmuborgir kann man durch versteinerte über 2000 Jahre alte Lava laufen. In einer Senke liegt das vier Quadratkilometer große Gebiet. Mehrere markierte Wanderwege führen an den bizarren Lavagebilden vorbei. Die Gesteinsformationen bilden einige Grotten oder auch natürliche Bögen und werden von grünen Birken und Kriechgewächsen eingerahmt. Besonders erwähnt wird eine angeblich natürlich entstandene Felsformation, die an eine Kirche erinnert.

Dimmuborgir - Myvatngebiet
Dimmuborgir - skurrile Felsformationen im Myvatngebiet

Ein kleiner Abstecher gilt den beiden Spalten Grotagjá und Stóragjá. Hier gibt es einige leicht zugängliche Grotten die früher sogar zum Baden genutzt wurden, wovon heute jedoch abgeraten wird. Von hier kann man auf den fast vegetationsfreien Tuffring des Hverfjalls hochwandern. Dieser zählt mit einem Durchmesser von etwa 1.000 m zu den größten Explosionskratern der Welt und ragt rund 160 m aus der Ebene auf.

Wenig später erreichen wir die ersten geothermalen Aktivitäten. Aus einer farbenfrohen Lavalandschaft dampft es und ein leichter Schwefelgeruch liegt in der Luft. In der Nähe des Dampfkraftwerks Bjarnarflag wurde im Frühjahr 2004 das Geothermal Spa Mývatn Nature Baths - Jarðböðin eröffnet, welches auch die "Blaue Lagune des Nordens" genannt wird. Aus einem großen Badesee kann man den Ausblick in die herrliche Lavalandschaft genießen. Das mineralhaltige Wasser stammt aus einer Tiefe von 2.500 m und wird mittels eines Wärmetauscher im Dampfkraftwerk von ursprünglich 130° C auf Badetemperatur abgekühlt und mittels Dampfdruck durch eine ca. einen Kilometer lange unterirdische Leitung in die Lagune gepumpt. Ein sicherlich ganz angenehmes Badevergnügen, mit aktuell 23 € Eintritt aber auch nicht ganz billig, so dass wir darauf verzichten.

Hinter dem Bergpass liegt am Fuße des Námafjall dampfend das farbenfrohe Solfaterenfeld Námaskarð. Aus zahllosen Quellen und Öffnungen brodelt und kocht es und in einigen bis zu 100° C heißen Schlammbecken blubbert es. Die blau leuchtenden Quellbecken kontrastieren mit den bunten Lavasteinen, die ein Farbspektrum von Weiß über Zitronengelb, Orange sowie Tiefrot aufzeigen.

Solfaterenfeld Námaskarð
Solfaterenfeld Námaskarð

Besonders empfehlenswert ist der Aufstieg auf den Námafjall (482 m). Der Weg führt vorbei an weiteren dampfenden Quellen und bietet von oben einen herrlichen Ausblick auf das Solfaterenfeld sowie die umliegende Lavalandschaft. (Anmerkung: Der Aufstieg auf der linken Seite ist recht steil, besser geht es sich auf der rechten Seite.)

Der Ringstraße weiter folgend erreichen wir wenig später den Abzweig auf die Straße Nr. 863 zum 1977 angeschlossenen Geothermal-Kraftwerk, das Dampf in elektrischen Strom umwandelt. Dahinter erstreckt sich das Krafla-Gebiet, eines der aktivsten Vulkangebiete der Welt. Ein gut markierter Weg führt durch das noch dampfende Lavagebiet, das aus dem letzten Ausbruch des Krafla von 1984 stammt.

Krafla-Gebiet, eines der aktivsten Vulkangebiete der Welt
Krafla-Gebiet, eines der aktivsten Vulkangebiete der Welt

Zunächst erreicht man einen kleinen milchig wirkenden See, der türkis schimmert. Der Weg führt weiter durch ein beeindruckendes und äußerst farbenfrohes Lavafeld. Bis tief in die Landschaft ragen die pechschwarzen Lavaströme des letzten Ausbruchs.

Vom Parkplatz Leirhnjúkur erreicht man in nur wenigen Schritten den 34 m tiefen Kratersee Víti, der mit seinem Durchmesser von rund 300 m türkisblau leuchtet. Dahinter erhebt sich der Vulkan Leirhnjúkur.

Bislang war uns das Wetter recht wohl gesonnen, doch nun erreicht uns der erste Regenschauer. Das Wetter ist wenig einladend, um weitere Besichtigungen zu unternehmen.

Nordöstlich vom Mývatn See befindet sich die Ortschaft Reykjahlíð. Hier nutzen wir die Einkaufsmöglichkeiten bevor wir zu unserem Quartier in Grenjaðarstaður, dem Gutshof Staðarhóll, fahren. Die kleine Kochnische in unserem Cottage reicht immerhin, um uns ein einfaches Nudelgericht zuzubereiten. zurueck

 

Samstag, 16.08.2014: Húsavík - Tjörnes - Nationalpark Jökulsárgljúfur - Ásbyrgi - Dettifoss

Ein regnerischer Tag erwartet uns. Wir fahren ins 26 km entfernt liegende Húsavik, ein kleiner Fischerort mit großer Hafenanlage. Der Ort ist als Hauptstadt der Walbeobachtung bekannt. Leider ist das Wetter jedoch so schlecht, dass uns von einer Tour aufgrund der rauen See und der durch hohe Wellen bedingt eingeschränkten Möglichkeit Wale zu sehen abgeraten wird. Stattdessen besichtigen wir das Walmuseum (www.whalemuseum.is), das eine sehr informative und äußerst empfehlenswerte Ausstellung bietet. Neben vielen Erklärungen zu den einzelnen Walarten, deren Lebensbedingungen, einigen Walskeletten sowie zum Walfang, gibt es einen interessanten Film über Buckelwale zu sehen.

Anschließend fahren wir die Straße Nr. 85 weiter, die uns an der rauen Küstenlandschaft der Halbinsel Tjörnes vorbeiführt. Das Gebiet soll insbesondere für Fossilienliebhaber interessant sein, denn es gibt verschiedene Ablagerungen von zahlreichen Muscheln zu sehen. An den Sandsteinklippen nisten Seevögel.

Durch das Gebiet Kelduhverfi, das von vielen Spalten und Erdrissen gekennzeichnet ist, fahren wir weiter zum Nationalpark Jökulsárgljúfur, der zum größten Nationalpark Vatnajökull gehört.

Erfreulicherweise gibt es eine kurze Regenpause, als wir Ásbyrgi erreichen. In der hufeisenförmigen Schlucht Ásbyrgi ragen bis zu 100 m hohe Felswände steil auf.

Nationalpark Jökulsárgljúfur - Asburyi Schlucht
Nationalpark Jökulsárgljúfur - Asburyi Schlucht

Entstanden ist das 3,5 Kilometer lange und einen Kilometer breite Gebiet durch Fluten, die bei Vulkanausbrüchen unter den Gletschern ausgelöst wurden. Auf einer kurzen Wanderung durch einen kleinen Wald im Süden des Gebiets gelangt man zum unterhalb der hohen Basaltwände gelegenen See Botnstjörn. Von einer erhöht liegenden Aussichtsplattform eröffnet sich ein wunderschönen Blick über den von hohen Felswänden eingerahmten See und der sich in der Ferne öffnenden Landschaft.

Unser Weg führt weiter über die Piste F 864 entlang des Canyon Jökulsárgljufur. Diese bis zu 100 m tiefe, 25 km lange und bis zu 500 m Breite Schlucht ist die größte Erosionsschlucht Islands.

Canyon Jökulsárgljufur - Wasserfall Hafragilsfoss
Canyon Jökulsárgljufur - Wasserfall Hafragilsfoss

Zunächst erreichen wir den Wasserfall Hafragilsfoss mit einer Fallhöhe von 27 m, der schon wenige Meter vom Parkplatz entfernt ein imposantes Bild abgibt. Geht man den Weg etwas weiter, so eröffnet sich ebenfalls ein fantastischer Blick in die breite Schlucht.

Höhe Gischtwolken kündigen den imposanten Wasserfall Dettifoss an. Ein kurzer Weg führt vom Parkplatz an die Ostseite des Wasserfalls. Dieser gilt mit einer Breite von 100 m als energiereichster Wasserfall (gemessen am Wasservolumen pro Sekunde × Fallhöhe) Europas. Die Wassermassen stürzen 44 m tief hinab in eine steilwandige Schlucht.

Nationalpark Jökulsárgljufur - Wasserfall Dettifoss
Nationalpark Jökulsárgljufur - Wasserfall Dettifoss

Die weitere Fahrt führt entlang des Gletscherflusses Jökulsá a Fjöllum, der am Nordrand des Vatnajökull entspringt und mit 206 km Länge der zweitgrößte Fluss Islands ist. Bevor er ins Meer mündet teilt er sich in zahlreiche Arme auf. Der regnerische Tag erfreut uns immerhin mit einem Regenbogen, der sich über die weite Landschaft ausbreitet.

Bald erreichen wir erneut die Ringstraße, um dann über die Piste F 862 zurück in den Norden zu fahren. Hier erreichen wir die Westseite des von beiden Ufern zu besichtigenden Dettifoss. Der Weg zum Wasserfall ist hier etwas weiter und ein Blick auf den ganzen Fall erschließt sich nicht so ohne Weiteres. Bevor es wieder heftiger anfängt zu regnen werden wir erfreulicherweise mit einem Regenbogen, der sich über dem Wasserfall spannt, belohnt. Für weitere Erkundungen ist das Wetter wenig einladend. Der dritte Wasserfall der Serie, der 12 m hohe Selfoss liegt rund einen Kilometer vom Dettifoss entfernt. Angesichts des erneut einsetzenden heftigen Schauers, sehen wir von einer näheren Besichtigung ab und geben uns mit einem Foto aus der Ferne zufrieden. In Húsavik speisen wir im Restaurant Gamli Baukur, dass Innen ganz gemütlich ist und eine annehmbare Küche bietet. zurueck

 

Sonntag, 17.08.2014: Hochlandpiste Öskjuleið - Askja - Wasserkraftwerk Kárahnjúkavirkjun - Laugarfell

Heute verlassen wir das Mývatngebiet, um erneut ins Hochland zu fahren. Von der Ringstraße zweigt die Hochlandpiste Öskjuleið (F88) ab. Ein Schild an der Zufahrt warnt vor der riskanten Flussdurchquerung des Lindaa bei Herðubreiðarlindir. Doch eine der beeindruckenden Hochlandstrecken Islands wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen und nehmen eine mögliche Umkehr in Kauf. Die Strecke führt durch die Lavawüste Ódáðahraun, die auf 500 bis 700 m Höhe das Hochland durchquert. Es ist das größte zusammenhängende Lavafeld Islands. Zu früheren Zeiten haben sich Geächtete in dem schwarzen, endlosen Ödland versteckt. Die Lavawüste ist sehr imposant.

Hochlandpiste Öskjuleia Lavawüste
Hochlandpiste Öskjuleið Lavawüste

Aus der schier endlos erscheinenden schwarzgrauen Geröllwüste ragen einige schwarze Berge heraus. Wir überqueren mehrere Lavafelder und Furten, bevor wir der ersten Flussdurchquerung gegenüberstehen. Diese entpuppt sich noch als relativ harmlos und im stillen hoffen wir, damit das schlimmste schon überstanden zu haben. Waren wir bislang alleine in dieser Ödnis unterwegs, sind wir froh, bald darauf ein weiteres Fahrzeug in der Ferne vor uns zu entdecken. Dieses müht sich gerade ab, einen Fluss zu überqueren und sich langsam durch weitere Wasserlöcher zu bewegen. Nachdem uns klar geworden ist, dass wir die angekündigte riskante Flussdurchquerung noch vor uns haben, nähern wir uns dem Fluss. Ohne Vorbild hätten wir an dieser Stelle kehrtgemacht, denn der Fluss sieht tief aus und hat eine enorme Fließgeschwindigkeit. Im ersten Gang und mit Vollgas durchqueren wir den Fluss, kommen aufgrund der Wassermassen, die sich vor der Motorhaube auftürmen, gefühlt aber nur im Schritttempo vorwärts. Ein grenzwertiges und ehrlicherweise nicht ganz ungefährliches Unterfangen, das wir erfreulicherweise meistern aber nicht wiederholen würden.

Wenig später erreichen wir die Rangerstation des Naturschutzgebiets Herðubreiðarlindir, das sich zu Füßen des 1.682 m hohen Berges Herðubreið erstreckt, von vielen als schönster Berg Islands bezeichnet. Der Ranger versichert uns, dass wir das Schwierigste überstanden haben und die weitere Strecke nur noch einige problemlos zu bewältigende Flussdurchquerungen vorhält. Hier treffen wir auch erneut das uns vorangefahrene Fahrzeug – ein Land Rover, der mit einem "Schnorchel" ausgestattet kein Problem mit eindringendem Wasser hat.

Auf weiteren "Waschbrettpisten" fahren wir weiter durch die beeindruckende Lavawüste. Das Vulkanmassiv Dyngjufjöll ragt mit einer Höhe von 700 m aus der Ödnis heraus. Seine Spitze ist mit hell leuchtendem Neuschnee gepudert.

Dyngjufjoell Massiv
Dyngjufjoell Massiv

Inmitten des Dyngjufjöll-Massivs liegt Askja, das als Archetypus einer Caldera (spanisch für Kessel, bezeichnet eine kesselförmige Struktur vulkanischen Ursprungs) gilt. Der vulkanisch noch immer aktive Askja ist mit einem Durchmesser von 8 km ungewöhnlich groß. Die Kraterränder erreichen Höhen von 200 bis 400 m und fallen teilweise sehr steil ab.

Caldera Askja Dyngjufjoell
Caldera Askja Dyngjufjoell

Der gestrige Niederschlag hat die gesamte Lavalandschaft mit einer weißen Schneeschicht überzogen, zu dem das schwarz-rote Lavagestein einen schönen Kontrast bietet. Ein 2,5 km langer Weg führt zum See Öskjuvatn, der mit einem Durchmesser von einem Kilometer türkisblau aus der schwarz-weißen Landschaft hervorsticht. Davor erhebt sich mit 100 m Durchmesser der milchigtürkise Viti-Kratersee. Aufsteigender Dampf und Schwefelgeruch zeugen von der vulkanischen Aktivität. Die Kraterwand ist von Schwefel gelblich eingefärbt. Hinter dem See erheben sich majestätisch einige weiß gepuderte Bergmassive.

Über die Piste F910 fahren wir weiter Richtung Norden. Schon bald verlassen wir die Schneefelder und sind erneut von einer Lavawüste umgeben. Noch einige weitere Flussläufe gilt es zu durchqueren und die Schotterpiste scheint kein Ende zu nehmen.

Schlucht beim Wasserkraftwerk Kárahnjúkavirkjun
Schlucht beim Wasserkraftwerk Kárahnjúkavirkjun

Bald erreichen wir eine tiefe Schlucht und sehen das Wasserkraftwerk Kárahnjúkavirkjun. Eine gewaltige Staumauer staut den Hálslón. Der Damm hat eine Länge von 750 m und eine Höhe von bis zu 193 m - eines der größten Wasserkraftwerke in Europa und das größte Bauwerk, das bislang in Island gebaut wurde. Wegen des Baus des Kraftwerkes wurde eine asphaltierte Straße (Nr. 910) in das bis dahin unbefahrbare Hochland errichtet. Erfreulicherweise ist unsere Schotterpisten-Fahrt für heute damit beendet.

Schon bald sehen wir die schneebedeckte Spitze des Snæfell (wörtlich: Schneeberg), mit 1.833 m über dem Meeresspiegel der höchste freistehende Berg Islands, der nicht unter einem Gletscher liegt. Aufgrund ihrer Höhe ist die Spitze des Snæfells das ganze Jahr mit Schnee bedeckt.

Nun sind es nur noch zehn Kilometer bis zu unserem Quartier in Laugarfell. Das idyllisch gelegene Highlandhostel verfügt über eigene heiße Quellen. Die Naturstein-Becken, die aus der Quelle gespeist werden, laden zu einem herrlichen Bad ein.

Von den Hostelbetreibern erfahren wir von den Vulkanaktivitäten unterhalb des Vatnajökull. Seit dem Vortag wurden einige Hundert Erdbeben gemessen, das stärkste erreichte den Wert 4,5 auf der Richterskala. zurueck

 

Montag, 18.08.2014: Laugarfell – Snæfell – Gletschergebiet Eyjabakkar - Hengifoss

Die direkte Umgebung des Highlandhostels hat einige schöne kleinere Wasserfälle zu bieten. Ein angelegter Weg führt durch die idyllische Landschaft. In Hintergrund erhebt sich der Snæfell.

Die F 909 ist die Zufahrt zum Berg Snæfell. An der Rangerstation erkundigen wir uns nach den aktuellen Bedingungen. Die Besteigung vom Snæfell ist uns mit etwa 6-7 Stunden für die einfache Strecke zu lang, zumal diese durch den vielen Neuschnee aktuell etwas schwierig sein soll. Stattdessen folgen wir der Empfehlung des Rangers und fahren weiter ins südlich gelegenen Gebiet Eyjabakkar. Erneut gilt es, einige Flussläufe zu durchqueren, vor uns erhebt sich stattlich das endloswirkende Eis des Vatnajökulls. Ein schöner Kontrast zu den schwarzen Lavefeldern, die teilweise von einigen Grünflächen durchzogen werden.

Die größten Rentierherden in Island, die es rund um den Snæfell gibt, haben sich leider aufgrund der aktuellen Windbedingungen weiter nach Norden verzogen. Nur einige Kurzschnabelgänse haben hier ihre Brutstätten und zeigen sich.

Ein gekennzeichneter Weg führt uns an die Gletscherzunge des Eyjabakkajökull. Hier wird der Rückzug des Gletschers deutlich. Einige Jahrestafeln weisen auf die Gletscherausmaße im Jahre 1945 sowie den direkten Vergleich 2013 und 2014 hin. Am Rande des Gletschers hat sich das Eis von der Vulkanasche (sie stammt vom letzten Ausbruch aus dem Jahre 2011) schwarz eingefärbt.

Gletscherzunge des Eyjabakkajökull
Gletscherzunge des Eyjabakkajökull

Der Weg führt nah an den Gletscher heran. Überall tröpfelt es und das Eis glitzert in der Sonne. Unter dem Eyjabakkajökull haben sich einige Eishöhlen gebildet und tiefe Risse im Eis sind zu erkennen. Ein wunderschönes Naturschauspiel.

Nachdem wir die Lavawüste wieder durchquert haben fahren wir weiter zum See Lagarfljot. An der Straße F 933 in Skriðuklaustur steht ein ungewöhnlich großer Hof der von dem deutschen Architekten Fritz Höger entworfen wurde. In dem Gebäude befindet sich inzwischen ein Kulturzentrum. Besonders empfehlenswert ist das Café, in dem man regionale Gerichte und insbesondere leckeren Kuchen genießen kann.

Ganz in der Nähe steht der ebenfalls sehr auffällige und moderne Bau der Nationalpark-Information Snæfellsstofa. Eine interessante Ausstellung informiert über die Region sowie die hiesige Flora und Fauna.

Gestärkt machen wir uns auf zur Besichtigung des Wasserfalls Hengifoss. Von einem Parkplatz führt ein 2,5 km langer Weg hinauf zu Islands drittgrößtem Wasserfall. Auf halbem Wege kommt man bereits am kleineren Wasserfall Litlanesfoss vorbei.

Wasserfall Hengifoss
Wasserfall Hengifoss

Ebenfalls hat man einen tollen Ausblick auf den See Lagarfljót und die ihn einrahmende Berglandschaft. Das Besondere am 118 m hohen Hengifoss sind die rötlichen Sedimentsschichten, von denen er hinabstürzt. Diese sind durch Rost im eisenhaltigen Gestein entstanden. Auch wenn der Fuß des Wasserfalls von dem Weg nicht zu erkennen ist, ist die Besichtigung dennoch lohnenswert.

Abends genießen wir in Laugarfell erneut die heißen Becken und erfreuen uns an der schönen Landschaft. zurueck

 

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