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Irland - ein weicher grüner Teppich

Küsten in Irland

Mietwagenrundreise August 2017


13.08.2017 Dublin
14.08.2017 Powerscourt House & Gardens - Wicklow Mountains Nationalpark
15.08.2017 Kilkenny - Jerpoint Abbey - Rock of Cashel - Cahir - Glanmire/Cork
16.08.2017 Cork - Skibbereen - Killarney
17.08.2017 Ring of Kerry - Kenmare
18.08.2014 Kilrush - Loop Head Drive - Limerick
19.08.2014 Limerick - Cliffs of Moher - Galway - Clifden
20.08.2014 Clifden - Connemara Nationalpark
21.08.2014 Céide Fields - Downpatrick Head - Enniscrone Kilcullen's Seaweed Baths - Sligo - Donegal
22.08.2014 Slieve League - Dublin

Sonntag, 12.08.2017 Dublin

Nach einem knapp zweistündigen Flug erreichen wir am späten Vormittag (eine Stunde Zeitverschiebung) die irische Hauptstadt. Wir nehmen unser Gepäck und einen Mietwagen in Empfang - nun kann die geplante zweiwöchige Mietwagenrundreise beginnen.

In Dublin und Umgebung leben mit rund einer Million Menschen etwa ein Viertel aller Einwohner Irlands. Auf den Linksverkehr müssen wir uns erst wieder einstellen. Zudem ist am heutigen Sonntag auf den Straßen einiges los. Familien und Gruppen tragen Trikots und sind offensichtlich auf dem Weg zu einem Rugby Spiel. Einige Stichstraßen sind gesperrt und erschweren zusätzlich die Anreise zum Hotel. Das im Voraus gebuchte Sandymount Hotel liegt in Nähe des Aviva Stadions. Dieses angeblich älteste familiengeführte Hotel Dublins hat relativ viele Zimmer, aber durchaus Charme.

Mit der DART-Bahn fahren wir vom Stadion drei Stationen bis zum Liffey Ufer (Tran Station).

Der Georges Quay und der City Quay laden zum Flanieren entlang des Liffey Ufers ein. Über die futuristische Samuel Beckett Brücke queren wir den Fluss und folgen dem anderen Ufer bis zur O Connell Street. Auf der Haupteinkaufsstraße herrscht reges Treiben. Der 120 m hohe Spike Turm, der sich von 3 m auf 15 cm verjüngt, sticht buchstäblich heraus.

Dublin Georges - City Quay

Der City Gallery (kostenloser Eintritt) statten wir einen Besuch ab, der im Wesentlichen dem originalgetreuen Nachbau des Londoner Ateliers des Malers Francis Bacons gilt.

Ein quirliges Gedränge erwartet uns beim vorabendlichen Bummel durch den Stadtteil Temple Bar. Dieses Kneipenviertel ist offensichtlich bei Touristen sehr beliebt. In zahlreichen Pubs gibt es Live Musik. Wir ziehen die etwas abseits gelegene Front Lounge (Parliament Street 33) vor. Es gibt ein originelles Gin Menü. Selbstverständlich probieren wir zwei irische Gins mit so ungewöhnlichen Namen wie beispielsweise "Marthas Revenge" (Martas Rache). Bei dieser grandiosen Gin Auswahl darf natürlich Monkey 47 nicht fehlen. Dieser legendäre Brand aus dem Schwarzwald ziert dekorativ eine ganze Regalreihe.

Temple Bar - Dublin

Um traditionelle irische Küche zu genießen haben wir kurzfristig einen Tisch im Restaurant The Winding Stair reserviert. Im kleinen, eng bestuhlten Speisesaal speisen wir vorzüglich. Die umfangreiche Weinkarte ist vielversprechend, auch wenn wir mit unserer Auswahl eines australischen Shiraz leider nicht einen typischen Vertreter dieser Rebsorte getroffen haben.

Zurück zum Hotel geht es erneut mit der Bahn - leider muss man nach 22h entsprechende Wartezeiten in Kauf nehmen.zurueck

 

Montag, 14.08.2017  Powerscourt House & Gardens - Wicklow Mountains Nationalpark

Heute beginnen wir unsere Mietwagenrundreise. Nachdem wir den Großraum Dublin verlassen haben, können wir die ersten irischen Landschaftseindrücke genießen.

Enge Straße in Irland

Das Fahren auf den zum Teil sehr engen Straßen bedarf vollster Aufmerksamkeit. Mannshohe Hecken oder Steinmauern begrenzen die schmale Fahrbahn. Die üppige Vegetation bildet zum Teil grüne Laubtunnel. Die sanften Hügel sehen aus wie Flickenteppiche, aus denen immer wieder von der Sonne angestrahlte Wiesen grün leuchtend herausstechen.

grüner Tunnel

Knapp 20 km südlich von Dublin erreichen wir die Powerscourt Gardens nahe der Ortschaft Enniskerry. Diese liegen an den nördlichen Ausläufern der Wicklow Mountains am Fuße des 503 m hohen Sugar Loaf Mountain und gelten als eine der schönsten Anlagen ihrer Art in Irland.

Powerscourt

Von der wunderschönen Gartenanlage sind wir begeistert. In den geometrisch angelegten Gärten blühen die unterschiedlichsten Blumen. Man durchschreitet schön verzierte Tore und trifft immer wieder auf Skulpturen oder kleine Teiche mit Springbrunnen. Einen japanischen Garten gibt es ebenfalls. Vom Pepperpot-Turm hat man einen schönen Blick über den Park. Eine gekonnt angelegte Sichtachse führt den Blick über einen See hinauf zum Schloss. Von der Schlossterrasse genießen wir bei einem Cappuccino und einem hervorragenden Himbeer-Scone den Ausblick auf den wohlgeformten Berg Sugar Loaf Mountain.

Wicklow Mountains

Nur wenige Kilometer entfernt erreichen wir den Powerscourt Wasserfall. Mit gut 100 m Höhe ist er der höchste Irlands. Über Steine kann man zum Fuße des Wasserfalls klettern und aus nächster Nähe beobachten, wie das Wasser herabstürzt.

Powerscourt Wasserfall

Wicklow ist als der Garten Irlands bekannt. Hier befinden sich der Wicklow Mountains Nationalpark. Hohe Berge gibt es erwartungsgemäß nicht - der höchste ist gerade einmal 925 m hoch. Das Besondere ist die Vegetation. Die von eiszeitlichen Gletschern gerundeten Berge sind großflächig von Mooren bedeckt und eine vielfältige Flora aus Farnen, Stechginster, Heidekräutern oder auch Gräser überzieht die Hänge, die hierdurch im Sommer teilweise großflächig violett leuchten.

Der Nationalpark ist ein beliebtes Wandergebiet. Wir steuern zunächst die Klosteranlage von Glendalough im sogenannten Tal der zwei Seen an. Ein schöner Weg führt oberhalb des kleineren Lower Lake durch dichten Wald. Der Waldboden ist mit Moosen und Farnen grün überzogen. Nur die Einsamkeit lässt angesichts des Besucheraufkommens ein wenig zu wünschen übrig. Der Upper Lake wird malerisch von den Wicklow Mountains eingerahmt. Die Ruinen der im 6. Jahrhundert gegründeten Klostersiedlung sind durchaus einen Besuch wert.

Klosteranlage von Glendalough
Klosterruine von Glendalough

Zum Abschluss unseres Tagesprogramms erleben wir erstmals das typische irische Wetter, ein kräftiger Schauer geht nieder, doch die Regenjacken bewähren sich. Unser Quartier liegt in Aughrim. Erfreulicherweise hat das Brooklodge Hotel einen Wellnessbereich, wo wir uns nachmittags entspannen. Abends speisen wir vorzüglich im mehrfach ausgezeichneten Hotel-Restaurant "The Strawberry Tree". Der nebenliegende Golfplatz scheint für ausreichend Gäste zu sorgen, um diese abseits gelegene, sehr gepflegte Hotelanlage mit 67 Zimmern unterhalten zu können.zurueck


Dienstag, 15.08.2017 Kilkenny - Jerpoint Abbey - Rock of Cashel - Cahir - Glanmire/Cork

Für heute steht eine längere Fahrstrecke in den Süden der Insel an. Einen ersten Besichtigungsstop legen wir in der lebhaften Stadt Kilkenny ein. Die Besichtigung der Kathedrale ist nicht unbedingt ein Highlight. Diese wirkt eher von Außen. Nett ist der Aufstieg auf den Rundturm aus dem 9. Jahrhundert. Der etwas anspruchsvolle Aufstieg wird mit einem schönen Rundblick belohnt.

Kilkenny Kathedrale
Kathedrale von Kilkenny

Der Burganlage der Stadt gönnen wir lediglich einen Blick von Außen. Um das Erscheinungsbild der Stadt aufzupeppen wurden in einer Verschönerungskampagne die Ladenfronten altertümlich gestaltet. Offensichtlich mit Erfolg, denn viele Besucher schieben sich durch die Fußgängerzone und die schmalen Gässchen. Angeblich gibt es hier über 80 Pubs. Das Kyteler's Inn ist der älteste Gasthof der Stadt. Hier stärken wir uns mit einem lokalen Bier, bevor wir unsere Weiterfahrt zur Jerpoint Abbey bei Thomastown fortsetzen. Das ehemalige Zisterzienser-Kloster stammt aus dem 12. Jahrhundert. Aus den Ruinen sind die ursprünglichen Ausmaße noch gut zu erkennen. Vereinzelt stehen noch Mauern und auch der Kreuzgang ist noch zum Teil gut erhalten. So kann man z. B. noch einige Reliefs erkennen. Ein lohnenswertes Zwischenziel.

Jerpoint Abbey bei Thomastown
Jerpoint Abbey bei Thomastown

Nach Cashel werden wir erneut über viele enge Straßen geführt. Der Rock of Cashel gehört zu Recht zu den zehn Topsehenswürdigkeiten in Irland. Wer allerdings aufgrund des Namens einen alleinstehenden Felsen erwartet, wird schnell eines besseren belehrt. 60 Meter über der Ebene trohnen auf einem Kalksteinfelsen die Ruinen einer über Jahrhunderte genutzten Burganlage.

Rock of Cashel
Rock of Cashel

Hinter hohen Steinmauern ragen die verbliebenen Außenmauern der ehemaligen Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert hervor. Die Umrisse der Kathedrale lassen sich noch sehr gut erkennen. Ebenso gibt es einige Verzierungen und Grabstätten zu sehen. Weitere Gräber findet man auf dem Friedhof neben der Ruine. Fast mystisch erheben sich die Steinkreuze aus der grünen Wiese.

Rock of Cashel - Kathedrale und Freidhof
Rock of Cashel - Kathedrale und Friedhof

Von diesem Burgberg überblickt man wunderbar die Landschaft. Im Tal erblicken wir die grauen Ruinen einer Zisterzienserabtei. Ein kurzer Abstecher zu den grauen Ruinen der Hore Abbey lohnt sich, nicht nur, weil man von hier noch einmal einen sehr schönen Blick auf den von grünen Wiesen eingerahmten Burgberg hat.

Ruinen der Hore Abbey - Rock Cashel
Ruinen der Hore Abbey

Über die N8 geht es nun zügig voran in Richtung Cork. Es bleibt noch Zeit für einen Abstecher nach Cahir (etwa drei Kilometer). Das Cahir Castle ist eine der mächtigsten Burganlagen Irlands. Dicke mit Türmen besetzte Außenmauern rahmen die dreistöckige Anlage ein. Ein imposanter Anblick. Im kleinen Park, der die Burg umgibt, stehen einige zum Teil witzige Skulpturen.

Cahir Castle
Cahir Castle

Unser Tagesziel ist Granville, etwa sechs Kilometer von Cork entfernt. Nachdem wir unser Zimmer im etwas abgelegenen Vienna Woods Hotel bezogen haben fahren wir nach Cork (ca. 200.000 Einwohner). Die Franciscan Well Brewery (14 North Mall) wurde 1998 gegründet und zählt angeblich zu den angesagtesten Pubs in Cork. Die unterschiedlichsten Biersorten, darunter auch Kölsch und Weißbier, werden hier angeboten. Dazu gibt es Holzofenpizza.

Anschließend drehen wir noch eine Runde mit dem Auto durch Cork. Die vom Binnenhafen und Industrie geprägte Stadt hat abseits der Altstadt wenig Charme und wirkt eher ärmlich.zurueck

 

Mittwoch, 16.08.2017 Cork - Skibbereen- Killarney

Ein wolkenverhangener Himmel und Nieselregen begrüßen uns am heutigen Morgen. Irland-Wetter - wie es zu erwarten war. Wir steuern Skibbereen an und fahren durch eine der unberührtesten Landschaften Irlands. Nur vereinzelt tauchen einige Höfe auf.

Glandore - Dromberg Stone Circle
Dromberg Stone Circle

Bei Glandore machen wir einen kurzen Abstecher zum Dromberg Stone Circle. Neben einem aus 17 Steinen bestehenden Steinkreis aus der Jungsteinzeit gibt es Reste einer Versammlungsstätte. Diese wurde, so vermutet man, im 2. Jahrhundert vor Chr. von einer Bauernsippe errichtet. Ein mystischer Ort. Trotz Nieselregens erfreuen wir uns an den rot blühenden Fuchsia-Hecken, die den Weg flankieren.

Besonders sehenswert ist das Heritage Centre in Skibbereen. Dies ist in einem ehemaligen Gaswerk untergebracht und informiert zum einen über die große Hungersnot von 1846 - 1851. Die Kartoffel war zu der Zeit das Hauptnahrungsmittel. Als diese von Pilzen und Schädlingen befallen wurde, starben etwa eine Million Menschen - eine weitere Million wanderte insbesondere in die USA aus. Eine zweite Ausstellung informiert mit einem interessanten 15minütigen Film über das Naturschutzgebiet Lough Hyne. Ein einzigartiger Salzwassersee gibt Forschern noch heute Rätsel auf. So ist dieser konstant um drei Grad Celsius wärmer als der Atlantik und hat eine außergewöhnliche Unterwasserwelt. Leider reicht uns die Zeit nicht für eine Wanderung zu einen Aussichtspunkt und auch das Wetter verspricht nicht viel Sicht.

Im The Good Things Café genießen wir eine empfehlenswerte Slow Food Stärkung, bevor wir unsere Fahrt zum südwestlichste Punkt Irlands fortsetzen. Leider lässt hier selbst auf den Nationalstraßen der Zustand selbiger zu Wünschen übrig. Entweder sind die EU-Gelder hier gar nicht erst angekommen oder die Pflege wurde vernachlässigt.

Wir erhaschen ein paar schöne Ausblicke auf die Küstenszenerie, bevor diese mehr und mehr von Wolken eingehüllt wird. Als wir den Mizen Head erreichen, befinden wir uns zwar am südwestlichsten Punkt, sehen davon aber leider gar nichts. Die kurze Wanderung über eine Brücke zum Leuchtturm sparen wir uns mangels Sicht und angesichts der aufgerufenen sieben Euro Eintritt pro Person.

Erfreulicherweise ist die Strecke auf der R591 etwas besser ausgebaut und auch weniger frequentiert. Über viele Kurven folgen wir später erneut der N71 bei Killarney. Als wir den Caha Pass passieren lichten sich die Wolken ein wenig und wir erhalten einen kleinen Einblick der grün überzogenen Caha Berge.

Der graue Himmel lädt zu keinen weiteren Outdoor Aktivitäten, wie etwa dem Ring of Beara, ein. So steuern wir unser Quartier in Killarney an. Das Cahernane House Hotel ist in einer schönen alten Villa mit viel Charme untergebracht.

Abends speisen wir vorzüglich im Hotel Restaurant. Das abseits des Stadtzentrums gelegene Landhotel hat eine schöne Gartenanlage. Dahinter beginnen die grünen Wiesen, auf denen einige Kühe weiden. Während wir speisen öffnet sich die Wolkendecke zusehends und es zeigt sich doch noch die Sonne und lässt die Wiesen in einem satten Grün erstrahlen. Die Cellar Bar lädt zu einem Nachttrunk ein. Eine gute Gelegenheit, um erneut irische Whiskeys zu probieren.zurueck

 

Donnerstag 17.08.2017 Ring of Kerry - Kenmare

Der Regen prasselt gegen die Scheibe und durchkreuzt unseren (Wetter-optimistischen) Plan, möglichst früh mit der Umrundung der Iveragh Halbinsel zu beginnen. Eine halbe Stunde später sieht es erfreulicherweise besser aus und ein paar blaue Flecken lockern den grauen Himmel auf. Nach einem schnellen Frühstück geht es los.

Der Ring of Kerry, wie diese etwa 180 Kilometer lange Rundstraße heißt, zählt zu den schönsten touristischen Highlights in Irland und ist entsprechend frequentiert. Wir folgen einer Empfehlung, die Straße entgegen dem Uhrzeigersinn zu befahren, wie es auch für Busse vorgeschrieben ist. Das erste Stück hat landschaftlich allerdings noch nicht viel zu bieten. Die Busse hängen wir am Kerry Bog Village Museum ab, wo sich auf dem Busparkplatz ein Bus an den anderen reiht. Bald erreichen wir den Atlantik und haben erste noch unspektakulären Ausblicke.

Bei Cahirsiveen biegen wir ab zum Ballycarbery Castle. Von den bewachsenen Ruinen hat man einen schönen Ausblick über die zerklüftete Küstenlandschaft und die Valentia Bucht.

Ballycarbery Castle - Ring of Kerry
Ballycarbery Castle

Besonders schön ist der Ring of Skelligs. In Portmagee erkundigen wir uns nach einer Bootstour zur 12 Kilometer entfernten Felseninsel Skellig Michael. Erwartungsgemäß gibt es keine Bootstour mehr mit Anlandung, diese sind limitiert und sollten unbedingt einige Wochen im Voraus gebucht werden. Von der zweieinhalbstündigen Bootsfahrt rund um die Insel nehmen wir Abstand, zumal die Bedingungen am heutigen Tag eine gewisse Seetauglichkeit erfordern und man auf den recht kleinen Booten jedem zu erwartenden Regenschauer voll ausgesetzt wäre.

Ring of Skellings - Cliffs of Kerry
Ring of Skelligs - Cliffs of Kerry

Erfreulicherweise erwischen wir ein Sonnenfenster, als wir den für uns schönsten Teil des Ring of Kerry erreichen. Die bis zu 300 m hohen Cliffs of Kerry kann man von zwei Aussichtsplattformen wunderbar überblicken. In der Ferne erheben sich die Skellig Inseln, die kurz darauf im Wolkennebel verschwinden. Die Landspitze der Dingle Halbinsel mit dem südwestlichsten Punkt Europas, Slea Head, liegt ebenfalls im Dunst.

Ring of Kerry

Die Straße führt nahe am Atlantik entlang und bietet Ausblicke auf die Küstenlinie. In Waterville legen wir einen weiteren Stopp ein. Das Seebad liegt auf einer Landzunge zwischen Meer und Lough Currane. Ein wenig Charme der viktorianischen Zeit hat sich der kleine Ort bewahrt, als Gäste wie beispielsweise Charly Chaplin, hier die Sommerfrische genossen.

Nach einer weiteren kurvenreichen Strecke steuern wir das Staigue Stone Fort an. Dieses Ringfort stammt aus der Eisenzeit und diente mit seinen ursprünglich 6 m hohen Außenmauern und 30 m Durchmesser zum Schutz einer kleinen Siedlung. Ganz nett, aber nicht unbedingt einen Abstecher wert.

Staigue Stone Fort
Staigue Stone Fort

In dem kleinen für seine vielen Gourmet-Restaurants bekannten Ort Kenmare flanieren wir ein wenig durch die bunten Gassen und stärken uns in einem von Französinnen betriebenen Café.

Besonders schön ist die anschließende Fahrt durch den Killarney Nationalpark. Von einigen Aussichtspunkten hat man schöne Aussichten. Killarney liegt im Herzen der Mac Gilly Cuddy Berge.

Killarney Nationalpark

Das milde Klima, beeinflusst durch den Golfstrom, ermöglicht ein üppiges Wachstum einer vielfältigen Vegetation. Die Waldböden sind von Farnen und Moosen überzogen. Nur 200 Meter von der Straße liegen die Torc Wasserfälle, die durchaus einen kurzen Abstecher wert sind.

Torc Wasserfall im Killarney Nationalpark
Torc Wasserfall im Killarney Nationalpark

Ein wenig stellen wir in Frage, ob die 180 Kilometern lange Strecke des Ring of Kerry den Aufwand wert ist. Immerhin hat sich unsere Entscheidung, entgegen dem Uhrzeigersinn zu fahren, bewährt. Die Cliffs of Kerry möchten wir natürlich nicht missen.

Abends fahren wir nach Killarney und speisen in einem großen Pub. In diesem touristischen Zentrum ist einiges los. Viele der kleinen Geschäfte haben noch geöffnet und sind gut besucht.zurueck

Freitag, 18.8.2017 Kilrush - Loop Head Drive - Limerick

Ein wolkenverhangener regnerischer Himmel begrüßt uns auch am heutigen Morgen. Das spricht leider gegen die zweieinhalbstündige Wanderung um den Muckross Lake. Die Erkundung der Dingle Halbinsel reizt uns ebenfalls nicht. Kaum vorstellbar, dass wir von den schroffen Felsklippen am westlichsten Punkt Europas - Slea Head - viel sehen würden.

In Killarney steuern wir noch das wunderschön am Ufer des Lough Leave gelegene Ross Castle an, geben uns aber mit der Außenansicht zufrieden.

So fahren wir nach Norden. Es hat den Anschein, als würde der Regen heute kaum mal eine Pause einlegen. Mit der Autofähre setzen wir bei Tarbert über die Mündungsbucht des  Shannon. Für die kurze Überfahrt werden stolze 19 Euro aufgerufen. Von der Überfahrt sehen wir angesichts des starken Regens nichts. Nicht zu übersehen ist allerdings das Moneypoint Kraftwerk in Kilimer mit seinen hohen Schornsteinen. Täglich sollen hier angeblich 5.000 Tonnen Kohle verbrannt, um ein Viertel des irischen Strombedarfs zu decken.

Das Hafenstädten Kilrush ist bekannt für Delfinbeobachtungen. Bei einem Cappuccino im Buttermarket Café meinen wir eine Aufklarung des Himmels festzustellen.

So entscheiden wir uns für eine Erkundung der sich zwischen dem Shannon und Kilkee befindlichen Halbinsel. Diese ist überraschend dicht besiedelt. Der Loop Head Drive führt uns zu einer wunderbaren Küstenlandschaft. Schon bald sehen wir die ersten vom tosenden Meer umspülten Klippen. Passend zeigt sich dann doch noch etwas Sonne.

Loop Head Drive

Besonders beeindruckend ist die schroffe Küste an der Spitze, wo sich das Loop Head Lighthouse befindet. Über einen weichen, grünen Moosteppich führt ein Weg über das Plateau relativ nah an der Steilküste entlang. Am Rande fallen die Felsen steil ins Meer hinab und machen deutlich, dass schon 60 m Höhe ganz schön beeindrucken können. Dramatisch formen sich die Wolken über uns, doch auf gelegentliche Schauer folgt schon bald wieder Sonnenschein.

Loop Head Drive

Wir folgen der Coast Road und erreichen nach wenigen Kilometern die nächste Attraktion. An der Bridges of Ross hat das Meer einen Tunnel durch das graue Felsgestein gespült und einige Höhlen gebildet. Tosend umspült das Wasser das Gestein und lässt die Gischt meterhoch spritzen. Mit diesen schönen Naturschauspielen sind wir mit dem heutigen Tag versöhnt.

Landschaftsimpression

Nun steuern wir unser Tagesziel Limerick an, mit ca. 90.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Irlands. Das King John's Castle thront eindrucksvoll auf einer Halbinsel am River Shannon.

King John's Castle - Limerick
King John's Castle

Das moderne Absolute Hotel ist ein zentral gelegenes Business Hotel. Im Restaurant Azur am George's Quay speisen wir gute international geprägte irische Küche. Die Promenade am River Shannon ist schön angelegt. Ansonsten hat die Universitätsstadt für unseren Geschmack wenig Charme.zurueck

 

Samstag, 19.08.2017 Limerick - Cliffs of Moher - Galway - Clifden

Eine der Top Sehenswürdigkeiten Irlands sind die Cliffs of Moher an der Westküste in der Grafschaft Clare. Vor 10h am Morgen hält sich der Andrang am Besucherzentrum noch einigermaßen in Grenzen. Über eine Millionen Besucher bestaunen angeblich jedes Jahr die Aussicht auf die rauen Felsen. Die Cliffs of Moher ziehen sich auf einer Strecke von etwa acht Kilometern vom Hag's Head bis nach Aillenasharragh, einer Landzunge vor Doolin. Die Steilklippen, die an ihrer höchsten Stelle 214 m hoch sind, fallen steil in den Atlantik ab. Unten brechen sich tosend die Wellen. In der Ferne sieht man - heute leider sehr diesig - die Aran Inseln. Bereits 1835 wurde an der höchsten Stelle der O'Brien's Tower als Aussichtsturm errichtet.

Clifs of Moher
Cliffs of Moher

Es lohnt sich, den Weg über den Klippen zu folgen. Zum einen lässt man einen großen Teil der Besucher hinter sich, zum anderen hat man einen fantastischen Blick auf die Steilküste. Nur das Wetter könnte das Erlebnis noch toppen - aber die Sonne bleibt hinter den Wolken verborgen. Immerhin regnet es nicht.

Um noch einen anderen Blick auf die Klippen zu erkunden, buchen wir in Doolin eine einstündige Bootsfahrt und werden ganz schön durchgeschaukelt. Von der Fahrt hatten wir allerdings mehr erwartet. Aufgrund eines ziemlich starken Wellengangs fahren wir nur mit großem Abstand die Küste entlang. An der höchsten Stelle der Klippen fahren wir etwas näher ran, um gleich schon wieder zu wenden. Immerhin können wir in der Ferne den Arche des Hag's Head erspähen.

Nun erkunden wir noch etwas die Burren, die sich im Anschluss an  den Cliffs of Moher erstrecken.

Burren

Der Name Burren ist aus dem irischen Wort »bhoireann« abgeleitet und bedeutet steinig. Ein steiniges Karstplateau ist von Erdspalten durchzogen. Über etliche Kilometer zieht sich dieses für Irland ungewöhnliche Landschaftsbild vom Meer bis hinauf auf eine flache Bergkette (UNESCO Geopark). Unter der Oberfläche befinden sich zum Teil ausgedehnte Höhlensysteme und Flüsse.

Die Universitätsstadt Galway (etwa 70.000 Einwohner) bietet etwas Abwechslung zur Natur. Am heutigen Samstag herrscht in der Innenstadt reges Treiben. Viele Straßenmusiker unterhalten oftmals gar nicht so schlecht das Publikum. Auch hier findet man wieder die für Irland so typische Pub-Szene.

Unser Tagesziel ist Clifden am Connemara Nationalpark. Das Abbeyglen Castle Hotel liegt stadtnah an der Sky Road. Die Anlage ist allerdings etwas in die Jahre gekommen und versprüht einen eher muffigen Charme. Die Qualität des Abendessens ist ebenfalls enttäuschend.zurueck

 

Sonntag, 20.08.2017 Clifden - Connemara Nationalpark

Der Tag hat leider nur eine graue Tristesse und Dauerregen für uns übrig. Südlich von Clifden führt die R341 an der Küstenlinie entlang. Das Alcock & Brown Memorial erinnert an den ersten Transatlantikflug. In Neufundland gestartet erreichten die beiden nach 16 Stunden Flug Irland. Sie landeten bei Clifden im Moor. Das Flugzeug wurde mit der Kleinbahn der hier befindlichen Funkstation geborgen. Die Bahn dient ansonsten dem Zweck, Torf für das selbst betriebene Kraftwerk einzusammeln. Es war eine der ersten kommerziellen Funkstationen zwischen den Kontinenten. Auch hiervon zeugen nur noch Erinnerungstafeln.

Trotz der schlechten Wetterbedingungen genießen wir die mäandernde Landschaft. Rotbraun leuchten die für hier typischen Algen am Ufer.

Küste bei Clifden - Connemara Nationalpark

Das Smokehouse hat am heutigen Sonntag natürlich geschlossen. Hier gibt es wunderschöne Strandbuchten wie beispielsweise Ballyconneely. Ohne blauen Himmel und Sonnenschein lässt sich das türkisblaue Wasser allerdings nur erahnen. Im Hinterland erstrecken sich weitläufig leicht hügelige Moor- und Heidelandschaften, die von vielen kleinen Seen durchzogen sind. Die Connemaraberge, die sich im Hintergrund erheben sind heute wolkenverhangen. Ein sehr schönes Landschaftsbild, das man gerne erwandern würde - jedoch nicht bei Dauerregen. Das moorige Gebiet ist ideal für Torfabbau. Immer mal wieder sind man einen Haufen mit abgestochenen Torfstücken die zugegebenermaßen an Kuhmist erinnern.

Wir folgen der Sky Road. Die tolle Weitsicht können wir erwartungsgemäß nicht genießen. Im Besucherzentrum des Connemara Nationalparks erhalten wir einige Informationen zu Flora und Fauna. Die geplanten Wanderungen fallen bedauerlicherweise ebenfalls dem anhaltenden Regen zum Opfer.

In Clifden reservieren wir für abends einen Tisch im Fischrestaurant Mitchell's, bevor wir den Nachmittag lesend im erfreulicherweise gemütlichen Kaminzimmer des Hotels verbringen.

Im Mitchell's speisen wir abends ganz vorzüglich. Insbesondere die Seefood Platte mit Austern, Muscheln, Krabbenfleisch ist sehr zu empfehlen. Anschließend genießen wir in einem sehr typischen Pub irische Whiskeys und Livemusik.zurueck

 

Montag, 21.08.2017 Ceide Fields - Downpatrick Head - Enniscrone Kilcullen's Seaweed Baths - Sligo - Donegal

Das Wetter bleibt beständig schlecht. Heute steht eine längere Fahrtstrecke nach Norden an. Ein Abstecher führt uns zu den Ceide Fields. In einer wunderbaren Klippen- und Moorlandschaft wurde beim Torfstechen eine vor 5 - 6.000 Jahren von Ackerbauern und Viehzüchtern errichtete Siedlung entdeckt, die bislang nur teilweise freigelegt wurde. Das Informationszentrum präsentiert das Thema sehr anschaulich. Angesichts des Regens begnügen wir uns mit der Ausstellung und folgen nicht dem ausgeschilderten Pfad.

Sehr gut gefällt uns die Klippenlandschaft. So lassen wir es uns nicht nehmen, zum Downpatrick Head zu fahren. Zum einen gibt es eine Felsbrücke, zum anderen einen allein stehenden Felsen. Auf dem Plateau grasen Schafe auf den grünen Weiden. Eine wunderschöne, raue Landschaft, die wir trotz Regen beeindruckend finden. Trockene Kleidung zum Wechseln haben wir dabei.

Downpatrick Head
Felsformation am Downpatrick Head

Da wir offensichtlich noch nicht genug vom Wasser haben, fahren wir nach Enniscrone Kilcullen's Seaweed Baths. In den in die Jahre gekommenen minimalistischen Thermen kann man ein Algenbad nehmen. Die Tangknäuel fühlen sich warm und ölig an und auf der Haut bildet sich eine glitschige Schicht. Zur Abwechslung steht eine hölzerne Dampfkammer zur Verfügung. Zum Abschluss des Bades (empfohlen für 30-45 Minuten, auf Wunsch auch länger) nimmt man eine kalte Meerwasserdusche. Ein ungewöhnliches, aber sehr zu empfehlendes Erlebnis.

Ein kurzer Besuch gilt den Carrowmore Steingräbern in der Nähe. Die Nekropole ist mit 30 Gräbern der größte und auch älteste der vier Megalithfriedhöfe Irlands. Im Besucherzentrum erhält man einen guten geschichtlichen Einblick. Allerdings sind nur wenige der Grabstätten wirklich noch gut erhalten.

Carrowmore Steingräber

Unser nächster Halt ist Sligo, wo wir die spätgotische Abtei besichtigen. Das Dominikanerkloster wurde bereits 1250 gegründet. Insbesondere der Kreuzgang ist noch gut erhalten.

Abtei in Sligo

Sligo (ca. 20.000 Einwohner) ist eine typische irische Kleinstadt. Wieder gibt es bunte Ladenfronten und jede Menge Pubs. In einem für sein award winning Barfood ausgezeichnetem Pub stärken wir uns, bevor wir nach Donegal im Millrock Hotel unser Nachtquartier beziehen.zurueck

Dienstag, 22.08.2017 Slieve League - Dublin

Am frühen Morgen ist es noch trocken. Wir fahren zu den Slieve League Klippen, mit angeblich 600 m Höhe sind es Europas höchste Felsenklippen. Von diversen Aussichtspunkten hat man einen tollen Blick auf die Klippen, deren Spitzen zum Teil in Wolken gehüllt sind.

Slieve League
Slieve League Klippen

Mit diesem schönen Naturschauspiel und einer schlechten Nachricht aus der Heimat endet unser Irland-Urlaub. Erfreulicherweise ist der Veranstalter Nordica Reisen (www.nordica-reisen.de) beim frühzeitigen Reiseabbruch ebenso kompetent und engagiert wie bei der Reisebuchung und kümmert sich für uns um die Flugumbuchung und Stornierungen.

 

Fazit

Insbesondere Naturliebhaber werden die Insel lieben. Das einzige Manko ist das Wetter. Wir hatten im August außergewöhnlich viel Regen - und damit ist kein Regenschauer, sondern stundenlanger Dauerregen gemeint. Also leider kein einladendes Wanderwetter.

Einstellen muss man sich ebenfalls auf einen zum Teil schlechten Straßenzustand abseits der Nationalstraßen. Uns hat Irland begeistert und den Wunsch auf Wiederkehr (dann hoffentlich mir mehr Sonne) geweckt.

 

Allgemeines

Die Republik Irland liegt im Nordatlantik und nimmt ca. 80% der Fläche der Insel Irland ein. Im Nordosten wird sie vom britischen Nordirland begrenzt. Die Irische See trennt die Insel von Großbritannien. Im Süden und Südwesten bildet der Atlantik die natürliche Landesgrenze. Mit etwa 4,8 Mio. Einwohnern hat die Republik Irland eine Bevölkerungsdichte von gerade einmal sechs Einwohnern pro Quadratkilometer.zurueck