Villeneuve-lès-Avignon

(Mai 2000)

Streng genommen gehört der kleine Ort nicht mehr zum Department Vaucluse, denn die Rhone bildet die Grenze zum Department Gard (Region Languedoc-Roussillon).

Der Bau der Pont St-Bénézet, seinerzeit die einzige Rhone-Überquerung, machte es möglich, dass sich die Kardinäle – aus Mangel an Platz und Ruhe in Avignon - im 14. Jahrhundert ihre Paläste in Villeneuve errichten konnten. Eine pittoreske Gasse führt hinauf zum Fort St-André.

Villeneuve-lès-Avignon

Das Haupttor wird von zwei massigen Zwillingstürmen flankiert. Im Fort gibt es Reste einer Benediktinerabtei. zurueck

Bonnieux*

Department Vaucluse (Lubéron)

Das schönste an diesem Ort ist seine malerische Lage am steilen Hang, denkt man zunächst, wenn man das Dorf mit dem Auto erreicht. Als Felsennest des Luberon (village perchés) wird der Ort treffend bezeichnet.

Bonnieux

Fährt man die enge Hauptstraße entlang, muss man sich in Geduld üben - nicht selten versperrt ein Lieferwagen die Fahrbahn und ängstliche Ortsunkundige trauen sich nicht zu überholen. Hat man endlich einen Parkplatz ergattert und schlendert durch die engen Gassen lernt man einen weiteren Reiz des Dorfes kennen. Die verwinkelten Straßen erkundet man in einem stetigen Auf und Ab und ergattert über den roten Dächern hin und wieder einen schönen Ausblick u.a. auf Apt, Gordes, Roussillon, Lacoste bis hin zum Mont Ventoux. Viele der kleinen Läden bieten Kunsthandwerk an und freitags werden die Gassen von bunten Marktständen gesäumt.

Sehr empfehlenswert ist das Restaurant „Le Fournil“ und das nicht nur wegen seiner schönen Lage am Place Carnot. Die gebotene provenzialische Küche, die wir zuletzt im Mai 2008 hier verspeist haben, ist sehr gut.

Nicht weit von Bonnieux entfernt liegt der kleine Ort Buoux. Sehenswert ist hier das Fort de Buoux.zurueck

 

Buoux

Department Vaucluse (Lubéron)
(November 2009)

Kurz vor Bonnieux zweigt eine Straße nach Buoux ab. Der kleine Ort hat nichts Besonderes zu bieten. Von einer kleinen Stichstraße erreicht man einen Wanderparkplatz. Ein 10minütiger Weg, der schon als solches spektakulär ist, führt zum Kassenhäuschen des Fort du Buoux.

Fort du Buoux
Fort du Buoux

Unterwegs laufen wir unter einen großen Felsüberhang her und haben den Blick auf eine alte Turmruine der auf dem Felsplateau thront. Nachdem wir die 3 EUR Eintritt entrichtet haben steigen wir den felsigen Pfad herauf. Schon bald erreichen wir die ersten Überreste einer Felswohnung. Wir durchlaufen einen alten Torbogen und erreichen die Turmruine. Der Ausblick auf das Aigebrun-Tal ist fantastisch. Mit einem Blick auf die Karte des Geländes realisieren wir erst jetzt so richtig, wie groß die Anlage ist. Wir durchschreiten eine Dorfruine mit Vorratssilos, Rathaus- und Kirchenresten und nähern uns den Burgmauern. Vom höchsten Punkt auf 554 Höhenmetern haben wir einen grandiosen Blick über das Luberon. Schon allein hierfür hat sich der Aufstieg gelohnt. Eine "verborgene Treppe" macht ihrem Namen alle Ehre und führt uns über steil abfallende hohe Stufen wieder hinab.

Fort du Buoux
Fort du Buoux

Der einzige Nachteil dieser Sehenswürdigkeit ist, dass diese in keinster Weise abgesichert ist. Die einzelnen Ruinenreste sind zwar gut gekennzeichnet und über einen felsigen Weg mit etwas Geklettere zu erreichen. Man muss aber sehr genau auf seine Schritte achten, um nicht in eine Grube zu fallen und auch die ungesicherten steil abfallenden Plateauränder bedürfen äußerster Vorsicht. Immerhin gibt es zur verborgenen Treppe einen Hinweis, dass diese für ältere Menschen, Kinder und Schwangere nicht geeignet ist. Wir sind etwas verwundet, dass keiner unserer Reiseführer auch nur annähernd beschrieben hat, was uns hier grandioses erwartet. Lediglich im Dumont Reisehandbuch Provence gibt es eine unbewertete Erwähnung. Für uns gilt das Fort du Buoux als Geheimtipp ist allerdings zugegebenermaßen für eine Besichtigung mit Kindern oder älteren Menschen nicht unbedingt geeignet. zurueck

 

Camargue**

Bouches-du-Rhône
(Oktober 2009)

Der Parc Naturel Regional de Camargue wurde 1970 am Mündungsdelta der Rhone gegründet und erstreckt sich zwischen den beiden Rhone-Armen auf einer Fläche von 92.000 ha. Salzgewinnung, Reisanbau, Flamingos, schwarze Stiere und weiße halbwilde Pferde verbindet man mit der Camargue.

Camargue

Sehr schön ist die Lagune Etang de Vaccarès. Der kleine Ort Méjanes grenzt an den mit 6.000 ha größten Standsee der Camargue. Es ist ein beliebter Touristenort, um die Gegend per Zug oder im Sattel eines der weißen Camargue-Pferde zu erkunden. In einer Arena werden zur Saison provenzialische (unblutige) Stierkämpe vorgeführt. Gut gefällt uns die 2,5 km lange Rundwanderung, die vorbei an Schilfgürteln, Pferde-Weiden und Reisfeldern durch die flache Schwemmlandschaft an den Strandsee führt. Von einer Aussichtsplattform hat man einen tollen Ausblick über die flache Sumpflandschaft und den nur etwas 50 cm tiefen See. In der Ferne sind rosafarbene Flamingos (im Sommer sind es bis zu 30.000 Tiere) und andere Wasservögel zu beobachten.

Camargue-Pferde
Camargue-Pferde

Eine landschaftlich schöne Strecke führt am Ostufer entlang nach Villeneuve und weiter an La Capellière vorbei nach Salin-de-Giraud. Unterwegs gibt es viele Aussichtspunkte die zu Vogelbeobachtungen einladen. Die Straße über den Deich Digue a la Mer führt zum Westufer des Sees mit Infozentrum und einem Vogelschutzpark. Bei unserem Besuch ist die Straße wegen Bauarbeiten leider geschlossen. Ein kurzer Spaziergang entlang des Deichs ist jedoch möglich und bietet einen wunderbaren Camargue-Eindruck und führt uns noch näher an einige Falmingos die sich im flachen Wasser tummeln heran.

Die Salinen von Salin-de-Giraud wurden in unserem Reiseführer mit einem Stern bedacht, sind aus unserer Sicht aber weniger spektakulär. Von einem aufgeschütteten Hügel hat man einen Blick über die Verdunstungsbecken und sieht einige Salzanhäufungen. In einigen Becken leuchtet das Wasser violett.

Auf dem Rückweg legen wir noch einen Stopp in Eygalieres ein. zurueck

 

Calanques**

Calanques

Zwischen Marseille und Cassis liegt die fjordartige Calanques. Meeresarme haben sich tief in die hellen Felsen eingeschnitten und bieten ein besonderes Naturschauspiel. Einige der kleinen Felsenbuchten wie beispielsweise die Port-Miou, En-Vau oder Port-Pin sind über eine nicht ganz unanstrengende Wanderung zu erreichen. Insbesondere eine Bootstour in die Calanques ist sehr empfehlenswert und bietet einen tollen Einblick in die Fjordlandschaft. Vorbei an hohen, senkrechten Felsen und den zahlreichen Felsenbuchten kann man die schroffe Landschaft erkunden. zurueck

 

Cassis*

Department Bouches-du-Rhône
(Mai 2008)

Cassis
Hafen von Cassis

An einer halbkreisförmigen Bucht, 22 km südöstlich von Marseille liegt das Hafenstädtchen Cassis. Der von hohen Bergen umrahmte Ort ist beliebtes Wochenendziel. Insbesondere in den vielen Cafés und Restaurants rund um den Hafen herrscht buntes Treiben. Ein besonders empfehlenswertes Restaurant mit einer sehr guten Bouillabaisse ist Nino. Von der Terrasse hat man einen sehr schönen Blick auf den Hafen. Von Cassis kann man eine Bootstour in die Calanques unternehmen.

Corniche des Crêtes** - Cap Canaille

Eine Fahrt auf der ziemlich schmalen und kurvenreichen Straße Corniche des Crêtes ist absolut empfehlenswert. Sie führt über die höchste Steilküste Frankreichs hinauf nach Cap Canaille (362 m) von wo man insbesondere nachmittags einen atemberaubenden Blick auf die Küste und die Calanques hat.

Blick auf Cassis - Cap Canaille

 

Blick auf die Bucht von Cassis

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Châteauneuf-du-Pape

(Mai 2007)

Von Avignon aus erreichen wir in einer Viertelstunde den kleinen Ort Châteauneuf-du-Pape. Bei der Anfahrt entdecken wir ein von Rebstöcken malerisch eingerahmtes Schloss, das sich bei näherem Hinsehen als ****Hotel "Hostellerie du Chateau des Fines Roches" entpuppt. Eine wie wir finden sehr schöne Location für ein Degustationswochenende.

Chateauneuf du Pape

Es war nicht die hoch über dem Ort thronende Festung, die das 2000 Einwohner zählende Dorf Chateauneuf-du-Pape weltberühmt gemacht haben, sondern die Weinberge. Wie der Name verrät schätzten schon die Päpste dieses Anbaugebiet sehr. Vom ehemaligen Schloss sind nicht viel mehr als zwei Außenwände erhalten. Eine sanft gewellte Landschaft umgibt den kleinen Ort.

Noch ohne Weinführer ausgestattet orientieren wir uns an uns bekannten Domainenamen. Die meisten Weingüter bieten Verkostungen an, teilweise jedoch mit vorheriger telefonischer Anmeldung. Zunächst steuern wir die Domaine de la Côte de L'Ange an. Der Wein schmeckt uns auch vor Ort sehr gut und ist zudem 30% günstiger als über unsere Bezugsquelle in Deutschland.

Als Weinliebhaber kennt Detlef die mit Parkerpunkten hochdekorierte Domaine du Pegau, vor Jahren haben wir den 99er Jahrgang mit Genuss getrunken. Der jetzt im Verkauf befindliche 2004er (der 2005er ist noch nicht auf der Flasche) schmeckt uns ausgezeichnet und wir ergattern sogar noch zwei Flaschen vom weltweit fast ausverkauften 2003er. zurueck

 

Cucuron*

Department Grand Luberon
(Mai 2007 - November 2009)

 

Auf einem Hügel am Fuße des Luberon liegt das pittoreske provenzialische Dorf Cucuron. Es gehört zurecht zu den schönsten Dörfern der Provence. Ein Kirchturm mit zwei Glocken und die Zinnen einer nur noch teilweise erhaltenen Burg überragen die roten Dächer.

Cucuron

Besonders schön ist der große von einer Quelle gespeiste Dorfteich, der von zweihundert Jahre alten Platanen eingerahmt wird. Ein schöner Platz, um in einem Cafe am Teich unter den schattenspendenden Bäumen zu verweilen. Das grün schimmernde Wasser lässt kaum erahnen, dass es im großen Bassin von dicken Karpfen nur so wimmelt. Ob diese auch in dem Gourmet-Restaurant „La Petite Maison“, das mit einer idyllischen Terrasse an diesem Platz liegt, auf der Karte stehen, bleibt allerdings zu bezweifeln. Wir genießen ein Lunch im Restaurant de l'etang das qualitativ recht ordentlich war.

Das idyllische Dorf ist noch heute intakt. Durch die engen, verwinkelten Gassen schlendernd findet man einen Metzger, einen Bäcker, einen kleinen Supermarkt und was man sonst noch zum Leben braucht. Jeden Dienstag findet unter den Platanen ein Markt statt. Aus dem Brunnen am Stadttor holen die Frauen noch heute Wasser.

Etwas skurril ist die Besichtigung der „La Boutique du Moulin à huile“. Hierbei handelt es sich um eine ehemalige Ölmühle. In den puristischen Räumen werden heute in einer Art Museum Gegenstände zur Ölherstellung sowie Kunstgegenstände gezeigt. Die Laufspur der Ochsen am Mühlrad lässt sich noch gut erkennen. Im angeschlossenen Geschäft kann man Kunsthandwerk kaufen.

Von der Burgruine und auch von einem Turm hat man einen sehr schönen Blick über die Dächer des Dorfes. Offensichtlich war auch der Regisseur Jean-Paul Rappenau von dem Dorf begeistert und hat hier den Juliette Binoche-Film „Der Husar auf dem Dach“ Mitte der neunziger Jahre gedreht. zurueck

 

Eygalieres

(November 2009)

Donjon - Oberstadt von Eygalieres

In der Nähe von Salon-de-Provence liegt das malerische Städtchen Eygalieres. Schon von Weitem bietet die Stadt an den Alpilles-Hängen einen schönen Anblick. Der Aufstieg über schmale, holperig gepflasterte Gassen führt hinauf bis zum mittelalterlichen Donjon in die Ruinen der Oberstadt ist sehr lohnenswert. Skurril überragt eine in der Sonne leuchtende weißte Madonna die Überreste einer kleinen Kapelle. Von hier hat man einen sehr schönen Panormablick. zurueck

 

Fontaine-de-Vaucluse*

Department Vaucluse - 800 Einwohner
(Mai 2008)

Die Hauptsehenswürdigkeit des kleinen Ortes Fontaine-de-Vaucluse* ist die Quelle der Sorgue am Fuße einer 230 Meter hohen Felswand. Sehr schön ist der von Platanen beschattete Place de la Colonne in der Ortsmitte. Neben verschiedenen mittelalterlichen Gebäuden und einer Kirche aus dem 11. Jahrhundert zeichnet sich der Ort außerdem als ehemaliger Wohnsitz des italienischen Dichters Petrarca aus, der hier in einer Art selbstgewählten Exil einen großen Teil seiner Gedichte verfaßt haben soll.

Vaucluse

Von der Ortsmitte erreicht man über eine 800 m lange mit zahlreichen touristischen Verkaufsständen gesäumte Straße zur Quelle. Am Fuße einer 200 m hohen Felswand liegt der türkisblau leuchtende Quelltrichter der Fontaine de Vaucluse. Die beste Zeit zur Besichtigung ist bedingt durch die Schneeschmelze im Frühjahr - im Sommer soll der Eindruck eher enttäuschend sein. Ein großes Wasserrad zeugt von der Papiermühle, die es hier einst gab (heute Schauwerkstatt). Weitere Wasserräder gibt es in der nahe gelegenen Stadt L'Isle-sur-la-Sorgue zu sehen. zurueck

 

Gigondas

(Dezember 2005)

Diesen kleinen Winzerort haben wir im Dezember 2005 besichtigt. Dies war sicherlich die falsche Jahreszeit, um die Weinregion zu erkunden. Unterhalb bizarrer Kalksteinzacken der Dentelles Sarrasines (Sarazenen-Spitzen) wachsen in einer Höhe von 160 bis 400 m. Die schwere Weinstockarbeit scheint sich zu lohnen, da die Gigondas-Weine den Châteauneuf-du-Pape-Weinen ebenbürtig sein soll.

Der Besuch lässt sich sehr gut mit einer Besichtigung von Vaison-la-Romaine, etwa 15 km entfernt, verbinden und einer Rundfahrt durch die Dentelles mit dem Felsennest Séguret verbinden. zurueck

 

Gordes**

Department Vaucluse - 2.100 Einwohner
(Mai 2000)

Das mittelalterliche Gordes thront malerisch auf einem Felsvorsprung am Steilabfall des Plateau de Vaucluse. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ort stark zerstört. Zu besichtigen gibt es u.a. eine mittelalterliche Burg, die von dem bekannten Künstler Victor Vasarély restauriert wurde.

Gordes

Den schönsten Blick auf die Stadt hat man von der Straße, die nach Cavaillon heraufführt. In unmittelbarer Nähe, 2 km südlich der Stadt, befinden sich das Museumsdorf Village des Bories***.

Village des Bories

In unmittelbarer Umgebung von Gordes liegt das Museumsdorf Village des Bories. Mörtellos gebaute Steinhütten, sogenannte Bories, sind typisch für diese Region - ca. 3.000 Bories wurden von 16. bis zum 19. Jahrhundert hier errichtet. Die im Museumsdorf zu besichtigenden Bories wurden 1960 von Grund auf restauriert. Eine niedrige Mauer rahmt das Ensemble mit Wohngebäuden und Stallungen ein.

Le village des Bories
Village des Bories

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L'Isle-sur-la-Sorgue

Department Vaucluse - 14.000 Einwohner
(Mai 2008)

In der Nähe von Fontaine-de-Vaucluse liegt die kleine Stadt L'Isle-sur-la-Sorgue. Die Sorgue wurde hier in viele Kanäle geteilt um die Wasserkraft industriell zu nutzen. Sechs der ehemals 70 Wasserräder sind noch gut erhalten. Papier-, Getreide- und Ölmühlen wurden damit angetrieben, aber auch für die Woll- und Seidenindustrie sowie für Gerbereien war das Wasser nützlich.

L'Isle-sur-la-Sorgue

Wir besichtigen die Stadt an einem Sonntag im Mai. Die schmalen rechts und links der mit Brücken verbundenen Kanäle sind von bunten Verkaufsständen gesäumt. zurueck

 

 

Château de la Tour d'AiguesLa Tour-d'Aigues

(Grand Luberon)
(Mai 2007)

 

Auf dem Weg zum sonntäglichen Markt in St Martin de la Brasque kommen wir eher zufällig durch den kleinen Ort La Tour-d'Aigues und erblicken unweigerlich die Ruinen des Schlosses. Das Château de la Tour d'Aigues war einst das prächtigste Renaissance-Schloss in der Provence, fiel aber leider Bränden im 18. Jahrhundert zum Opfer. Die heute noch stehenden, beeindruckenden Außenmauern und die vier Ecktürme lassen das einstige Ausmaß des Schlosses erkennen. Das Eingangsportal wurde in Form eines Triumpfbogens, wofür selbiger in Orange Vorlage war, gestaltet. An den Fassaden sind noch einige der filigranen Verzierungen erhalten. zurueck

 

Lauris

(Grand Luberon)

Etwas abseits der Touristenströme am Hang des Luberongebirges liegt auf einem Felsvorsprung das typisch provenzialische Dorf Lauris. Schon von Weitem sieht man die Spitze des Glockenturms aus geschmiedetem Gusseisen. Abseits der Hauptstraße läuft man durch verwinkelte Gassen, die von ineinander geschachtelten Dächern mit weiten Simsen eingerahmt werden.

Lauris

Auch ein Schloss hat der Ort zu bieten, in dessen Innenhof Kunsthandwerkstätten zu besichtigen sind. Hier finden wir alles Notwendige, um uns im etwas abseits der Stadt auf einem Hügel im Naturschutzgebiet gelegenen Ferienhaus zu versorgen. Montags und samstags findet auf dem Platz vor dem Rathaus ein Markt statt. zurueck

 

Les Baux de Provence

(November 2009)

Trutzig thront die mittelalterliche Stadt Baux auf einem Felsen am Rande der Alpilles. Die Form des 800 m langen und 200 m breiten Felsberges erinnert an ein Schiff. Seinen Namen hat dich Stadt vom provenzialischen Wort Baou, was schroffe Felsformation bedeutet.

Les Baux

Durch enge Gassen durchläuft man die Unterstadt hinauf zur Burgruine, die fast mit dem Felsen zu verschmelzen scheinen. Die Ruinen sind mit einer sehr lohnenswerten Audioguide-Führung zu besichtigen. Vom Plateau hat man einen fantastischen Blick auf die Dächer des kleinen Ortes sowie das Umland. Herbstlich gefärbte Weinstöcke und unendliche Olivenhaine (die Region ist für sein aus 5 Olivensorten bestehendes Öl und auch seinen Wein bekannt) liegen zu unseren Füßen; im Hintergrund rahmen Bergketten die Landschaft ein. Bei schönem Wetter kann bis in die Camargue und zum Crau-Plateau sehen. Auch wenn der Sonnenschein bei unserer Besichtigung fehlte, hatten wir eine unglaubliche Fernsicht bis hin zu Küste. Einige rötlich gefärbte Flecken Erde sind Reste des Minderalstoffs Bauxit, der Grundstoff zur Herstellung für Aluminium. Die Bauxitvorkommen die die Stadt seinerzeit reich gemacht haben sind heute allerdings erschöpft. Einige nachgebaute Wurfgeschosse wie Steinschleuder und Katapult, ein Rammbock sowie Pranger-Nachbauten zeugen von der kämpferischen Geschichte der Burg.

In der Unterstadt lohnt sich eine Besichtigung der romanischen Kirche Saint Vincent. Das in das Felsgestein gehauene schlichte Gotteshaus ähnelt einer Höhlenkapelle. Vom Kirchplatz hat man einen schönen Blick in das grüne Tal de la Fontaine. Die ebenfalls am Platz befindliche Kapelle der Weißen Büßer ist mit - eher kitschigen - Wandmalereien versehen.

Etwas unterhalb der Stadt befinden sich die ehemaligen Steinbrüche. Seit 1977 gibt es hier die Cathédrale des Images. Auf 400 m langen Steinwänden werden untermalt von passender Musik, Kunstwerke projeziert. Bei unserem Besuch im November 2009 findet eine Hommage an Pablo Ruiz Picasso statt. Die Diashow ist äußerst spektakulär inszeniert.

Cathédrale d'Images bei les Baux

Cathedrale d'Images bei les Baux

Wir verbinden die Besichtigung mit einem weiteren Halt in Arles. zurueck

 

Le Thoronet

(Oktober 2009)

Vom Flughafen Nizza kommend bietet sich im Oktober 2009 für uns ein kurzer Zwischenstopp bei der Abbay du Thoronet an. Die im 12. Jahrhundert angelegte Abtei gilt als Muster der provenzialischen Romanik. Es ist das älteste und kleinste Zisterzienserkloster in der Provence, kann aber durchaus mit seinen beiden Schwestern Senanque und Silvacane mithalten. Die schmucklose Anlage ist in einem sehr guten Zustand.

Abbay du Thoronet
Abbay du Thoronet

Sehr schön ist der Kreuzgang mit einem Brunnenhaus (das einzig erhaltene in der Provence). Bei der Errichtung musste der unebene Boden ausgeglichen werden. Daher hat der Kreuzgang einen unregelmäßigen Grundriss und die angrenzenden Galerien befinden sich auf unterschiedlichen Niveaus, die mit Stufen miteinander verbunden sind. Eine Treppe führt herauf zum Schlafsaal der mit der dreischiffigen Kirche verbunden ist. Abgesehen von einigen Freskenresten in den Absiden und den erst nachträglich eingebauten Fenstern ist auch die große Kirche ganz schlicht. Der Schlafsaal ist mit einem Tonnengewölbe überdacht - zum Bau wurde zunächst eine Holzkonstruktion errichtet, die nach Vollendung wieder abgerissen wurde. Eine Tür führt zu einer Empore oberhalb des Kreuzgangs. Von hier hat man einen sehr schönen Blick auf das Klosterensemble. Erwähnenswert ist ebenfalls der vom Kreuzgang abgehende Kapitellsaal, der den Mönchen als Treffpunkt diente. Auf zwei frei im Raum stehenden Säulen ruhen seine sechs aus Kappen und Kreuzrippen gebildeten Gewölbeeinheiten. Erst im 13. Jahrhundert wurde der Konservenbau an der Nordwestecke des Kreuzgangs errichtet. Zu sehen gibt es eine alte Olivenpresse, Steinsilos und einen alten Backofen. zurueck

 

Lourmarin*

Department Vaucluse - Grand Luberon
(Mai 2008 - November 2009)

Nach Apt ist Lourmarin das zweitgrößte touristische Zentrum der Region. Schon aus der Ferne bietet der Ort, aus dem das Renaissanceschloss* herausragt, einen schönen Anblick. Es macht Spaß durch die kleinen Gassen zu schlendern und durch die Geschäfte zu bummeln.

Loumarin

Im Schloss residieren heute Stipendiaten der Aixer Akademie der Künste und Wissenschaften; es ist im Rahmen eines geführten Rundgangs zu besichtigen. Das Schloss wurde während der französischen Revolution zerstört, später jedoch stilecht wieder aufgebaut. Vom Turm soll man einen sehr schönen Blick über das Luberon haben (bislang haben wir das Schloss noch nicht besichtigt).

Auf dem Friedhof liegt u.a. der Nobelpreisträger Albert Camus begraben.

Wir speisen an einem Abend im Mai 2007 im Restaurant Moulin de Lourmarin, ein ehemalige mit drei Sternen ausgezeichnetes Restaurant, das im Michelin noch einen solchen besitzen soll. Unser Fazit: Teuer und schlecht mit schwachen Service, dafür jedoch eine sehr schöne Location. Die schöne Gewölbedecke der ehemaligen Olivenölmühle ist noch erhalten und auch einige Mühlenutensilien sind ausgestellt. Einladend ist auch der schöne Garten. Bei unserem Besuch im November 2009 scheint das Restaurant nicht mehr in Betrieb zu sein. Wir sind gespannt, was wir bei unserem nächsten Besuch hier vorfinden werden. zurueck

 

Marseille***

ca. 800.000 Einwohner
(Mai 2008)

Frankreichs zweitgrößte und älteste Stadt erstreckt sich an über 57 km Küstenlinie. Bevor wir uns in die Altstadt begeben, fahren wir zunächst zur Basilika Notre-Dame-de-la-Garde, die auf einem über 150m hohen Kalkfelsen hoch über der Stadt thront.

Basilika Notre-Dame-de-la-Garde in Marseille
Basilika Notre-Dame-de-la-Garde

Die mächtige Kirche - Wahrzeichen der Stadt - wurde Mitte des 19. Jahrhundert Im romanisch-byzantinischen Stil errichtet. Vom Vorplatz hat man einen ausgezeichneten Rundblick*** auf Marseille, den Hafen sowie die vorgelagerten Inseln des Frioul. Auf der in der Bucht von Marseille gelegene Insel Château d'If wurde 1524 eine Festung errichtet, die als Staatsgefängnis diente. Die befestigte Felseninsel ist durch den Roman "Der Graf von Monte Christo" von Alexandre Dumas bekannt geworden.

Als nächstes besichtigen wir die festungsähnliche Basilique St-Victor*, Überrest eines ehemaligen Klosters. Sehenswert ist insbesondere die Krypta** mit der Grotte des hl. Victors und den Katakomben.

In einem Parkhaus am Hafen stellen wir das Auto ab und schlendern am Quai du Port entlang. Hier befindet sich das im Reiseführer empfohlene Restaurant Chez Madie les Galinettes. Mit Blick auf den Alten Hafen und das auf der anderen Seite liegende Fort Saint Nicolas genießen wir die provenzialische Küche. Die Basilika Notre-Dame-de-la-Garde erhebt sich im Hintergrund. Leider gibt es die berühmte Bouillabaisse (Fischsuppe) hier nur auf Vorbestellung, aber die angebotenen Fischgerichte sind ebenfalls gut.

Der Vieux Port** (Alter Hafen) ist heute ein reiner Fischer- und Sporthafen. Die vielen Cafes und Restaurant ziehen die Besucher an. Im Wasser liegen zahlreiche Segel- und Motorboote vor Anker, es ist kaum ein freier Platz zu sehen. Nur wenige Gebäude der Altstadt haben den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstanden, so beispielsweise das Rathaus. Die Fassade des Hôtel des Ville ist ein schönes Beispiel für die Barockarchitektur der Provenze.

Hafen von Marseille
Hafen

Weiter am Quai entlang kommen wir zum Fort St-Jean, das mit dem auf der anderen Seite liegenden Fort Saint Nicolas die Hafenausfahrt flankiert. Etwas höher gelegen liegt ein Chateau im Parc du Pharo. Über die Esplanade de la Tourette erreichen wir die Cathédrale de la Major. Auf einer Terrasse steht die mächtige Kathedrale mit zwei von Kuppeln gekrönten Türmen, die aber leider derzeit restauriert wird und nicht zugänglich ist. Mit 141 m Länge ist es der größte Kirchenbau des 19. Jahrhundert (Kölner Dom: 135,6 m lang). Kurz darauf erreichen wir die Vielle Charité**, ein ursprüngliches Armen- und Krankenhaus in dem sich heute ein Museum (MAAOA) befindet.

Der einzige Rest des alten Marseille ist das Quartier du Panier. Die verwinkelten Gassen und Treppen des Le Panier* lassen sich am Besten zu Fuß erkunden.zurueck

Merindol

Department Vaucluse
(Oktober 2009)

Der kleine Ort liegt, wie für das Luberon typisch, pittoresk auf einer Felskuppe. Lohnenswert ist von hier aus ein Abstecher in das Durance-Tal.

Durance-Tal bei Merindol
Durance-Tal bei Merindol

Von einem Parkplatz kurz vor dem Ort geht ein 3 km langer Weg ab. Nach einem kurzen Stück durch den Wald erreicht man die Durance. Der Fluss ist hier sehr breit und flach, einige Sandbänke sind freigelegt. Eine Aussichtsplattform lädt zu Vogelbeobachtungen ein. Entlang der Durance kommt man an einer alten Pumpstation vorbei. zurueck

 

Nizza

(November 2009)

Das mondäne Zentrum an der Côte d'Azur und fünftgrößte Stadt Frankreichs ist einen Besuch wert. Lange Kieselstrände fassen die großzügige Bucht ein. Wer in Nizza mit dem Flugzeug landet hat bei guter Sicht das Vergnügen einen Blick auf die schön gelegene Stadt zu werfen. Den ein oder anderen Flieger kann man bei einem Rundgang aus nächster Nähe betrachten.

Als wir auf der Suche nach einem Parkhaus die lange Strandpromenade entlang fahren stellen wir fest, dass wir leider die falsche Richtung gewählt haben. Auf einer Strecke von über 3 km gibt es keine direkte Wendemöglichkeit. So geniessen wir den ersten Eindruck der Promenade aus dem Auto heraus. Dicht an dicht reihen sich die Villen aneinander. Kleine alte Villen konkurrieren mit modernen Prachtbauten. Nachdem wir das Auto in einem bewachten Parkhaus in einer Seitenstraße der Promenade geparkt haben schlendern wir die berühmte Promenade des Anglais entlang. Das milde Klima ließ Nizza bereits in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts zum Winderkurzort werden. Natürlich lassen wir es uns nicht nehmen, einen näheren Blick auf das bekannte Prachthote Negresco zu werfen - ein einfaches Standardzimmer kostet zur Nebensaison nur 299 EUR ;-).

Bucht von Nizza mit Promenade des Anglais
Bucht von Nizza mit Promenade des Anglais

Der Schlossberg ist der älteste besiedelte Teil der Stadt. Der 92 m hohe Aufstieg (es gibt auch einen Fahrstuhl) lohnt sich. Über die Treppe kommt man zunächst am Tour Bellanda vorbei. In diesem Überbleibsel einer Bastion hat Hector Berlioz seine Oper König Lear komponiert, heute befindet sich im Turm das Musée Naval (Schifffahrtsmuseum). Vom Colline du Château hat man einen fantastischen Blick über die breite türkisblau leuchtende Bucht, die Stadtsilhouette und die im Hintergrund befindetlichen Berge. Zur anderen Seite erstreckt sich der große Hafenbecken. Die größe der hier teilweise liegenden Yachten lässt auf sehr vermögende Besitzer schliessen. Ein schön gestalteter Park befindet sich auf dem Schlossberg. Ebenfalls sind einige Reste zweier übereinander gebauter Kirchen zu entdecken.

Wir steigen zum Yachthafen hinab und werden einen näheren Blick auf die ein oder andere Luxusyacht.

Zu Fuße des Schlossbergs liegt die lebendige Altstadt. Nur 30 km von Italien entfernt wundert es nicht, dass man in der Altstadt das italienische Flair spürt, wurde die Stadt doch erst 1860 französisch. Farbenfrohe Häuser reihen sich in den engen Gassen aneinander. Nicht nur die vor den Fenstern hängende Wäsche deutet auf den italienischen Touch hin. In der engen Rue Droite befindet sich das Palais Lascaris*. Eine Besichtigung des Barockbaus aus dem 17. Jahrhundert ist kostenlos. Sehr schön ist die Eingangshalle und das steinerne Treppenhaus. Im Erdgeschoss befindet sich eine alte Apotheke. In den Räumen ist eine bunte Mischung an Mobiliar, Wandteppichen und Gemälden zu sehen.

Altstadt von Nizza
Altstadt

Nachdem wir noch einen kurzen Blick in die französische barockisierten Kirchen Ste-Croix und St-Martin geworfen haben, schlendern wir weiter zum Place Garibaldi. Auf diesem großzügen Platz stärken wir uns mit Pizza und einem Salat Nicoise und beobachten das bunte Treiben.

Die ehemalige Jesuitenkirche St-Jacques* ist leider bei unserem Besuch geschlossen. Dafür entdecken wir auf gegenüberliegende eine kleine Boulangerie (Bäckerei) Espuno. Mehrere Auszeichnungen weisen auf gute Qualität hin. In einem urigen Laden mit altem Ziegelbackofen offenbart sich eine Palette von Leckereien. Die von uns erstandenen Teilchen schmecken köstlich.

An einem kleinen Platz neben dem Palais de Justice und dem Palais Grimaldi befindet sich die Chapelle de la Miséricorde. Die angeblich schönste Kirche Nizzas ist jedoch wegen Bauschäden geschlossen.

Dienstags und samstags findet auf dem Cours Saleya der berühmte Blumenmarkt statt. Dahinter befindet sich zur Promenadenseite hin das mehrere Hundert Meter lange Flachdach der Ponchettes. Nur noch wenige kleine Läden sind hier zu finden, dafür reihen sich inzwischen die Tische der Restaurants aneinander.

Durch die Ville Moderne schlendern wir zurück zur Promenade. Neben dem Jardin Albert 1er sind insbesondere die Luxusboutiquen für gut betuchte zu finden.

Auch einige sehr renommierte Museen wie das Musée Chagall, das Musée Matisse oder das Musée d'Art Moderne et d'Art Comtemporain hat die Stadt zu bieten. Eine Besichtigung müssen wir mangels Zeit allerdings auf einen späteren Besuch verschieben. Wir haben unseren fünfstündigen Nizzabesuch bei strahlendem Sonnenschein sehr genossen und werden sicherlich noch einmal wieder kommen. zurueck

 

Oppède-le-Vieux*

(Oktober 2009)

Das mittelalterliche Dorf war jahrzehntelang nahezu unbewohnt und verfiel. Während und nach dem Zweiten Weltkrieg haben sich hier einige Künstler und Aussteiger - u.a. die Frau des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupèry (Der kleine Prinz) niedergelassen. Heute hat man den Charme des kleinen Ortes wieder entdeckt und zahlreiche Touristen und Ferienhausbesitzer bevölkern die Cafés, Läden und Galerien, die sich inmitten der morbiden Altstadt befinden.

Oppede-le-Vieux

Absolut lohneswert ist eine Wanderung durch das Tal Combrés, die wir im November 2009 gemacht haben. Der Blick auf den zu unseren Füßen liegenden kleinen Orte Oppède-le-vieux ist jedoch fantastisch und tröstet uns über den strapaziösen Abstieg hinweg. In einem kleinen Cafe auf dem Hauptplatz des Ortes geniessen wir den Blick auf die Burgruine und die Altstadt. zurueck

 

Orange*

Department Vaucluse - 29.000 Einwohner
(Oktober 2009)

Nach einer frühmorgendlichen Weinprobe bei Clos auf Caillon in Courthézon bei Châteauneuf du Pape fahren wir weiter nach Orange. Mal wieder haben wir Pech und können den dreibogigen Triumpfbogen nur eingerüstet sehen. Dennoch sind einige der detaillierten Reliefs, die den Kampf Galier gegen Römer darstellen, zu erkennen. Das inmitten eines Kreisverkehrs stehende Monumentaltor war auch ursprünglich freistehend und wurde nicht als Stadttor genutzt.

Detail aus der Bühnenwand des römischen Theaters
Detail aus der Bühnenwand des römischen Theaters

UNESCO WeltkulturerbeBesonders sehenswert ist das römische Theater - es gilt als besterhaltenstes Theater der Antike und wurde von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und ist im Rahmen einer sehr informativen Audioguide-Führung zu besichtigen. Die ehemalige Bühnenwand des zur Kaiserzeit im 1. Jahrhundert errichteten Theaters ist sehr gut erhalten. Die dreigeschossige Wand ist 103 m breit und überragt mit seinen 38 m das gesamte Theater. Über der 60 m breiten Bühne thront der Imperator. An die 100 Kopien der Kaiserfigur wurden von Rom gebaut und in die Städte versandt. Der Kopf der 3,55 m hohen Kaiserstatue - in diesm Fall Aigäus - war abnehmbar um diesen bei Bedarf auszutauschen. Für den Bau der 37 m hohen halbrunden Sitzreihen bezog man den Felsen des St. Eutrope-Hügels mit ein. Bis zu 10.000 Zuschauer fanden hier Platz. Der soziale Rang bzw. die Herkunft war für die Sitzreihe entscheidend. Die vordere Reihe war den Stadtherren vorbehalten, dahinter saßen die geistlichen und erst dann folgten die Handwerker und Kaufleute. Den Abluss bildeten die sogenannten "pullati" - das nieder Volk aus Bettlern, Prostituierten, Ausländern und nicht gesellschaftsfähigen Schichten. Für das Orchester stand ein 19 m breiter Orchestergraben zur Verfügung. Schon seinerzeit war die Bühne mit einer Holzkonstruktion überdacht was ebenfalls zu einer sehr guten Akustik beitrug. Obwohl das Theater später in Vergessenheit geriet und besiedelt wurde, ist es nach dem Rückbau noch sehr gut erhalten. Reste der Fassade können im gegenüberliegenden Museum besichtigt werden.

Westlich des Theaters befindet sich die Ruine eines römischen Tempels.

Leider ist unser Reiseführer von 2006 und die Restaurant-Tipps nichts mehr aktuell. Die Entscheidung, unterwegs in ein Restaurant einzukehren, entpuppt sich mangels Möglichkeiten als falsch. So ist auch unser Stopp in Carpentas nicht von erfolg gekrönt, um kurz nach 14:00 h werden wir in einem sehr nett aussehenden Restaurant nicht mehr bedient. zurueck

 

Roussillon**

(Mai 2000 - November 2009)

In farbenfrohen Ockertönen liegt die Stadt auf einem Hügel. Die intensiven Farbtöne der Häuser des malerischen Dorfes Roussillon** spiegeln die Farbvielfalt des angrenzenden Ockergebietes wider, die hier in den Ockerbrüchen abgebaut wurden.

Roussillon
Roussillon

Vor der Entdeckung der synthetischen Pimente war dieser Rohstoff sehr beliebt und brachte dem Städtchen Reichtum.Die typischen verwinkelten Altstadtgassen trifft man auch hier an. Durch den Torbogen eines hübschen Glockenturms gelangt man hinauf zum Castrum von wo man eine tolle Aussicht aufs Luberon und auf einige herausragende Ockerfelsen hat.

Gegenüber vom Ortseiongang sind eindrucksvolle Ockerfelsen, die Chaussée des Géants (Straße der Riesen) zu besichtigen. Der kurze 35 minütige bzw. 50 minütige Weg führt an farbenfrohen Formationen vorbei. Auf Schautafeln wird über den Ockerabbau informiert. Die Ockerfelsen in Rustrel sind sicherlich noch beeindruckender, aber dennoch gibt dieses kompakte Gebiet einen schönen Einblick.

Ockerfelsen Chaussée des Géants in Roussillon
Ockerfelsen in Roussillon

Sehenswert ist ebenfalls der kurz vor dem Eingang gelegene Friedhof. Die typischen Steingräber sind mit Terracotta-Blumen geschmückt. Einen Tag vor Allerheiligen sind die Grabstätten ebenfalls mit bunten Blumen geschmückt, die herbstlichen Astern leuchten inallen erdenklichen Farben. Vom Friedhof hat man einen sehr schönen Blick auf Roussillon.zurueck

 

Rustrel

(Mai 2007)

Phantastische Felsformation in vielfältigen Ockertönen gibt es hier zu bewundern. Empfehlenswert ist eine Wanderung durch das Colorado von Rustrel, die wir im Mai 2007 gemacht haben.

Rustrel
Colorado von Rustrel

Ein Highlight der Ockersteinbrüche ist der Cirque der Barriès. Wir wandern zunächst hinein und haben einen schönen Blick auf die bizarren und farbenfrohen Gesteinsformationen. Doch auch von oben ist der Blick äußerst lohnenswert. Sehr schön ist auch die sogenannte „Sahara“(Cirque de Bouvène) wo die Felsen in leuchtenden Rottönen erstrahlen. Von hier aus hat man auch einen sehr schönen Blick auf die Erdpyramiden Cheminées des Fées. zurueck

 

Saint-Paul-de-Vence

(Oktober 2009)

Als wir im Oktober 2009 Ankes Eltern vom Flughafen in Nizza abholen, bietet sich für uns ein kurzer Zwischenstopp im Saint-Paul-de-Vence an. Burgähnlich thront das mittelalterliche Städtchen auf einem Hügel und ist von einer 3 km langen Ringmauer eingefasst.

Saint-Paul-de-Vence

Die schmalen Gassen, die im Sommer von den Touristenströmen belagert werden, sind Ende Oktober erfrischend leer. In den netten Geschäften und Galerien wird ein schönes Angebot an Kunstobjekten, typisches aus der Provence sowie außergewöhnliche Kleidung und Schmuck angeboten. Insbesondere Kunstliebhaber kommen wir auf ihre Kosten. In zahlreichen Galerien werden schöne Skulpturen und Gemälde zur Schau gestellt. zurueck

 

Senanque

(Mai 2008)

In der Nähe der Gemeinde Gordes im Department Vaucluse, liegt die Abbay de Sénanque, eine Abtei des Zisterzienserordens. Sie wurde 1148 von Zisterziensermönchen aus der Abtei Mazan im Vivarais gegründet. Bemerkenswert ist die für Zisterzienser typische asketische Strenge. Diese wurde nicht nur in ihren Klosterregeln, bei denen Gebet, harte körperliche Arbeit, Gottesdienst und karge Mahlzeiten festgeschrieben waren, deutlich, sondern auch in der Architektur. Diesem Ideal entspricht das schmucklos-schlichte Kloster Sénanque.

Abbaye de Sénaque
Abbaye de Senanque

Die Abtei ist ausschließlich im Rahmen einer Führung zu besichtigen, die absolut empfehlenswert ist.

Jeder Provence-Liebhaber kennt das Bild der Abtei hinter blühenden Lavendelfeldern. Diese kann man leider nur zur Lavendelblüte Juli / August so erleben. zurueck

 

Silvacane**

(Mai 2007)

Die ehemalige Abbaye de Silvacane am Südufer der Durance ist ein Zisterzienserkloster. Die schlichte, dreischiffige Klosterkirche wurde zwischen 1175 und 1230 auf dem höchsten Punkt des Platzes errichtet.

Abbaye de Silvacane
Abbaye de Silvacane

Herzstück des Klosters ist der Kreuzgang mit schönen Säulen. Im Garten befand sich ein Waschbecken, von dem noch Reste zu sehen sind. Sehr schön ist das Kreuzrippengewölbe im Kapitelsaal und im Saal der Mönche – dem einzigen beheizten Raum des Klosters. Der große Schlafsaal ist mit einem spitz zulaufenden Gewölbe über Gurtbögen versehen - hier schliefen die Mönche angezogen auf einem Strohlager.

Während der Französischen Revolution wurde die Abtei zu einem Bauernhof gemacht. Dennoch hat sie in weiten Teilen ihre Ursprünglichkeit bewahrt. zurueck

 

Ste-Victoire

(Mai 2007 - Oktober 2009)

Von Aix aus ist es nicht weit zum Montagne Ste-Victoire. Nicht nur den in Aix geborenen Maler Paul Cezanne hat dieser beeindruckt und er hat den Berg in vielen seiner Bilder verewigt.

Montagne Ste-Victoire
Montagne Ste-Victoire

Rund um den Montagne Ste-Victoire gibt es zahlreiche Wandermöglichkeiten. Der Aufstieg auf den Gipfel, den wir zuletzt im Oktober 2009 bestiegen haben ist sehr lohnenswert. Etwa 600 Höhenmeter gilt es zu überwinden. Entschädigt wird man von einem grandiosen Panoramablick (bei klarer Luft von der Camargue im Westen über das Massif des Maures bis zu den Alpen im Osten).

Unter anderem erblickt man das romantisch gelegene Dorf Vauvenargues, das insbesondere durch Pablo Picasso sehr bekannt wurde. Das schöne Renaissance-Schloss wurde 1958 von Picasso erworben und war die letzte Ruhestätte des berühmten Künstlers.

Picasso Villa

Einen guten provenzialischen Roséwein kann man im Weingut Domaine de Saint-Ser erwerben. zurueck

St-Gilles**

11.000 Einwohner
(Oktober 2009)

Auf dem Weg in die Camargue legen wir einen kurzen Stopp in dem 16 km von Arles entfernt liegenden kleinen Städtchen St-Gilles ein. Sehenswert ist insbesondere die Kirche aus dem 12. Jahrhundert mit den Reliquien des heiligen Aegidius.

Kirche von St-Gilles - Reliefs an der Westfassade

UNESCO WeltkulturerbeDie Westfassade wurde 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Drei an einen römischen Triumpfbogen erinnernde Portale und reicher Figurenschmuck und Bilderfriese verzieren die Fassade. Von dem Zustand selbiger sind wir jedoch sehr enttäuscht. Die meisten Köpfe der Figuren fehlen und die Fassade ist ziemlich schwarz. Schön ist die 50 x 25 m messende Krypta, die man nur gegen Eintritt (5 EUR) besichtigen kann. Die Unterkirche ist mit einem schönen Kreuzgewölbe ausgestattet. Neben der Kirche befinden sich die Reste des im 17. Jahrhunderts zerstörten Chores. Die Ruinen lassen den ehemaligen Grundriss noch erkennen. Sehr schön ist ein Säulenfuß an der ein Figur mit einem eingeklemmten Fuß abgebildet ist - wahrscheinlich ein Hinweis auf einen Arbeitsunfall. Hier befinden sich ebenfalls die Reste eines freistehenden Treppenhauses. Die "Vis de St-Gilles" (Schraube von St-Gilles) hat ihren Namen von einer Wendeltreppe aus dem 12. Jahrhundert - für die damalige Zeit ein Meisterwerk. zurueck

 

St-Rémy-de-Provence - Glanum

ca. 10.000 Einwohner
(Mai 2008)

An den nördlichen Ausläufern der Alpilles liegt die kleine Stadt St-Rémy-du-Rhone. Hier wurde Nostradamos geboren und Van Gogh verbrachte seine letzten Lebensjahre. In der schönen Altstadt findet man Patrizierhäuser, einige Brunnen und eine Stiftskirche.

Vincent von Gogh hat zur Bekanntheit der Stadt beigetragen, als dieser 1888 in Arles lebte. Eine Krise des Künstlers führte dazu, dass es sich einen Teil des Ohrs abschnitt. Daraufhin wurde er in das Irrenhaus St-Paul-de-Mausole gebracht. Das ehemalige Kloster kann besichtigt werden. Im ersten Stock hatte Vincent van Gogh sein Zimmer, im Erdgeschoss ein Atelier. An die 150 Bilder sollen während seines Aufenthaltes hier entstanden sein.

St-Paul-de-Mausole - St-Rémy
St-Paul-de-Mausole - St-Rémy

Südlich der Stadt befindlichen Ruinen der griechisch-römischen Stadt Glanum* haben den Ort bekannt gemacht. Die im 2. Jahrhundert vor Christus entstandene Stadt wurde 480 von den Westgoten zerstört. Zunächst sieht man das 18 m hohe Mausoleum** (leider bei unserem Besuch eingerüstet) und den sehr gut erhaltenen Stadtbogen (Arc municipal)* auf dem Le Plateau des Antiques**.

Glanum - Le Plateau des Antiques
Glanum - Le Plateau des Antiques

Inzwischen wurden die Ruinen von Glanum* freigelegt. Allerdings sollte man nicht zuviel erwarten. Neben ein paar ausgegrabenen Säulen- und Mauerresten sind nur noch vereinzelte Reliefplatten zu sehen und der einstige Grundriss ist nur mit Hilfe eines Plans zu erahnen. zurueck

 

 

St Martin de la Brasque

(Grand Luberon)

Uns wundert es nicht wirklich, dass selbst unser Navigationssystem Probleme hat, diesen kleinen Ort auf Anhieb zu finden. Wären wir nicht auf der Suche nach einem sonntags stattfindenden Markt gewesen, hätten wir St Martin de la Brasque wahrscheinlich niemals angesteuert. Abgesehen von dem sonntäglichen Markt, mit dem man ebenfalls schnell fertig ist, haben wir nichts erwähnenswertes entdecken können. zurueck

 

Vaison-la-Romaine

Department Vaucluse
(Dezember 2005)

Am Fuß des Mont Ventoux liegt das mittelalterliche Städtchen Vaison-la-Romaine. Eine alte einbogige Steinbrücke überspannt den Ouvèze und hat auch die Flutwelle, die 1992 50 Menschen forderte, unbeschadet überstanden. Pittorekse Gassen zeichnen die unter der einstiegen Burg liegende mittelalterliche Oberstadt Ville Haute aus.

Besonders sehenswert sind die römischen Ausgrabungen der antiken Stadt. Teile der ehemaligen Grundmauern sind freigelegt. In der parkähnlichen Anlage sind ferner einige Statuen (Kopien) und Säulenreste zu sehen. Auch das ehemalige antike Theater wurde restauriert und wird heute als Freilichtbühne genutzt.

Vaison-la-Romaine
Römische Ausgrabungen in Vaison-la-Romaine

Von hier aus lohnt sich ein kurzer Abstecher nach Gigondas, der 15 km entfernt liegenden Weinregion die mit Châteauneuf-du-Pape ebenbürtig sein soll. zurueck