Grand Circle - USA
Utah - Arizona - New Mexico - Colorado
Reiseeindrücke September / Oktober 2004
Samstag, 18.09.2004 / Sonntag 19.09.2004 Stoppover Las Vegas
Montag, 20.09.2004 Valley of Fire State Park - Lake Mead - Springdale (Zion National Park)
Nach einem frühen (7:30 h) Starbucks-Frühstück geht es nun endlich in die Natur. Die Interstate 15 fahren wir in Richtung Salt Lake City. Von der Wüstenlandschaft und den im Hintergrund auftauchenden Gebirgszügen sind wir nach dem ganzen Las Vegas-Rummel ganz begeistert. Nach etwa 50 Meilen führt der Highway 169 zum Valley of Fire State Park.

Nachdem wir den Piano Rock von Nahem betrachtet haben geht es weiter zum „Arch Rock“, dessen pittoreske Gesteinsformationen herrlich von der Sonne angestrahlt werden und rot leuchten. Den Felsen darf man besteigen um zum Arch zu gelangen – dieses Fotomotiv lassen wir natürlich nicht aus. Weiter geht es zum Atlatl Rock, wo es indianische Felsmalereien, sogenannte „Petroglyphs“, zu sehen gibt. Am „White Domes“ lohnt sich ein kurzer Abstieg, das Farbspiel der Felsformationen, das von weiß über gelb bis hin zu rot reicht, diente schon häufig als Filmkulisse – die Reste einer mexikanischen Hacienda sind hiervon noch übrig geblieben. Besonders spektakuläre Blicke bietet die Strecke zwischen White Domes und Rainbow Vista.

Als „Seven Sisters“ werden sieben einzelne ungewöhnlich geformte Felsen bezeichnet, die dazugehörige Picknick-Area wird nicht nur von Touristen gerne genutzt, auch kleine Erdhörnchen kommen auf der Suche nach Futter zutraulich nah heran. Ein weiterer Höhepunkt des State Parks ist der Elephant Rock, der tatsächlich einem Elefanten ähnelt. Nachdem wir erst leichte Mühe hatten, auf Basis der Beschilderung den Felsen zu finden (liegt zu offensichtlich direkt an der Strasse), lädt uns eine kleine Felsplattform zu einer letzten Rast ein und wir genießen die Aussicht auf die schönen rot leuchtenden Felsformationen, im Hintergrund ist ein kleines Stück des türkis leuchtenden Lake Mead zu erkennen.
Das Valley of Fire hat sich vor über 150 Mio. Jahren aus großen Sanddünen gebildet. Durch starke Erosion sind die interessanten Felsformationen entstanden. Im Visitor Center gibt es weitere Informationen über die Entstehung des Feuertals, dass vor Urzeiten mal ein Meer war. Empfehlenswert ist ein Besuch im frühen oder späten Sonnenlicht, da die pittoresken Gesteinsformationen dann leuchtend rot reflektieren. Achtung, im Park gibt es keinerlei Verpflegung zu kaufen, nicht einmal Wasser!
Wir machen einen kleinen Abstecher nach Overton Beach am Lake Mead. Gut Situierte haben hier ihre Luxusyachten liegen, natürlich mit überdachten Liegeplätzen. Das Wasser des Lake Mead, der durch den ca. 60 km entfernten Hoover Dam gestaut wird, leuchtet türkis vor den ihn umgebenden Felsformationen. Am heutigen Montag ist hier gar nichts los.
Über den Highway 169 fahren wir weiter in Richtung Overton und gelangen später zurück auf die Interstate 15. Nachdem wir einen kleinen Zipfel von Arizona durchquert haben, erreichen wir nach Utah.
In St. George machen wir unsere erste Tankerfahrung (an zahlreichen Zapfsäulen muss noch ein „nozzle“ nach oben gestellt werden, bevor das Tanken möglich ist!) und kaufen Lebensmittel ein. Das Angebot ist im Supermarkt erwartungsgemäß riesig, dennoch ist es nicht ganz einfach, unserem europäisch geprägten Geschmack Genüge zu tun.
Am späten Nachmittag erreichen wir Springdale, ein kleiner Ort direkt vor dem Eingang zum Zion National Park. Das im Reiseführer empfohlene Cliffrose Lodges & Garden Motel (www.cliffroselodge.com) hat noch ein schönes wenn auch nicht ganz günstiges Zimmer mit Blick auf den Watchman frei, eine Felsformation des Zion National Park.. Leider kühlt es abends derart ab, dass wir nicht mehr (entspannt) auf dem Balkon sitzen können - aber den Blick können wir natürlich auch aus dem Zimmer genießen.
Dienstag, 21.09.2004 Zion National Park
An diesem Morgen werden wir erneut früh wach und können noch den tollen Sternenhimmel bewundern, bevor es langsam hell wird. Nach Kaffee und Muffins geht es los. Das Wetter könnte nicht besser sein!

Den 1919 gegründeten Zion National Park zeichnen hohe Canyon-Wände und massive Monolithen aus, die durch den Virgin River gebildet wurden. Am Lake Mead trifft der Virgin River mit dem Colorado River zusammen. Da jährlich über 2,5 Mio. Besucher in den Zion National Park kommen, hat man vor einigen Jahren die Einfahrt mit dem eigenen Auto von April bis Oktober untersagt. Stattdessen gibt es einen gut organisierten, kostenlosen Shuttle-Bus-Service, mit dem wir bis zum Weeping Rock fahren.

Bei einem kleinen Picknick genießen wir den wunderbaren Ausblick, für uns einer der schönsten Blicke, die man sich vorstellen kann und natürlich auf keinem Foto auch nur annähernd einzufangen. Die Felsen werden nun von der Sonne angestrahlt und bieten uns für den Rückweg viele Fotomotive.
Wieder unten angekommen gehen wir noch zum 400 m entfernten Weeping Rock, ein steinerner Alkoven (Grotte) mit tropfenden Quellen und daraus hervorgehenden hängenden Gärten.
Mit dem Shuttle-Bus fahren wir weiter zum Temple of Sinawawa, der Endstation des Busses. Unsere Energie reicht noch für einen kleinen Riverside Walk. Der Virgin River hat zur Zeit nicht viel Wasser, die am Ufer liegenden Felsen lassen seine sonstige Kraft jedoch vermuten. Nach 1,5 km machen wir wieder kehrt. Der Weg, der weiter zu den Narrows führt, bedarf erst einer Flussdurchquerung und soll im weiteren Verlauf sehr steinig und schwierig sein, wofür wir weder die nötige Ausstattung noch Energie haben.
Den verbleibenden Nachmittag verbringen wir am einladenden Hotel-Pool mit Blick auf die umliegenden Felsformationen. Im wohltemperierten Whirlpool pflegen wir unsere geschundenen Glieder, bevor wir abends einen kleinen Spaziergang nach Springdale machen. In der Zion Gallery sehen wir uns noch die unglaublich schönen Fotografien des Foto-Künstlers Michael Fatali (www.fatali.com) an, der traumhafte Naturaufnahmen (ohne Bildbearbeitung oder Filter) macht. Leider sind die Bilder mit rd. 1.500$ pro großformatigem Bild kein Schnäppchen.
Wir finden noch die Möglichkeit, ein Lebenszeichen per E-Mail in die Heimat zu verschicken, bevor wir es uns mit einer Flasche Wein und einem Becher Häagen Dasz-Eis ausgestattet im Hotel gemütlich machen und später vom Whirlpool aus den Sternenhimmel bewundern.
Mittwoch, 22.09.2004 Zion National Park – Coral Pink Sand Dunes State Park – Red Canyons – Bryce Canyon National Park
Bevor es heute weiter zum Bryce Canyon National Park geht wollen wir noch eine kleine Wanderung zu den Emerald Pools im Zion NP machen. Es verspricht wieder ein grandioser Tag zu werden, um 8:00h morgens ist kein Wölkchen am Himmel, auch wenn es trotzdem noch ziemlich kalt ist, denn die Sonne hat das Tal noch nicht erreicht. Der Lower Pool Trail führt uns zu einem derzeit sehr kleinen Pool.

An der dahinterliegenden steilen Felswand, die sich sehr schön im Wasser spiegelt, sieht man, wie in weniger trockenen Jahreszeiten das Wasser den Felsen herabstürzt. Der Upper Pool Trail ist etwas felsiger aber unproblematisch zu erwandern. Auch im auf einer Felsplattform gelegenen Upper Pool, der den darunter liegenden Lower Pool speist, ist kaum Wasser. Zurück gehen wir den Middle Pool Trail und haben noch einmal einen sehr schönen Blick auf die Felswand die mittlerweile komplett von der Sonne angestrahlt wird sowie in den Zion Canyon. Der Felsen des Observation Point sieht von hier aus gar nicht so hoch aus, wie aus der Nähe betrachtet. Mit unserem Fernglas erspähen wir, dass die ersten Wanderer Angels Landing bereits erreicht haben.
Zurück zur Zion Lodge gehen wir an der Straße entlang zum Court of the Patriarchs Viewpoint.

Leider haben wir die Entfernung zwischen den beiden Busstops unterschätzt, aber wir sind ja (noch) gut zu Fuß. Am Court of the Patriarchs führt der kürzeste Trail des Zion NP zu einer Aussichtsplattform, von wo aus man einen schönen Ausblick auf die drei Patriarchs-Felsformationen Abraham, Isaac und Jacob hat, die ebenfalls von der Sonne angestrahlt werden.
Für uns wird es leider Zeit zurück zu gehen, denn bis 11:00 h müssen wir auschecken. Der Zion NP hat uns ausgesprochen gut gefallen. Gerne hätten wir iauch noch den Kolob Arch gesehen, der mit einer Spannweite von 93 m zu den längsten freistehenden naturgeschaffenen Felsbögen der Welt gehört, doch dieser ist nur auf einer 14 Meilen langen Wanderung zu erreichen, für die uns keine Zeit bleibt.
Über den als Scenic Drive gekennzeichneten Zion-Mount Carmel Highway (No.9), der sich über Serpentinen hochschlängelt und durch einen eine Meile langen Tunnel (1930 fertig gestellt) führt, verlassen wir den Park und genießen noch ein paar wunderschöne Blicke auf die abwechslungsreichen, farbenfrohen Felsformationen. Leider verpassen wir hinter dem Tunnel den kurzen Canyon Overlook Trail, der einen schönen Blick auf den Great Arch versprochen hätte.
Angesichts der noch frühen Tageszeit entschließen wir uns an der Mount Carmel Junction, einen Abstecher zum Coral Pink Sand Dunes State Park zu machen. Die 5$ Eintritt (der NP-Pass gilt leider nicht in State Parks) sind hier gut angelegt.

Von der Aussichtsplattform haben wir bereits einen tollen Ausblick auf die einige Meilen lange Sandlandschaft. Durch Eisenoxid wurde der Sand rot gefärbt und leuchtet im Sonnenlicht. Ein Teil des Parks ist für OHV (Off Highway Vehicles) zugelassen, einige drehen bereits im Sand ihre Runden. Wir wandern in die Sandlandschaft, die von Gebirgszügen umgeben ist. Der Aufstieg auf die große, ca. 50 m hohe Düne ist mühsam aber absolut lohnenswert. Oben angekommen genießen wir den tollen Ausblick auf die weite Dünenlandschaft, die unwirklich wirkt. Etwa eine Stunde stapfen wir mühsam durch den Sand und finden eine Menge schöner Fotomotive von noch unberührten Sanddünen oder vereinzelt im Sand wachsenden Sträuchern.
Nun geht es auf dem Highway 89 weiter zum Bryce Canyon National Park. Die Landschaft hat sich inzwischen komplett verändert und zeigt sich jetzt als Prärie mit vereinzelt auftauchenden Felsformationen. Nachdem wir auf den Highway 12 abgebogen sind, erreichen wir nach wenigen Meilen unerwartet rot leuchtende Felsen – es sind die skurrilen Felsformationen der pittoresken Red Canyons, wie wir später nachlesen.

Angezogen von der Schönheit der Felsen nehmen wir den steilen Fototrail, von dem aus wir einen sehr schönen Ausblick auf die Formationen haben, die teilweise tiefrot sind. Der Abstieg ist etwas schwieriger, zumal wir keine Wanderschuhe an haben und der Weg über Schotter führt. Doch nach einigen kleinen Rutschern kommen wir heile unten an. Dieser kleine Vorgeschmack steigert unsere Vorfreude auf den nun nicht mehr weit entfernten Bryce Canyon NP.
Dort angekommen suchen wir zunächst ein Quartier, haben jedoch Pech, das kurz vor dem Park gelegene Bryce View Motel ist schon komplett ausgebucht. Da es in Bryce nur wenig Quartiere gibt entscheiden wir uns kurzerhand, die 10 Meilen nach Tropic zu fahren, wo wir uns bessere Chancen erhoffen. Nach drei Absagen finden wir endlich ein Zimmer in einem einfachen Motel (Country Inn Lodge).
Es ist 17:00 h und uns bleibt noch etwas Zeit für einen ersten Besuch im Bryce Canyon National Park. Wir wollen das „Pferd von hinten aufzäumen“ und steuern zunächst den letzten, 18 Meilen vom Parkeingang entfernten Aussichtspunkt, den Rainbow Point, an. Das erhoffte Abendlicht bleibt aus, denn die Sonne ist zu dieser Jahreszeit zu tief und strahlt nur noch ein paar wenige Felsen an. Der Ausblick, der sicherlich an die 100 Meilen weit reicht, ist dennoch sehr schön. Das gleiche Phänomen beobachten wir bei den anderen Viewpoints, so dass wir direkt den Sunset Point ansteuern, wo wir auch nicht mehr Glück haben.
Im Restaurant des Ruby’s Inn (Best Western) warten wir 10 Minuten auf einen Tisch und bekommen einen sehr netten in einer kleinen Nische zugewiesen, der die Massenabfertigung weniger stark sichtbar macht. Das Steak ist, abgesehen von den Beilagen, sehr gut. So gesättigt fahren wir zurück zu unserem Motel, um für die morgigen Aktivitäten fit zu sein.
Donnerstag, 23.09.2004 Bryce Canyon National Park - Tropic
Von der Dusche im Nebenzimmer werden wir sehr früh geweckt und machen uns leicht gerädert auf den Weg zum Bryce Canyon NP, wo wir den Sunrise Point ansteuern. Heute Morgen ist es kaum über 0°C, entsprechend statten wir uns mit Fleece und Jacke aus – Handschuhe wären auch nicht schlecht. Vom Aussichtspunkt genießen wir einen ersten Ausblick auf die Felsformationen, die angestrahlt jetzt etwas spektakulärer wirken als am Vorabend. Offensichtlich war unsere Erwartungshaltung zu groß, denn bislang können wir die Lobpreisungen nicht nachvollziehen. Dennoch rüsten wir uns für eine Wanderung, 200 Höhenmeter hinab in den Canyon.
Die Sonne steht inzwischen schon so hoch, dass nur noch wenige Schatten gebildet werden und

Tausende von Spitzen, Pfeilern, Säulen und Felstempeln wurden zu einem großen Amphitheater aus roten Steinen arrangiert. Obwohl der Bryce Canyon 1923 bereits zum National Monument und 1928 zum National Park erklärt wurde, war dieser in den 20er und Anfang der 30er Jahre noch ziemlich unbekannt, was sich durch die Werbung der Union Pacific Railroad, die dort eine Lodge angelegt hat, schnell änderte.

Nach fünf Stunden Wanderung und knapp 12 km Strecke sind wir froh, dass wir nur noch einen kurzen Weg auf dem Rim (der Felskante) zum Sunrise Point vor uns haben und den weiteren Park per Auto erkunden können.

Am kurz vor dem Park liegenden Fairyland Point halten wir noch einmal an und bekommen ein ähnliches, nicht minder spektakuläres, Bild geboten, wie im Nationalpark.
Der kleine Ort Bryce besteht hauptsächlich aus dem großzügig angelegten Ruby’s Inn, das ganz auf Bustourismus eingestellt ist, mit dazugehörigen Touri-Shops - im Western-Stil und aufgepäppelt durch einen alten Trabbi mit deutschem Kennzeichen und vielen Aufklebern.
Für heute merklich geschafft fahren wir zurück nach Tropic und genießen noch etwas die Sonne, bevor wir eine typische amerikanische -Hauptsache dick mit Käse belegte- Pizza essen. Kein Wunder, dass so viele Amerikaner so übergewichtig sind.
Freitag, 24.09.2004 Grand Staircase Escalante National Monument: Hole-in-the-Rock Road
Schon um 7:00 h machen wir uns auf den Weg zum Grand Staircase Escalante National Monument. An der Ranger Station erkundigen wir uns nach den Wetteraussichten und den aktuellen Straßenverhältnissen der Hole-in-the-rock-road – absolut unproblematisch. Wir suchen uns einen schönen Picknickplatz und funktionieren kurzerhand unseren Mietwagen zum Camper um, indem wir die Heckklappe als Sitz und Tisch verwenden – so schmecken auch die „puffigen“ Bagel.
Die Hole-in-the-rock Road ist eine unbefestigte Straße (dirt road), über die man nach 57 Meilen das besagte Hole erreicht. 1880 haben Mormonen eine Straße angelegt, um mit ihren Wagen den einzigen Einschnitt durch den Glen Canyon zum Colorado River (heute Lake Powell) passieren zu können. Die ersten Meilen bis zum Devils Garden sind sicher noch mit normalem Pkw befahrbar, danach empfehlen wir Allradantrieb (4WD) und mit hohen Bodenabstand (High Clearance).
In Devils Garden erwarten uns interessante Felsformationen, die wie Skulpturen wirken. Die sogenannten Hoodoos sind ausgesprochen farbenfroh und strahlen im Sonnenlicht. Hier sehen wir auch unseren ersten naturgeschaffenen Felsbogen, den Metate Arch. Hoodoos sind Felsen, die meist andersfarbige und anders geformte Felsen wie einen Deckel tragen. Warum das in der Übersetzung Unglücksbote heißt können wir nicht nachvollziehen.

Inzwischen haben wir den 4WD zugeschaltet und steuern den Dry Fork, an um die beiden Slot Canyons Spooky Gulch und Peek-A-Boo Gulch zu erkunden. An der Registration Box tragen wir uns ein und folgen - wie wir bis dahin annehmen - dem Trail, der stellenweise recht steil hinab führt. Wanderschuhe sind ein absolutes Muss!!! Da wir kein Kartenmaterial haben, folgen wir sicherheitshalber einem anderen Paar, dass einen gut orientierten Eindruck macht, müssen jedoch später feststellen, dass wir falsch gelotst wurden. Ein älterer Herr, der trotz (grober) Kartenkopie denselben Fehler gemacht hat, zeigt uns den weiteren Weg zum Spooky Gulch, den wir so auch finden.
Am Eingang des Spooky Gulch Slot Canyons sind wir von den hohen Felswänden begeistert und wandern hinein. Der Weg wird immer enger - den Trinkflaschengürtel müssen wir stellenweise abnehmen, um seitlich durch die Zwischenräume zu passen; dick darf man hierfür nicht sein. Bald erreichen wir die erste Stelle, die nur durch geschicktes Klettern zu meistern ist.

Der ältere Herr hat uns inzwischen wieder eingeholt und wir können uns revanchieren indem wir ihm helfen, ebenfalls die Kletterpartie zu meistern. Ganz sicher sind wir uns nicht mehr, dass unsere Information richtig war und man den Slot Canyon wirklich durchqueren kann. Detlef entscheidet sich, den Rückweg anzutreten, während Anke den Slot Canyon weiter erkunden möchte. Gefolgt von dem älteren Herrn geht der Weg weiter und hat noch einige klettertechnischen Herausforderungen zu bieten, die sich nur mit sehr viel Geschick meistern lassen. Entgegen dem älteren Herrn - der an einigen Stellen schon ein wenig Hilfe benötigt - wäre Anke hier nicht alleine durchgegangen.
Nach einem dennoch fantastischen und spektakulären Erlebnis erreichen wir den Ausgang des Canyons. Leider hat die Abstimmung zwischen uns nicht besonders funktioniert. Detlef, der den Canyon von Außen umrunden und zum Ausgang kommen wollte, ist nirgends zu sehen und es wird deutlich, dass der Ausgang ohne Kartenmaterial kaum zu finden sein wird. Auch von einem Aussichtspunkt aus ist niemand zu sehen und auf laute Pfiffe erfolgt keine Antwort. Was nun? Zum nächsten Slot Canyon wird er sicher nicht gegangen sein, also geht Anke zurück zum Eingang. Mit dem Gedanken, dass man eigentlich nicht viel blöder sein kann, zumal Anke die komplette Wasserversorgung hat, findet sie nach halbstündiger Suche (eher zufällig) den Eingang und dort glücklicherweise auch Detlef wieder. Dieser hatte tatsächlich einen Weg zum Ausgang gesucht, aber nicht direkt finden können, so dass er zum Eingang zurückgekehrt ist. Dort hatten sich inzwischen ein paar Touristen zum Picknicken niedergelassen. Nachdem er diese gefragt hat, ob sie den Canyon vom Ausgang aus durchquert und Anke gesehen hätten, schauen diese ihn nur unverständlich an. Deren Reiseführer berichtet, dass der Canyon nicht zu durchqueren ist, da teilweise große Steine den Weg versperren – das mit den Steinen stimmt!!! Um so besorgter geht Detlef immer wieder ein Stück in den Canyon hinein und antwortet auch mit Rufen auf die (eindeutig als Ankes identifizierten) Pfiffe, was der Canyon aber verschluckt. Derartige Abenteuer werden wir künftig bleiben lassen. Kein Spot kann so toll sein, dass man solche Risiken eingeht.
Wir machen uns auf den (vermuteten) Weg zum Peek-A-Boo Gulch. Den älteren Herrn treffen wir wieder und er schließt sich uns erneut an. Gemeinsam – immerhin mit einem groben Kartenausschnitt – suchen wir den zweiten Slot Canyon. Der ältere Herr zeigt uns stolz seine Gummischuhe, die er zusätzlich mitschleppt, denn der Canyon hat wohl einige feuchte Stellen und am Eingang ein großes Wasserloch, das kaum trockenen Fußes zu durchqueren ist.


Um das Abenteuer des vorherigen Slot Canyons nicht zu wiederholen entscheidet sich auch Anke für den Rückweg. Mit Detlefs Hilfe gelangt sie auch wieder trockenen Fußes zurück. Nachdam wir aus dem Canyon geklettert sind laufen wir außen herum zum Eingang, was hier leichter möglich ist als beim Spooky Gulch.
Der ältere Herr hat es tatsächlich geschafft, allerdings sieht er entsprechend aus, denn er hatte aufgrund der Enge leider keine Gelegenheit die Schuhe zu wechseln, so dass er jetzt entsprechend -inkl. seiner Hose- verschlammt ist. Wir haben uns also richtig entschieden! Vor dem Eingang ist eine große Pfütze, die man zum erkunden des Slot Canyons erst überwältigen muss. Noch schwieriger ist es, den Eingang zu erreichen, denn hierfür muss man erst ein paar Meter hoch klettern. Der ältere Herr ist nun ebenfalls der Meinung, dass dieser Aufwand für den nicht besonders spektakulären Slot Canyon nicht gerechtfertigt war.
Endlich finden wir den eigentlichen Trail und gelangen zurück zum Parkplatz. Eingestimmt auf einen kurzen Walk von nicht mehr als eineinhalb Stunden, haben wir insgesamt dreieinhalb Stunden gebraucht Eine weitere Erfahrung, dass man die unwegsame Natur, insbesondere die nur unzureichend ausgeschilderten Wege, nicht unterschätzen sollte.
Die Hole-in-the-rock Road fahren wir weiter bis zum Dance Hall Rock. Schon vom ersten Anblick aus der Ferne sind wir ganz begeistert. Rote Felsen ragen aus der ansonsten ebenen Landschaft und erinnern uns verdammt stark an die Olgas oder eine kleine Schwester des australischen Ayers Rock. Benannt wurden die Felsformationen nach den Mormonen, die während des Anlegens der Straße beim Tanzen ihre Inspiration für den weiteren Bau bekamen. Noch schöner werden die Felsen, wenn man sie erklettert. Einige potholes (Wasserlöcher) haben sich gebildet und sind teilweise mit Wasser gefüllt oder sogar mit Sträuchern und kleinen Bäumen bewachsen. Der Blick von oben ist klasse.

Bis zum „Hole-in-the-rock“ am Ende der 57 Meilen langen unbefestigten Straße ist es uns zu weit. Wir kehren um und fahren stattdessen den 10 Meilen langen Abstecher bis Eqypt. Die Strecke ist definitiv nur für 4WD geeignet. Unterwegs kommen wir an einigen beeindruckenden Schluchten vorbei. Am Ziel angekommen haben wir vom Plateau eine fantastische Aussicht auf die Waterpocket Fold des Capitol Reef National Park.

Auf dem Rückweg halten wir noch an einer Schlucht. Als wir herantreten können wir unseren Augen kaum trauen, denn auf den ersten Blick ist der Boden nicht zu erkennen. Wir schätzen die Schlucht auf über 100 m Tiefe, eingerahmt von steilen Felswänden. Nachdem wir einmal herum gegangen sind lässt sich das Ausmaß erahnen und wir haben einen weiten Blick in das sich anschließende Tal. Den Namen der Schlucht werden wir wohl nie erfahren, denn es gibt keine Ausschilderung.
Langsam wird es Zeit zurück zu fahren, denn wir müssen auch noch ein Quartier finden und nach knapp 100 Meilen dirt road sind wir merklich geschafft. In Escalante übernachten wir in einem einfachen Motel (Prospector Inn).
Samstag, 25.09.2004 Grand Staircase Escalante NM - Burr Trail Road - Capitol Reef National Park - Torrey
Leider ist Anke durch die gestrige Prellung in der Peek-A-Boo Gulch angeschlagener als erwartet, so dass wir (leider) den hoch gelobten Calf Creek Fall Trail auslassen müssen, denn 10 km Rundweg sind definitiv zu viel. Schade!!!
Nachdem wir unseren gestrigen Picknickplatz am Anfang der Hole-in-the-rock Road erneut angesteuert und unser improvisiertes Frühstück verspeist haben, fahren wir weiter bis Boulder, wo der Burr Trail abzweigt.
Die Burr Trail Road, ebenfalls eine unbefestigte Straße, führt zum Capitol Reef National Park. Schon nach kurzer Zeit ändert sich die Landschaft und die bis dahin gelb/weißen Felsformationen leuchten erneut rot. Am ersten Abzweig (rechte Seite nach etwa 10 Meilen) erreichen wir einen Trail, den wir auf der Suche nach dem Long Canyon entlang wandern.

Nach einigen weiteren Meilen auf dem Burr Trail erreichen wir den Abzweig zur Wolvertine Loop Road, die wir bis zum Abzweig zum Horse Trail fahren, wieder einmal eine empfehlenswerterweise nur mit 4WD befahrbare Strecke, die durch einen derzeit ausgetrockneten Flusslauf führt und uns den Blick in eine noch schönere Landschaft mit abwechslungsreichen Felsformationen eröffnet.


Zunächst beziehen wir im Best Western in Torrey unser Quartier. Vom Zimmer aus haben wir einen schönen Blick auf die inzwischen wieder roten getönten Felsformationen. Von soviel Steinen erst einmal genug haben, legen wir eine zweistündige Pool-Pause ein. Der Blick aus dem leider beinahe überheizten Whirlpool ist genial. Die Wärme scheint Ankes Bein gut getan zu haben.
Natürlich lassen wir den Tag noch nicht ausklingen, sondern fahren erholt zurück zum Capitol Reef NP und betrachten den Chimney Rock – ein gewaltiger roter Felsen – sowie The Castle – ein weißer Burg-ähnlicher Felsen, der auf einer roten Gesteinsformation thront.


Wir fahren in den Nationalpark hinein und stellen nach einigen Meilen auf dem Scenic Drive fest, dass die Anfahrt zum Park über den Highway mindestens ebenso spektakulär war. Da die Sonne inzwischen so tief steht, dass die Felsen bald dunkel sein werden, fahren wir zum Sunset Point am Gooseneck Point zurück und genießen die schöne Aussicht auf die sich im Abendlicht verändernde Landschaft. Das rote Glühen der Felsen bleibt jedoch aus, aber das Erlebnis ist trotzdem schön, zum Schluss erstrahlt der Himmel leicht lila durchzogen hinter den erloschenen Felsen. Der zunehmende Mond rundet das Bild ab.
Uns verlangt es mal wieder nach einem ordentlichen Essen und wir steuern in Torrey das Capitol Reef Inn & Cafe an. Auch wenn der Service etwas überfordert und desorganisiert ist, das Steak ist (inkl. der Beilagen) hervorragend. Und das Restaurant hat mal etwas Ambiente. Zurück im Motel genießen wir den traumhaften Sternenhimmel vom heißen Whirlpool aus, bevor wir mal wieder todmüde ins Bett fallen.
Sonntag, 26.09.2004 Capitol Reef National Park – Moab – Arches National Park
Nach einem improvisierten Frühstück auf dem Zimmer mit Blick auf die sich langsam rot färbenden Felsen fahren wir erneut in den Capitol Reef National Park.
Da es Ankes Bein wieder etwas besser geht, entscheiden wir uns, den Grand Wash Trail zu erwandern, der zwischen Scenic Drive und Highway 24 liegt und one-way 2,5 Meilen lang ist, so dass zumindest die Option für Anke besteht, diesen nur one-way zu gehen und sich von Detlef am Highway 24 aufpicken zu lassen. Wir durchwandern "The Narrows" und kommen an über 200m hohen Felswänden vorbei, müssen jedoch feststellen, dass wir uns die Wanderung spektakulärer vorgestellt haben. Dennoch gehen wir zusammen wieder zurück zum Auto.

Wir ersparen es uns, den Scenic Drive noch weiter zu fahren und halten stattdessen an einem alten Farmhouse, kurz vor dem Parkende. Am Gooseneck Point legen wir einen kleinen Zwischenstopp ein, hier haben sich 6 Ford-Oldtimer wunderbar vor der Chimney Rock-Kulisse aufgereiht.

Zurück auf dem Highway 24 besichtigen wir das alte Schoolhouse, das von Ende des 19. Jh. bis in die 40er Jahre des 20. Jh. hinein in Betrieb war. Zwischen 8 und 26 Schüler wurden gleichzeitig in acht verschiedenen Klassen unterrichtet. Ein Ofen in der Mitte des kleinen Schulraums deutet darauf hin, dass es im Winter durchaus kalt werden kann.
Nachdem wir noch ein paar weniger spektakuläre Petroglyphs besichtigt haben beschließen wir, den Park zu verlassen und heute einen Fahrtag nach Moab einzulegen. Den Highway 24 fahren wir bis zur Interstate 70, der wir bis zur Crescent Junction folgen, bevor wir dann auf den Highway 191 abbiegen.
In Moab finden wir ein günstiges Zimmer im Apache Motel, das etwas abseits von der Hauptstraße liegt. Hier hat schon John Wayne übernachtet, als er den Film „Rio Bravo“ gedreht hat. Es ist noch früher Nachmittag – eine gute Zeit um das schöne Sonnenlicht für einen ersten Besuch des Arches National Park zu nutzen. Anscheinend sind mit uns viele Wochenendtouristen unterwegs, denn vor der Parkeinfahrt hat sich eine kleine Schlange gebildet. Zugegebenermaßen haben wir uns auf den kleinsten Nationalpark der USA nicht besonders gut vorbereitet, erhalten jedoch das übliche ausführliche Karten- und Infomaterial und steuern die einzelnen Viewpoints an. Über 2000 katalogisierte Arches haben sich hier gebildet, neue entstehen durch Erosion und alte zerfallen mit der Zeit. Die Arches reichen von knapp einem Meter bis zu über 90m.
Wir sind ganz begeistert von diesem 1971 gegründete Nationalpark, der sich durch einzelne spektakuläre Felsformationen hervorhebt. Nirgends sonst auf der Welt sind so viele natürliche Steinbögen und ungewöhnliche Steinformationen zu sehen. Im Hintergrund runden die teilweise schneebedeckten La Sal Mountains, der zweithöchste Gebirgszug in den Staaten, das Bild ab.
Am Park Avenue Viewpoint genießen wir zunächst die Aussicht auf verschiedene Felsformationen, bevor wir weiter zum Balanced Rock fahren. Es ist unglaublich, wie sich ein dicker Felsbrocken auf einer dünnen Felsschicht hält, es sieht so aus, als müsste er jeden Moment herunter fallen.

In der Window Section folgen wir einem kurzen Trail zum North- und South Window - zwei große Arches - sowie ferner zum Turret Arch, der nicht minder spektakulär ist. Der nahe gelegene Double Arch ist leider im Schatten, so dass wir uns die Wanderung dahin ersparen. Stattdessen fahren wir zum Delicate Arch und folgen vom Viewpoint aus dem Upper Viewpoint Trail. Nur mit einer Kletterpartie erreichen wir den Aussichtspunkt auf den leider noch einige 100m Luftlinie entfernten knapp 14m hohen Arch, von dem wir durch eine tiefe Schlucht getrennt sind.

Auf der Rückfahrt halten wir noch einmal am jetzt von der Sonne angestrahlten und glühend rot leuchtenden Balanced Rock. Der zunehmende Mond sorgt für eine abgerundete Sonnenuntergangsstimmung und leuchtet über den lila schimmernden inzwischen wolkenfreien La Sal Mountains.
Montag, 27.09.2004 Canyonlands National Park – Arches National Park - Moab
Im Visitor Center in Moab erkundigen wir uns nach den Straßenverhältnissen der Shafer Trail Road (4WD), bevor wir den Highway 191 bis zum Abzweig zum 1964 gegründeten Canyonlands National Park zurück fahren. Der größte National Park Utahs ist in drei Gebiete eingeteilt: Island in the Sky, Maze und Needles und wird durch den Green River und den Colorado River unterteilt.

Am Mesa Arch folgen wir dem eine Meile langen Rundweg zum Arch. Dieser liegt wohl platziert direkt an der Felskante vor der tiefen Schlucht - man sollte also schwindelfrei sein, wenn man den Arch für ein tolles Photomotiv erklettern möchte.
Erst am Green River Overlook erschließt sich uns die spektakuläre Landschaft des Island in the Sky, das aufgrund der Flussverläufe wie ein „Y“ geformt ist. Vom Green River Overlook blickt man, 300 m über dem White Rim stehend, bis zu 100 Meilen weit.

Der Upheaval Dome hält ebenfalls einen spektakulären Ausblick auf einen ca. 500 Meter tiefen Krater bereit. Vom ersten Aussichtspunkt hat man einen guten Blick auf die grünen Hügel, den Weg zum zweiten Aussichtspunkt brechen wir auf halber Strecke ab, weil es nach einem ziemlichen Geklettere aussieht. Zwei unterschiedliche Theorien versuchen dieses Naturphänomen zu erklären. Die erste geht von einem Meteoriteneinschlag vor ca. 60 Mio. Jahren aus, die zweite davon, dass sich Salzschichten im Boden gebildet haben, die nach oben gedrückt wurden – hört sich für uns wahrscheinlicher an.

Wir entscheiden uns für die kürzere Shafer Trail Road, empfehlenswert auch nur mit 4WD. Das erste Stück ist besonders interessant, denn hier schlängelt sich die Straße steil und serpentinenförmig hinab in die Schlucht, ist aber sehr gut zu befahren. Am Dead Horse Point Overlook folgen wir dem Gooseneck Trail und haben einen tollen Blick auf die Schleife des Colorado Rivers, der grün leuchtet. Die weiterführende Potash Road führt an einer Saline vorbei. Nach etwa 15 Meilen dirt road freuen wir uns auf die dahinter wieder geteerte Straße, die sich direkt am Colorado entlang schlängelt.

Wir mussten festgestellen, dass wir noch nicht alle Highlights des Arches National Park nicht gesehen haben – hier waren wir wirklich schlecht vorbereitet. Also nutzen wir den verbliebenen Nachmittag zu einem erneuten Besuch.

Auf dem Weg legen wir noch einen kleinen Fotostopp am Tunnel Arch sowie am Pine Tree Arch ein. Leider haben wir die falsche Tageszeit erwischt, die Arches liegen im Schatten. Ebenso der Landscape Arch, der dennoch sehr beeindruckend ist. Dem Trail folgen wir noch weiter und passieren die weniger spektakulären Bögen Wall Arch und Navajo Arch – natürlich ebenfalls im Schatten. Der Double O Arch soll zwar noch in der Sonne sein und einen spektakulären Sonnenuntergang bieten, aber die weiteren 1,3 Meilen one-way sind uns dann doch zu viel und wir haben keine Lust, im dunklen zurückzuklettern. Als wir wieder am Auto ankommen ist es schon kurz vor sieben. Es sind einige Wolken aufgezogen, so dass der Sonnenuntergang heute sowieso nicht so spektakulär sein wird. Dafür haben wir auf der Rückfahrt einen schönen Blick auf den aufgehenden Vollmond, der den angesagten Wetterwechsel bestätigt. In Moab steuern wir das Slickrock Cafe an, erleben erwartungsgemäß jedoch keine positive Überraschung. Immerhin ist der Service nett und bringt anstandslos eine neue chicken breast, nachdem wir beim Umdrehen der ersten leider feststellen mussten, dass diese unappetitlich verbrannt war. Dafür ist das Cafe licensed, so dass wir sogar mal wieder Cocktails und Wein zum Dinner trinken können.
Zurück im Motel zappen wir durchs Fernsehprogramm und treffen zufällig auf die amerikanische Fassung von „Wer wird Millionär“. „Who wants to be a millionaire“ ist im Vergleich zur deutschen Version wesentlich schneller. Selbstverständlich scheitern wir schon bei den einfachsten Fragen.
Dienstag, 28.09.2004 Canyonlands National Park – Cortez
Für heute haben wir uns den südöstlichen Teil des Canyonlands National Parks – The Needles - vorgenommen. Die angekündigte Wetteränderung ist eingetreten, es ist ziemlich bewölkt, aber die Sonne scheint ab und zu - die letzten Tage waren wir ja auch mit Sonne und blauem Himmel sehr verwöhnt.
Wir verlassen Moab und fahren den Highway 191 in Richtung Monticello, um später auf den Highway 211 abzubiegen (nicht zu verfehlen, denn auf der linken Seite ist eine riesige Felsformation zu sehen, die einem französischen Brioche ähnelt), der uns zum südlichen Park-Eingang führt. Im Visitor Center erkundigen wir uns zunächst nach den Straßenverhältnissen. Die 4WD-Strecke zum Colorado River Overlook ist leider geschlossen. Die vom Elephant Hill abgehenden Dirt roads sind zwar zugänglich, aber wohl extrem schwer zu befahren und die in unserem Reiseführer angegebene Strecke zum Angel Arch gibt es gar nicht mehr. Hierdurch leicht demotiviert fahren wir in den Park hinein.

Der erste Stopp gilt dem Wodden Shoe Arch Overlook – die Ähnlichkeit mit einem Holzschuh können wir immerhin feststellen. Als nächstes steuern wir den Big Spring Canyon Overlook an. Hier gibt es leider derzeit Straßenarbeiten, so dass wir zunächst warten müssen, bis das Pilot Car zurück kommt und wir diesem folgen dürfen.

Der Overlook bietet einen Blick auf Island in the Sky in der Ferne, das von hier aus jedoch nicht so spektakulär wirkt. Von hier führt ein 5,5 Meilen langer Trail zum Confluence Overlook, an dem Green River und Colorado River zusammen treffen, doch die 11 Meilen Gesamtstrecke sind uns zuviel, zumal unser Fokus auf der Erkundung der Needles liegt.
Am Pothole Point folgen wir einem kurzen Trail zu den besagten Pothols, die teilweise mit Wasser gefüllt sind. Von hier haben wir einen schönen Blick auf die noch ziemlich weit entfernten Needles.

Damit bleiben uns leider die weiteren spektakulären Highlights des Parks verschlossen. Bedauernswerterweise wurde in unserem Reiseführer die 4WD-Strecke nicht als schwer dargestellt, denn dann hätten wir uns gleich auf eine Tageswanderung zu den Needles eingestellt. Vor Ort erfuhren wir dann, dass es sich um die schwerste Strecke in Utah handeln soll. Unser Fazit für diesen Teil des Parks ist: die spektakulären Sehenswürdigkeiten wie The Needles oder Confluence Overlook kann man sich nur erwandern. Bevor wir den Park wieder verlassen legen wir noch einen kleinen Stopp bei Cave Springs ein und besichtigen das unter einem Alkoven gelegene historische Cowboy Camp, das über Holzleitern zu erreichen ist, neben ein paar Pictographs aber nicht so viel zu bieten hat.
Noch schwerer zugänglich ist The Maze, der westlich gelegene, dritte Teil des Parks - er zählt zu den am schwersten zugänglichen Gebieten der USA.
Den restlichen Tag nutzen wir, um in Richtung des Mesa Verde National Park zu fahren. In Cortez suchen wir uns ein Quartier (es gibt eine Fülle Motels) und gönnen uns noch eine kurze Auszeit. Abends raffen wir uns noch einmal auf, um zum Dry Dock Restaurant zu gehen, eine Empfehlung unseres Reiseführer. Die Qualität ist, abgesehen von den beim ersten Mal verbrannten Spare Ribs, erstaunlich gut. Unseren Spaß haben wir, als wir die zurückgegebenen verbrannten Ribs auf dem Teller eines Asiaten am Nebentisch eindeutig wieder erkennen. Es sieht zwar nicht nach genüsslichem Essen aus, aber offensichtlich reichen seine Englischkenntnisse nicht für eine Beschwerde aus, denn selbstverständlich wurde ihm mit der üblichen „everything ok“-Floskel die Möglichkeit hierzu gegeben und wir hatten auch das Gefühl, dass es ihm auf den Lippen lag – aber offensichtlich nicht in Englisch.
Weitere Ziele in Colorado und Utah: Reisebericht Rocky Mountains USA
Letzte Aktualisierung: Oktober 2004 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker
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| Reiseführer / Reiseinfos | |
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Zusätzlich hatten wir den deutschsprachigen Reiseführer USA, der ganze Westen. Ein sehr umfassender Reiseführer, der jedoch ein wesentlich größeres Gebiet abhandelt und viele allgemeine Reiseinformationen gibt. Die Sehenswürdigkeiten werden nur aufgelistet, aber in keiner Weise bewertet. Unseren besonderen Dank möchten wir an dieser Stelle an Karsten Rau (www.karsten-rau.de)richten. Seine äußerst informativen Reiseinformationen haben uns einige sehr schöne Highlights beschert.
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• American Park Network |

