Namibia - Land der Kontraste

 

Freitag, 20.01.2006 Palmwag - Aub Canyon

Die heutige Fahrstrecke ist mit 170 km überschaubar. Die ersten 70 km sind uns noch bestens vom Vortag bekannt. Kurz darauf fahren wir durch eine phantastische Landschaft.

landschaft

 

Die Felsformationen erinnern uns wieder stark an Utah, allerdings ist die Landschaft hier wesentlich hügeliger. Das satte grün einiger Sträucher kontrastiert wunderschön mit dem roten Stein. Hinter jeder Kurve eröffnet sich eine neue, atemberaubende Aussicht. Leider erspähen wir keinen der hier lebenden Wüstenelefanten. Wie wir später erfahren sind die mit dem Regen Richtung Norden gezogen.

Schon um kurz vor 11:00 Uhr passieren wir den Seuchenkontrollzaun - die "Rote Linie" durchzieht Namibia auf einer Länge von 6.600 km von Ost nach West. Anlass für diesen Veterinärzaun gab die Rinderpest von 1879. Es dürfen keine tierischen Produkte eingeführt werden. Kontrolliert werden wir indes nicht, sondern nur auf die nächste Tankstelle verwiesen. Kurz darauf sehen wir ein Kamel - ein komischer Anblick - und erreichen die Palmwag Lodge.

Unsere ursprüngliche Planung, den Tag mit einem Abstecher zum Ongongo Wasserfall in der Nähe von Sesfontein, schlagen wir uns aus dem Kopf, nach dem uns mitgeteilt wurde, dass die Straßenqualität derzeit so schlecht sei, dass man vier Stunden für die 80 km bräuchte. So ganz glauben wir das zwar nicht und vermuten eher, dass man von der Lodge organisierte Touren verkaufen möchte. Dennoch ersparen wir uns den zusätzlichen Fahraufwand und genießen statt dessen die entspannte Atmosphäre auf dem Lodge-Gelände.

Die angebotene Sundowner-Tour finden wir mit 300 N$ zu teuer, zumal man nicht einmal unbedingt Tiere, insbesondere Nashörner, sehen wird. Dafür machen wir von der Möglichkeit Gebraucht, selber das Konzessions-Gebiet der Lodge zu befahren und besorgen uns für 130 N$ eine Permit.

Von der Hauptstraße gehen mehrere Zufahrten in das Gebiet ab. Mit der überlassenen Karte und unserem 4x4 fühlen wir uns gut ausgestattet, obwohl die Fahrspur durch die Gerölllandschaft ziemlich schlecht ist. Etwas irritiert sind wir, als einige auf der Karte nicht eingezeichneten Wege abgehen. Natürlich entscheiden wir uns mal wieder für den falschen und durchqueren einige tiefe und ziemlich felsige Schluchten, die dem Allradfahrzeug einiges abverlangen. Als wir feststellen, dass wir eigentlich nur den Berg umrunden und von dem erwarteten Aub Canyon weit und breit nichts zu sehen ist, machen wir kehrt, um später dann doch noch den Canyon zu erreichen. Dieser ist mit nur 25 m Tiefe nicht sonderlich spektakulär. Um so schöner ist die rote Landschaft, die von hohen Bergen eingerahmt wird.

Flaschenbaum

 

Abgesehen von ein paar Vogelstimmen ist es mucksmäuschenstill. Auf den Felsen entdecken wir einige außergewöhnlich aussehende Eidechsen mit blauschimmerndem Körper und orangem Kopf, Schwanz und Beinen. Abgesehen von den "üblichen" Springböcken und Antilopen sehen wir leider keine Tiere, obwohl es hier Giraffen und Zebras geben soll. Und natürlich Nashörner, aber darauf wagen wir kaum zu hoffen.

Wieder zurück auf der Hauptstraße können wir kaum fassen, dass wir schon drei Stunden unterwegs sind, jedoch nur 25 km gefahren sind - was auf den schlechten Zustand der Strecke zurückzuführen ist. Dennoch beabsichtigen wir noch einen zweiten, kürzeren Abstecher in das Konzessionsgebiet zu machen. Doch erst einmal werden wir überrascht und sehen direkt neben der Hauptstraße in nur 50 Meter Entfernung eine Herde Giraffen, sogar einige Jungtiere sind dabei. Endlich wieder Safari!

Die zweite Zufahrt in das Konzessionsgebiet ist augenscheinlich in einem besseren Zustand. Verwirrt werden wir nur, dass wir keine Möglichkeit zum Abbiegen sehen, so wie es auf der Karte vorgesehen ist. Wieder fahren wir durch einige unwegsame Wasserläufe und viel weiter, als gedacht. Der Sonnenstand und auch die Kompassnadel weisen und untrügerisch drauf hin, dass wir in die falsche Richtung fahren. Wir kehren also wieder um - als Pfadfinder sind wir eindeutig nicht geeignet. Eigentlich finden wir es unverantwortlich, dass es einerseits erlaubt ist, mit einer Permit das Gebiet zu befahren, auf der anderen Seite es aber keine Wegweiser gibt und die ausgehändigte Karte ebenfalls unzureichend ist. Wirklich bedenklich war es zwar nicht, da es noch nicht dunkel war und wir uns die Strecke gemerkt haben. Zurück in der Lodge hat man sich immerhin schon Sorgen über unseren Verbleib gemacht und hätte wenig später mit der Suche begonnen. Als wir den Missstand fehlender Wegweiser sowie die Ungenauigkeit der Karte bemängeln, teilt man uns mit, dass die Karte tatsächlich veraltet ist. Man verspricht uns jedoch, dem Tourguide für Morgen gleich aufzutragen, die Lage zu kontrollieren und man will auch die Karte in Kürze aktualisieren.

Mit dem Abendessen wartet man bereits auf uns. Von der fünfstündigen Allradfahrt sind wir ganz schön mitgenommen und brauchen erst einmal einen Wodka-Lemon. Trotz der Anstrengung möchten wir die Fahrt durch die traumhafte Landschaft nicht missen. Schade nur, dass wir so auf die Fahrspur konzentriert waren, dass wir für Elefanten und Nashörner keinen Blick hatten ;-) zuruek

Samstag, 21.01.2006 Kaokoveld / Himba-Dorf - Seisfontein - Ongongo Wasserfall

Wake up call um 6:00 h. Für heute haben wir eine Tour zu einem Himba-Dorf gebucht. Wir genießen es, mal nicht selber fahren zu müssen, werden in dem alten Landrover jedoch ziemlich durchgeschaukelt. An der Tour nehmen noch vier weitere Lodge-Gäste teil. Mit Dirk, einem unterhaltsamen Landschaftsgärtner aus Aachen, kommen wir näher ins Gespräch. Er hat Afrika schon mehrfach bereits und ist ein wahrer Naturkenner.

Kaokoveld
Kaokoveld

Zunächst fahren wir Richtung Sesfontein, biegen jedoch kurz vorher in Richtung Opuwo ab. Das Dorf Otjihorovara erreichen wir über einen Abzweig, der nach weiteren 80 km von der C43 abgeht. Die Himba, eins der wenigen noch existenten Naturvölker, leben als Halbnomaden im Kaokoveld im Nordwesten Namibias in Clans von bis zu 50 Personen zusammen. Der Stamm, den wir besuchen, gehört mit 200 Rindern zu den reicheren. Als wir die Hütten erreichen werden wir freundlich von einigen Kindern begrüßt. Ein beklemmendes Gefühl stellt sich ein, weil wir in die Privatsphäre eindringen - auch wenn die Himbas daran gewöhnt zu sein scheinen. Emanuel, unser Reiseleiter, erzählt uns eine Menge über das Leben der Himba und dolmetscht für uns.

Kaokoveld- Besuch eines Himba-Dorfes Kaokoveld- Besuch eines Himba-Dorfes
Kaokoveld - Besuch eines Himbadorfes

Die Hütten bestehen aus gestampften, mit Kuhdung vermischtem Lehm, was einen entsprechenden Geruch verströmt. Männer sind keine zu sehen, da sie mit dem Vieh auf der Suche nach Weidegründen sind. Die Frauen kochen Maisbrei oder zerstoßen roten Stein, den sie mit tierischen Fetten mischen und so eine Paste herstellen, die als Schmuck und Schutz auf die Haut auftragen wird. Die Himba-Frauen lieben es, sich zu schmücken uns sind reich mit selbstgefertigten Ketten und Bändern behangen. Unterschiedliche Haartrachten lassen die sozialen Stufen erkennen. Lange Zöpfe werden zusammen mit Gras und anderen füllenden Substanzen eingeflochten. Eine verheiratete Frau ist an ihrer Kopfbedeckung - erembe - zu erkennen. Jungen haben zunächst einen Tonsurhaarschnitt und erhalten später Zöpfe eingeflochten. Nur wenige Himba-Kinder besuchen jemals eine Schule, hier sind nur gerade mal zwei an der westlichen Kleidung zu erkennen. Nach Beendigung der Schule verlassen sie in der Regel den Clan um anderweitig Geld zu verdienen.

Inzwischen haben die Frauen eine Decke ausgebreitet und bieten den selbst hergestellten Schmuck zum Kauf an. Als Erinnerung und um ein wenig unser Gewissen zu beruhigen, kaufen wir ein Armband. Emanuel gibt den Himba kein Geld, sondern Lebensmittel. Er schätzt, dass in fünf Jahren keine Himba in dieser Form mehr leben werden.

Wir verlassen das Dorf. Während Emanuel den Reifen wechselt (was uns bei seinem Fahrstil nicht wirklich verwundert) steht für uns ein feudales Picknick unter einem Akazienbaum bereit. Anschließend geht es weiter nach Seisfontein. 1889 kam die erste deutsche Schutztruppe nach Namibia, die den Frieden zwischen den Stämmen sicherstellen sollte. Eine Station der Schutztruppe gab es in Seisfontein, wo 1902 ein Stationsgebäude entstand, dass später als Fort ausgebaut wurde.

Seisfontain - Ford
Seisfontain - Ford

Aufgrund der "sechs Quellen", die es hier gab, waren die Bedingungen gut, um eigene Gärten zur Selbstversorgung anlegen zu können. Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde die Station aufgegeben und das Fort verfiel. Doch wurde es inzwischen restauriert und wird seit 1995 als Lodge betrieben (als solche aus unserer Sicht nicht empfehlenswert).

25 km südlich von Seisfontein ist der Ongongo Wasserfall, den wir ursprünglich am Vortag besichtigen wollten. (Von der angeblich schlechten Straßenqualität keine Spur). Emanuel bietet uns an, dort einen Zwischenhalt einzulegen, was wir erwartungsvoll annehmen. Nach ein paar Hundert Metern müssen wir feststellen, das wir den Wasserfall wahrscheinlich alleine nicht gefunden hätten, selbst Emanuel scheint auf Afrikaans nach dem Weg zu fragen. Am Wegesrand stehen immer wieder Kinder und bieten uns ihre Waren an oder halten einfach bettelnd die Hand auf. Der Tourismus scheint hier merkliche Spuren durch spendable Touristen hinterlassen zu haben, obwohl wir uns nicht vorstellen können, dass viele hierher kommen.

Nach etwa fünf Kilometern erreichen wir den Ongongo Wasserfall. Auch hier hat man sich dem Tourismus verschrien und verlangt 10 N$ Eintritt pro Person, um im natürlichen Pool unterhalb des Wasserfalls zu baden - woran wir kein Interesse haben. Doch auch für einen Blick auf den Wasserfall wird der Preis verlangt. Emanuel verhandelt hart und scheint selber etwas beschämt über das Gebaren. Auch wenn der Eintritt für uns nicht wirklich hoch ist, sind sich alle Teilnehmer einig, das Verhalten, überall Touristen zu schröpfen, nicht zu unterstützen und bitten Emanuel zurückzufahren. Doch er startet einen letzten Versuch und scheint seinen Landsmann klar zu machen, dass sein Verhalten nicht richtig ist, womit er schlussendlich doch erreicht, dass wir kostenlos den Wasserfall sehen dürfen. Wer nun einen gigantischen Wasserfall erwartet, den müssen wir leider enttäuschen. Ein kleines Rinnsal fällt etwa 10 m tief in ein Wasserloch - spektakulär ist anders und dafür haben wir fast eine zusätzliche Stunde Zeitaufwand in Kauf genommen.

Nun geht es zurück zur Lodge. Dem alten Landrover wird ganz schön etwas abverlangt. Bodenwellen werden grundsätzlich ungebremst durchfahren, nur bei besonders tiefen Furchen oder Steinen wird kurz abgebremst. Kein Wunder, dass der Motor fast zu heiß wird und wir einen kurzen Kühlstopp einlegen müssen. Nachdem ganzen Geschüttele freuen wir uns auf eine Dusche und einen Rockshandy, ein hier typisches Erfrischungsgetränk, halb Soda / halb Limonade auf Eiswürfeln mit ein paar Spritzern Angostura-Bitter versetzt. Von der Veranda geniessen wir den Sonnenuntergang mit einem phantastischen Blick über das Etendeka-Plateau.zuruek


Sonntag, 22.01.2006 Etosha National Park

Noch müssen wir die Hoffnung nicht aufgeben, doch noch Elefanten und Nashörner zu sehen, denn unser Tagesziel ist der Etosha National Park. Zunächst fahren wir die C40 bis Kamanjab. Über den steilen Grootbergpass verlassen wir das Damaraland. Hier muss es bereits einiges an Regen gegeben haben. Die Natur erscheint in einem satten Grün. Auch die Straßen deuten auf Regen hin, sind aber gut befahrbar. Schon wieder ändert sich das Landschaftsbild und erfreulicherweise lichten sich die Wolken, die morgens über der Lodge hingen.

Kurz hinter Kamanjab müssen wir uns entscheiden, ob wir der hier geteerten Straße nach Outjo weiter folgen wollen, oder die 80 km kürzere Farmroute über D-Straßen nehmen wollen, die landschaftlich reizvoller ist. Wir entscheiden uns für letztere. Rechts und links der Straße fahren wir an bunt blühenden Sträuchern vorbei - überall hat der Regen die Natur grün eingefärbt. Auch auf der Straße hat das Wasser deutliche Spuren hinterlassen. Doch der Regen muss schon einige Tage zurück liegen, die Strecke ist problemlos zu meistern. Im bzw. direkt nach einem Regen wollten wir hier allerdings ungern unterwegs sein.

Die Route führt an mehreren Farmen vorbei und wir passieren einige Tore. Die letzten 43 km auf der C38 sind wieder geteert. Gegen Mittag erreichen wir das Anderson Gate, die südliche Zufahrt zum Etosha National Park. Hier erhalten wir, nachdem wir bestätigt haben, kein Gewehr (Fire arm) dabei zu haben, eine Permit ausgestellt, die im Okaukuejo Restcamp zu bezahlen ist. Dieses 1999 privatisierte, ehemals staatliche Restcamp liegt ca. 20 km hinter der Parkeinfahrt und ist das größte im Park. Wir beziehen unseren "Luxusbungalow" und sind hoch erfreut, dass wir einen direkt an der Wasserstelle erhalten haben. Die Bungalows sehen allerdings von Außen vielversprechender aus, als sie es tatsächlich sind. Die Einrichtung ist für Selbstversorger zweckmäßig, aber dringend renovierungsbedürftig und strahlt eher den Charme eine Jugendherberge aus. Um so netter ist es vor dem Bungalow. Vom Picknickplatz blicken wir direkt auf das Wasserloch. In den Bäumen haben Siedelweber Nester geschafften, in denen ein reges Treiben herrscht. Am Boden tummeln sich viele Erdhörnchen und nähern sich - immer auf Futtersuche - wagemutig. Doch schon bei der kleinsten Bewegung ziehen sie sich blitzschnell zurück und verschwinden in ihren Erdlöchern. Aus der Nähe können wir einen Toko (Hornbill) beobachten, ein farbenfroher Vogel, der aufgrund seines großen, gebogenen Schnabels auch Nashornvogel genannt wird.

Toko - Nashornvogel
Toko - Nashornvogel

Nachmittags starten wir unsere erste Etosha-Safari. Der Etosha National Park umfasst eine Fläche von über 22.000 qkm. Mitten im Park liegt eine etwa 4.750 qkm große Salzpfanne, die eine Länge von 129 km und eine Breite von 72 km umfasst. Geologen vermuten, dass die Salzpfanne aus einem eingetrockneten See entstanden ist. Am Rande der Pfanne stehend ist das Ausmaß mit eigenen Augen gar nicht zu erfassen. Auf dem Hinflug hatten wir jedoch das große Glück, die riesige Salzpfanne aus der Luft zu betrachten.

Etosha-Pfanne
Etosha National Park - Salzpfanne

Auf der Safari haben wir zunächst den Eindruck, dass es nur massenhaft Springböcke gibt, von denen wir inzwischen schon Hunderte gesehen haben. Am Gemsbokvlakte-Wasserloch sehen wir wenigsten ein paar schöne Vögel. Später sehen wir noch Gnu-Herden, einige Zebras und Giraffen, Impalas und Oryx-Antilopen. Viele Arten gebären während der Regenzeit, so dass wir besonders viele Jungtiere sehen - wenigstens ein Vorteil der ansonsten spärlichen Tierbeobachtungen in der Regenzeit. Doch das absolute Highlight erleben wir als wir uns schon wieder auf dem Rückweg zum Camp befinden. Direkt auf der Hauptdurchfahrtsstraße, unweit der Etosha-Pfanne, auf der stehen bereits zwei Autos. Als wir uns langsam nähern sehen wir einen Löwen, nur zehn Meter von der Straße entfernt. Der Ansatz einer Mähne weist darauf hin, dass es sich um ein männliches Jungtier handelt.

Löwe
Löwe im Etosha National-Park

Wir sind ganz begeistert. 50 Meter weiter liegen zwei Löwenweibchen im Sand. Wenig später steht eine Löwin auf und kommt geradewegs auf unser Auto zu (Detlef schließt vorsichtshalber das Fenster) um dann am Auto vorbeizulaufen und sich mitten auf die Straße zu legen. Die andere Löwin folgt dem Beispiel. Nun wird die Straße von zwei Löwinnen blockiert, was uns verständlicherweise wenig stört. Löwen in freier Wildbahn zu sehen ist schon etwas ganz Besonderes.

Zurück im Camp picknicken wir mit Blick auf das Wasserloch. Zum Sonnenuntergang wählen wir uns eine Bank direkt am (eingezäunten) Wasserloch. Dirk, den wir auf der gestrigen Himba-Tour kennengelernt haben, gesellt sich zu uns und prophezeit eine 95 prozentige Nashörner-Wahrscheinlichkeit für den heutigen Abend. Quasi auf Ansage erscheinen selbige kurz darauf und nähern sich in der Abenddämmerung langsam dem Wasserloch. Wow!!!

NashornWir hoffen, dass uns wenigstens ein Foto gelingen wird, was bei den Lichtverhältnissen ohne Stativ nicht ganz einfach ist. Aber das Life-Erlebnis ist kaum zu übertreffen. Langsam ziehen die Nashörner am Wasser vorbei, ihre Schatten spiegeln sich in der Wasseroberfläche. Nachdem sie etwas getrunken haben trotten sie ebenso langsam wieder ab. Was für ein Erlebnis! Auf soviel Glück hatten wir gerade in der Regenzeit kaum zu hoffen gewagt.zuruek

 

Montag, 23.01.2006 Etosha National Park

Heute haben wir den ganzen Tag für den Etosha eingeplant. Da Tierbeobachtungen aus 80 % Glück und 20 % Strategie bestehen, gehen wir strategisch vor und sind bereits kurz vor sieben auf Safari. Die Strategie bringt uns zunächst Glück, denn schon bald entdecken wir im GiraffeBusch, weniger als 50 Meter von der Straße entfernt, das Hinterteil eines Nashorns. So schnell können wir das Auto gar nicht stoppen, doch als wir zurück gesetzt haben, ist das Nashorn immer noch da und dreht sich erfreulicherweise zu uns um, guckt uns wenige Sekunden an und verschwindet im Busch.

Auf dem weiteren Weg nach Halali sehen wir wieder einige Zebras, Giraffen, Kuh-Antilopen, Kudus, Impalas, Oryx, viele bunte Vögel, aber leider keinen Elefanten.

Das Restcamp in Halali ist in einem ziemlich schlechten Zustand und wirkt wenig einladend. Langsam wird es zu heiß, womit auch die Chance auf Tierbeobachtungen sinkt. Auf dem Rückwegn nach Okaukuejo werden wir von einem entgegen kommenden Fahrzeug angehalten und auf einen Leoparden verwiesen, der ein paar Kilometer weiter an der Straße liegen soll. Als wir dort ankamen, war aber leider keine Spur davon zu entdecken. Den Nachmittag verbringen wir auf leider wenig komfortablen Liegen am Pool.

zebraAm späten Nachmittag brechen wir erneut auf, diesmal in westliche Richtung. Wie es scheint ein beliebtes Gebiet für Zebras, denn hier treffen wir Hunderte. Es hat hier zwar seit acht Tagen nicht mehr geregnet, aber einige Streckenabschnitte sind immer noch ziemlich matschig, aber noch befahrbar. Leider sind einige Verbindungsstraßen aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse gesperrt.

Mystisch ist der Ghost Tree Forest (Märchenwald), den wir bald erreichen. Es sieht so aus, als hätten hier Elefanten ihr Unwesen getrieben. Einige Bäume sind entwurzelt, die verbliebenen sind vollkommen ohne Blattwerk. Von Tieren weit und breit keine Spur.

Am heutigen Abend bleibt das Wasserloch verwaist - von Nashörnern keine Spur. Wir hatten gestern also wirklich riesiges Glück. zuruek

 

Dienstag, 24.01.2006 Etosha National Park

Durch das östlich gelegene Von Lindequist Gate (direkter Weg 120 km) wollen wir den Nationalpark heute wieder verlassen. Wir sind zwar noch nicht übersättigt von den Tierbeobachtungen, mussten jedoch feststellen, dass eine Safari ganz schön anstrengend ist, da man ständig konzentriert in die Landschaft starrt und hinter jedem Busch etwas Besonderes erwartet. Nicht selten kam es vor, dass wir in einem großen Stein oder Baumstumpf zunächst Tiere zu erkennen glaubten. Da wir schon genug verwaiste Wasserlöcher gesehen haben, steuern wir nicht mehr jedes an, sondern fahren auf ziemlich direktem Weg zum Ostausgang. Kurz vor Namutoni biegen wir ab zur Fisher's Pan.

Fishers Pan trappe
Fisher's Pan - Etosha Nationalpark

Diese etwa 30 km lange Strecke hat einen ganz besonderen Reiz. Durch den vielen Regen ist die Pfanne voll Wasser und sieht aus wie ein kleiner See. Unzählige Vögel können wir beobachten, u.a. Stelzenläufer, den schwarzweißen Waffenkiebitz, den bunten Kronenkiebitz mit orangen Stelzenbeinen, Silberreiher und viele andere Vögel, die wir mit unserem Bildmaterial nicht eindeutig benennen können. Besonders schön ist die Strecke, auf der die Straße über einen schmalen Steg durch die Pfanne führt und wir rechts und links vom Wasser umgeben sind.

Nachdem wir das Von Lindequist Gate passiert haben ist es nicht mehr weit bis zur Etosha Aoba Lodge, wo wir unser Quartier beziehen. Allerdings liegt die Lodge so versteckt, dass wir erst 10 km über das Gelände fahren müssen. Hier hat es schon eine Menge Regen gegeben. Es ist so grün, dass es uns fast so vorkommt, als wären wir im Urwald.

Mit einem Willkommensdrink werden wir freundlich von Eva, einer Deutschen vom Chiemsee, begrüßt. Wir sind die einzigen Gäste, die für heute erwartet werden. Doch wenig später kommt noch ein Auto vorgefahren. Die Ankömmlinge hatten offensichtlich zu spät gesehen, dass die Anfahrt zur Lodge 10 km beträgt, doch da absolute Nebensaison ist, ist auch ein weiteres Zimmer frei.

Im Gespräch mit Eva erfahren wir nun auch endlich, warum wir keine Elefanten gesehen haben. Diese machen sich mit Beginn der Regenzeit - in dieser Saison bereits im Oktober - auf den Weg in den Norden. Nur wenige Tiere - hauptsächlich alte Bullen - bleiben zurück. Nun wundern wir uns nicht mehr, dass wir keinen einzigen Elefanten gesehen haben.

Nachmittags ist relaxen angesagt - der Pool ist dafür wunderbar geeignet.

Der Fahrerei auf Schotterstraßen überdrüssig, nehmen wir nicht an der angebotenen Sundowner-Tour teil, wobei diese schon lohnenswert sein soll. Das Farmgelände grenzt direkt an die Fisher's Pan des Etosha. Die beiden anderen Gäste berichten später, dass sie hier mehr Tiere gesehen haben, als auf ihrer Fahrt durch den Etosha.

Abends genießen wir gemeinsam mit den beiden anderen Gästen ein ausgezeichnetes Abendessen - bislang unser bestes, obwohl wir natürlich nicht in Erwartung kulinarischer Hochgenüsse Namibia bereisen.

Beim Austauschen von Reiseerlebnissen geht es schnell auf Mitternacht zu und wir haben fast ein schlechtes Gewissen, dass wir das Personal so lange aufhalten.zuruek

Mittwoch, 25.01.2006 Otjiwarongo - Waterberg Plateau

Langsam aber sicher neigt sich unser Urlaub dem Ende entgegen. Heute steht uns ein Fahrtag in Richtung Waterberg Plateau bevor. Kurz vor unser Abfahrt beginnt es zu regnen. Der Himmel ist total wolkenverhangen. Auf den ersten 200 km regnet es pausenlos. Erfreulicherweise sind wir zunächst nur auf Teerstraßen unterwegs.

In Otjiwarongo lassen wir es uns nicht entgehen, im Cafe Carstensen deutschen Kuchen zu essen, der hier nach alten Rezepten hergestellt wird und daher besser schmeckt, als heutzutage in der Heimat. Die Einrichtung sieht aus als wäre sie in den 50er Jahren aus Deutschland importiert worden.

30 km hinter Otjiwarongo verlassen wir die B1 in Richtung Waterberg Plateau. Die Natur ist unverändert grün und dicke Wolken, die über den Berghängen hängen, geben erstmalig den Eindruck der Regenzeit wieder. Aus dem Grün ragen die roten Felsformationen des Plateaus heraus.

Waterberg Plateau
Waterberg Plateau

Die Pad bleibt uns auf den letzten Kilometern zum Waterberg Restcamp nicht erspart. Die Fahrbahn verrät, dass der letzte Regen noch nicht lange her sein kann. Kurz darauf erreichen wir die erste Senke, die komplett unter Wasser steht. Der Untergrund ist erfreulicherweise betoniert und der Wasserstand nicht höher als 20 cm, für unseren 4x4 kein Problem. Zwei Fahrer eines 2x4, die auf das Abfließen des Wasser warten, wünschen uns viel Glück. Der Weg wird zunehmend matschiger und glitschiger, doch auch die nächste Senke passieren wir noch problemlos und schlittern langsam weiter.

Der Anblick eines vollgelaufenen Flussbettes stoppt dann aber abrupt unseren Tatendrang. Die Worte des Mietwagenverleihers haben wir noch gut im Ohr - "niemals Wasser durchfahren, dass tiefer ist als der halbe Reifendurchmesser". Auch ohne uns die Füße nass zu machen ist zu erkennen, dass das Wasser wesentlich tiefer ist. Zwei Lkw, die kurz darauf den Fluss durchqueren, bestätigen uns dies anschaulich. Immerhin funktioniert unser Handy, so dass wir unser Quartier kontakten können und uns von dort Hilfe geschickt wird.

Eine halbe Stunde später trifft ein Safari-Landcruiser ein und passiert - bis zum Nummernschild im Wasser - den Fluss. Nun ist uns erst recht klar, dass wir, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, dies nicht tun werden. Alle Überredungskünste sind zwecklos. Wir sind bereits drauf und dran, die bereits im Voraus bezahlte Übernachtung sausen zu lassen und nach Windhoek zu fahren. Doch wider Erwarten gibt es eine andere Strecke über eine Farm, die in einem besseren Zustand sein soll. Noch wissen wir nicht, dass es ein 60 km langer Umweg ist, die Strecke, die wir bis zur C22 zurück müssen, noch nicht eingerechnet. Ein einheimischer Mitarbeiter der Lodge steigt zu uns ins Auto um uns den Weg zu zeigen, der andere fährt zurück, um den Schlüssel für das Farm-Tor zu organisieren.

Als wir fast wieder die C22 erreicht haben, kommt uns ein 2x4-Fahrzeug entgegen, das wir gleich anhalten. Da das schwedische Paar zum selben Quartier will, schließen sie sich uns dankbar an.

Unser Lotse ist hier aufgewachsen und kennt sich bestens aus. Leider spricht er nur sehr gebrochen Englisch, hat jedoch immerhin erkannt, wie wichtig dies ist. Seine sieben noch lebenden Kinder sollen auf jeden Fall die Schule besuchen. Das Haus seines Vater, an dem wir vorbei fahren, ist immerhin ein Steinhaus. Kurz zuvor hat er uns ziemlich anschaulich gezeigt, wie sich das eingezäunte Land deutscher Farmer von den ärmlichen Wellblechhütten der schwarzen Bevölkerung unterscheidet, getrennt nur durch eine Straße.

Endlich erreichen wir die Farm. Der Landcruiserwartet bereits auf uns und eskortiert uns zum Waterberg Plateau Restcamp. Hier angekommen erfahren wir, dass sich inzwischen schon ein Bus festgefahren hat. Da war der Umweg über die Farm wohl die bessere Wahl. Dennoch hoffen wir, dass wir die Entscheidung, nicht direkt nach Windhoek gefahren zu sein, bei der morgigen Rückfahrt nicht bereuen werden. Momentan scheint zumindest die Sonne und die dunklen Wolken ziehen scheinbar weiter.

Das staatliche Waterberg Plateau Restcamp ist in einem etwas besseren Zustand als das im Etosha, allerdings wundert es uns, dass es zwar für Selbstversorger eingerichtet ist, abgesehen von einem Wasserkocher und drei Tassen jedoch keine Küchenutensilien vorhanden sind, was uns allerdings heute nicht stört.

Das Waterberg Plateau ist vor Mio. von Jahren aus versteinertem roten Dünensand entstanden. Durch Erosion wurde der Sandstein weitestgehend wieder abgetragen, nur ein paar Berge blieben stehen. Dem Wasserreichtum dieser Region ist es zu verdanken, dass es hier eine ganz besondere Flora gibt. 1972 wurde der 42.550 ha große Waterberg Plateau Park geschafften, um vom Aussterben bedrohte Tierarten zu retten. Verschiedene Wildarten wurden auf dem Plateau ausgesetzt, so z.B. Nashörner (auch das Weiße) Afrikanische Büffel, mehrere Antilopenarten und Giraffen. Außerdem gibt es hier mehr als 200 Vogelarten. Vom Restcamp aus starten einige kurze Wanderwege. Wir folgen dem Mountain View Trail und haben von oben eine phantastische Aussicht. Das Plateau ist von einer endlos flachen Ebene umgeben. Um uns herum ist alles Grün und so ganz anders als wir Afrika bislang kennengelernt haben.

Waterberg
Waterberg Plateau

Unterwegs werden wir von vielen Vögeln begleitet. Später können wir zwei scheue Tiere beobachten, die wir für junge Steinböcke halten. Tatsächlich handelt es sich um Damara Kirkdikdik - eine deutsche Bezeichnung konnten wir leider nicht herausfinden. Abends speisen wir ganz akzeptabel aber mal wieder vollkommen alleine im Restaurant.zuruek


Donnerstag, 26.01.2006 Waterberg Plateau

Ein Gewitter hat uns mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen. Über eine Stunde lange schüttet es wie aus Eimern. Das ungute Gefühl möglicherweise in Waterberg festzusitzen, lässt sich nicht abstellen. Wir bedauern unsere Entscheidung und sehen unseren morgigen Rückflug gefährdet.

Obwohl wir kaum glauben, dass die für heute Morgen gebuchte Safari auch stattfinden wird, stehen wir zeitig auf. Es regnet zwar nicht mehr, aber das Plateau ist von dicken, dunklen Wolken eingehüllt. Erstaunlicherweise findet die Safari dennoch statt. Das schwedische Paar, das gemeinsam mit uns hierher gelotst wurde, nimmt ebenfalls teil. Das nächtliche Gewitter hat sie ebenfalls um den Schlaf gebracht, allerdings wollen sie noch eine weitere Nacht bleiben und hoffen auf Wetterbesserung. Ferner begleiten uns zwei ältere kanadische Paare, die gemeinsam in einem kleinen VW Polo unterwegs sind. Sie wurden gestern am Fluss abgepasst und dann mit dem Landcruiser durch selbigen gezogen. Wir sind ziemlich beeindruckt. An schlechte Straßenbedingungen scheinen sie aus Kanada gewöhnt zu sein, denn besonders aufgeregt erscheinen sie uns nicht, obwohl sie ebenfalls heute abfahren müssen.

Giraffen

 

Auf der Hauptstraße kommt selbst der Landcruiser einige Male ins Schlittern. Erfreulicherweise ist die Auffahrt auf das 1930 Meter hohe Plateau befestigt. Nach dem vielen Regen ist die Pirschfahrt auf dem Plateau wenig ergiebig. Es sind zwar viele Tierspuren im feinen roten Sand zu erkennen, doch nur wenige Tiere zu erspähen. Immerhin sehen wir eine Nashorn (leider kein weißes). Auch ein paar Giraffen und die seltenen Kuh-Antilopen zeigen sich uns. Landschaftlich hat das Plateau einen ganz besonderen Reiz. Der rote Sandboden kontrastiert mit den sattgrünen Bäumen und Sträuchern. Ab und zu ragen ein paar schroffe, rote Sandsteinfelsen heraus. Am Rande des Plateaus hat man einen weiten Blick über die grüne Ebene, aus der sich nur einige rote Pads hervorheben.

Auf der Rückfahrt zum Camp treffen wir auf zwei Fahrzeuge, die am Fluss kehrt gemacht haben und nun auch die längere Farmstrecke fahren wollen. Der Fluss ist voll, was uns nicht wirklich wundert.

Zurück im Restcamp herrscht allgemeine Aufbruchstimmung. Das schwedische Paar hat inzwischen ebenfalls beschlossen abzureisen, so dass wir erneut im Konvoi zurückfahren. Wir sprechen mit Werner, der uns am Vortag hierher gelotst hat. Er ist nicht davon überzeugt, dass der Fluss unpassierbar ist. Die Zweiradfahrzeuge will er, genau wie am Vortag den Polo, durch das Wasser ziehen. Skeptisch sind wir, dass sich unserer schwerer Nissan ebenfalls so ohne Weiteres durchziehen lässt.

Im Konvoi folgen wir dem Landrover und sind erstaunt, dass der Fluss nur wenige Kilometer vom Camp entfernt ist und die Straße bis dahin problemlos zu befahren ist. Kein Wunder, dass Werner den Umweg über die Farm scheut. Mit dem dezenten Hinweis, er habe den Lotsen am Vortag bezahlen müssen, entlockt er uns 30 N$ Tipp. Nun sehen wir den Fluss vom anderen Ufer aus.

Flussdurchquerung
Flussdurchquerung

Der Wasserstand scheint nicht höher als am Vortag und unsere Skepsis ist unverändert. Werner meint, wir sollten einfach langsam durchfahren, es wäre kein Problem. Der Landrover durchquert problemlos den Fluss um uns zu zeigen, wie tief dieser ist. Trotz großer Bedenken vertrauen wir Werners Erfahrung und bitten ihn, für uns das Auto durchzufahren. Das Wasser ist so tief, dass das Nummernschild eintaucht. Ein merkwürdiges Gefühl komplett von Wasser umgeben zu sein. Sicher und mehr als erleichtert erreichen wir das andere Ufer. Entspannt beobachten wir, wie die beiden 2x4 durchs Wasser gezogen werden. Für die Einheimischen ist der Straßenzustand - insbesondere während der Regenzeit - nichts Ungewöhnliches.

Wider Erwarten ist die etwa 15 km lange Strecke zurück zur C22 in einem besseren Zustand als am Vortag. Das Wasser ist weitestgehend abgelaufen und die Fahrbahn ziemlich trocken. Offensichtlich ist hier in der vergangenen Nacht kein weiterer Regen gefallen. Als wir endlich die C22 und damit den Asphalt erreichen, sind wir froh, denn so kurz vor dem Urlaubsende haben wir keine Lust mehr auf Abenteuer. Trotzdem möchten wir auch dieses für die Regenzeit eher typische Erlebnis nicht missen.

Der nun einsetzende Regen stört uns wenig, da die Straßen bis nach Windhoek asphaltiert sind. Tanken müssen wir auch nicht mehr, denn inzwischen haben wir unsere beiden 20 Liter-Reservekanister eingefüllt. Ungewöhnlicherweise müssen wir das Fahrzeug nicht vollgetankt an den Vermieter zurück geben. Wahrscheinlich liegt dies daran, dass das Fahrzeug mit zwei Tanks ausgestattet ist und die Tankanzeige erst aktiviert wird, wenn bereits der erste Tank leer ist.

Nach so vielen schönen Naturerlebnissen vermeiden wir es wie gewohnt, die letzte Nacht in einer Stadt zu verbringen und übernachten auf einer Farm südwestlich von Windhoek. Vom Kupferberg Pass haben wir sehr schöne Aussichten in die hügelige, inzwischen auch hier grüne Landschaft. Die Melrose Game Farm liegt versteckt in diesem grünen Eldorado. Wieder einmal müssen wir nach dem großen Eingangsportal noch einige Kilometer fahren, bevor das Farmgebäude sichtbar wird.

Kupferberg Pass
Kupferberg Pass

Zum ersten Mal werden wir nicht so persönlich empfangen, später merken wir, dass dies im Sprachproblem des Personals begründet liegt. Abgesehen von ein paar Floskeln auf Deutsch oder Englisch ist die Verständigung ein Problem und geantwortet wird in Afrikaans, was wir wiederum nicht verstehen.

Lustig wird es beim Abendessen. Die Frage nach einer Speisekarte kann nicht beantwortet werden und als wir auch noch nach einer Weinkarte fragen, geht gar nichts mehr. Immerhin finden wir heraus, dass es offensichtlich ein Büfett gibt. Inzwischen wurde auch die österreichische Managerin zur Hilfe gerufen, die unser Weinproblem beheben kann.

Die Melrose Game Farm ist eine Jagdfarm und hat hauptsächlich österreichische Jäger zu Gast. Erstaunlicherweise ist die Farm fast ganzjährig ausgebucht und hat nicht mit der Nebensaison in der Regenzeit zu kämpfen. Später kommen die anderen Gäste von der Jagd zurück und tauschen sich über ihre Jagderlebnisse aus. Für uns ist es ein komisches Gefühl, unter Jägern zu sein, denn mit der Jagd haben wir so gar nichts am Hut. Dennoch erleben wir einen interessanten Abend, denn später gesellt sich Simon zu uns. Er arbeitet auf der Farm als Jagdführer und bildet sich derzeit als staatlich anerkannter Berufsjäger weiter, um in ganz Namibia als Jäger arbeiten zu dürfen. Simon ist sehr froh darüber, dass er ohne Schuldbildung die Chance bekommen hat als Jagdführer zu arbeiten. Mit viel Engagement eignet er sich das erforderliche Wissen über die Tierarten an und bereitet sich auf die Abschlussprüfung als Berufsjäger vor. Lesen und schreiben hat er sich selbst beigebracht und unterhält sich mit uns prima auf Deutsch, was er sich durch den Kontakt zu den Gästen angeeignet hat. Seine Kinder sind auf der Farm aufgewachsen. Da es ihm wichtig ist, dass sie die Schule besuchen, hat er Frau und Kinder in Windhoek in einem Haus untergebracht, etwa 35 km von der Farm entfernt. Er ist ziemlich besorgt, dass seine Kinder in Windhoek "unter die Räder kommen", da sie das Stadtleben bislang nicht kennen gelernt haben. Entsprechend hat er das Haus so ausgewählt, dass es nur 20 Meter von der Schule entfernt liegt. zuruek

 


Freitag, 27.01.2006 Windhoek

Bedauerlicherweise werden wir schon um fünf Uhr durch nachhaltiges Klopfen an der Tür geweckt und müssen erst öffnen, um dem Lärm Einhalt zu bieten. Eine der jungen Angestellten lädt uns zum Frühstück ein. Wie sich herausstellt ging sie fälschlicherweise davon aus, dass wir genau wie einige andere Gäste früh morgens zurückfliegen. Damit ist unsere Nacht leider schon so gut wie vorbei, denn so richtig finden wir nicht mehr in den Schlaf.

Beim späteren Frühstück kommen wir mit einem Gast ins Gespräch, einem Winzer aus der Steiermark. Als leidenschaftlicher Jäger kommt er seit Jahren für mehrere Wochen auf die Jagdfarm. Natürlich erfahren wir auch etwas über die Jagd. Auch in Namibia gelten Abschussbestimmungen, die vom Naturschutzbund festgelegt werden. Trotz der geregelten Abschussquoten ist für ihn das Jagen in Namibia besonders reizvoll, da es nicht die vielen Einschränkungen wie in Deutschland oder Österreich gibt. Es ist allerdings ein teures Hobby, so zahlt man beispielsweise für die Trophäe eines Kudu 650,- EUR oder eines Oryx 400,- EUR. Mit diesen Einnahmen werden Naturschutzprojekte finanziert.

Wie er uns erzählt ist der Wildbestand in Deutschland zwar um ein Vielfaches höher, aber die Jagdrestriktionen sind sehr hoch. Wir erfahren, dass es eine Überpopulation an Wildschweinen in Berlin gibt - uns ist beim Spaziergang im Grunewald selbst schon einmal ein Eber über den Weg gelaufen. Aufgrund der Auflagen, die beispielsweise vorsehen, dass nur ohne Hilfsmittel (z.B. Nachtsichtgerät) gejagt werden darf, sind die nachtaktiven Tiere nur schwer zu erwischen. Eine komische Vorstellung, dass selbst staatliche Friedhöfe in Berlin regelmäßig für einige Tage gesperrt werden, um den grabschändenden Hasen, Fasanen, etc. den Garaus zu machen.

Nach dem Frühstück machen wir uns auf nach Windhoek, um wenigsten noch einen kleinen Eindruck der etwa 300.0000 Einwohner zählenden Hauptstadt Namibias zu erlangen. Ein letztes Mal fahren wir auf einer Pad und genießen vom Kupferberg Pass noch einmal die weite afrikanische Landschaft, die sich in grünen Hügeln bis nach Windhoek erstreckt. Als wir vor drei Wochen in Windhoek ankamen, war hier noch so gut wie gar nichts grün. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich die Natur durch Regen in nur drei Wochen derartig verändern kann.

KircheDas Auto parken wir sicher im Parkhaus des Kalahari Sands Hotels. Von dem im Reiseführer mit drei bis vier Stunden angegebenen Stadtrundgang sind wir schnell ab. Natürlich sehen wir uns die Christuskirche, das Reiterdenkmal und die dahinter liegende Alte Feste an. Und natürlich den Tintenpalast, so benannt wegen des überdurchschnittlich hohen Verwaltungsaufwandes der deutschen Kolonisten. Dem anschließenden Bummel durch die Fußgängerzone können wir wenig abgewinnen. Interessant ist es, einen Blick in das Bushman Art & African Museum zu werfen. Neben allerlei interessanten Souvenirs befindet sich im hinteren Teil der Galerie eine Ausstellung mit Artefakten der San-Kultur.

aloeWir kaufen uns eine "Allgemeine Zeitung". Diese deutschsprachige Zeitung erscheint in Namibia mit einer Auflage von 6.000 Exemplaren. Inhaltlich ist sie mit unserem gewohnten Tagesspiegel zwar nicht zu vergleichen, aber immerhin werden wir über die wichtigsten internationalen Geschehnisse informiert. Die nationalen Nachrichten beziehen sich eher auf die letzten Unwetter und de angerichteten Schäden. Das Sossusvlei steht unter Wasser und war zeitweise nicht zugänglich.

Im Mug & Bean-Cafe vertreiben wir uns die Zeit bei einem Kaffee und nicht zu bewältigenden Burger-Portionen. Von der Terrasse aus können wir das Treiben in der Fußgängerzone beobachten.

Ein letzter Blick gilt dem Wahrzeichen der Stadt, der Windhoek-Aloe, einem Turm direkt gegenüber des Kalahari Sands Hotels, an dem wir bei der Ankunft achtlos vorüber gegangen waren - passend zur Stadt ist das Wahrzeichen eher unscheinbar.

Die verbleibende Zeit nutzen wir, um die Hauptsraße, die Independence Avenue, Richtung Norden zu fahren. So gelangen wir nach Katutura, dem Township von Windhoek. Im Zuge der Apartheitspolitik wurde ab 1960 die schwarze Bevölkerung aus dem Hochland hierher umgesiedelt. Hierfür wurden einfache Häuser mit zwei Zimmern errichtet. Bedingt durch die stattfindende Landflucht weitet sich das Armenviertel immer weiter aus. Jeden Monat kommen etwa 1.650 Zuwanderer in die Stadt. Die als "squatters" bekannten wilden Siedler hausen in notdürftig zusammen genagelten Wellblechhütten.

Die spätere Mietwagenrückgabe erfolgt völlig problemlos. African Tracks können wir empfehlen. Die ziemlich neuen Fahrzeuge sind in einem sehr guten Zustand und die Ausstattung ist tadellos.

Auf der Fahrt zum Flughafen nehmen wir Abschied. Ein toller Urlaub und 5.470 Kilometer Fahrstrecke liegen hinter uns. zurueck

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Letzte Aktualisierung: Februar 2006 - © Anke Schlingemann und Detlef Hälker

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